Archive for » Oktober, 2012 «

Mangroven, Höhlen und ein Gewitter

Außerhalb der Städte und Hotelregionen ist die Dom Rep eine asphaltfreie Zone. Und so dauert die Fahrt von Bayahibe hinüber in den Nationalpark Los Haitises, wo die Boote warten, etwa vier Stunden. Weil das so ist, beginnt der Ausflug um 6 Uhr morgens und ohne etwas im Magen, denn auch in einem All Inclusive Resort geht der Service nicht rund um die Uhr.

Der Hunger ist aber schnell vergessen, denn es gibt alle paar Minuten etwas anderes zu schauen hier. Zuerst zeigt sich zur Linken wie zur Rechten des schmalen Außenborders ein Gewirr von Mangrovenwurzeln. Dann öffnet sich vor uns eine weite Bucht, die wir in Richtung einiger bewaldeter Hügelchen queren.

Diese erweisen sich beim Näherkommen als Felsen aus rötlichem Kalkstein, die zum Teil frei in der Bucht stehen, so daß das Boot zwischen ihnen hindurchfahren kann.

Dann, ganz plötzlich, drehen beide Botte in Richtung offene Wasserfläche ab, und die Bootsführer rufen aufgeregt: Dolphins, Dolphins! Schon zeigen sich unweit des Bootes zwei silberschwarze Rücken. Wo werden sie als nächstes auftauchen? Dort? Nein, dort! Ehe man die Kamera auf die Stelle richten kann, sind sie schon wieder verschwunden. Und tauchen im nächsten Augenblick direkt vor dem Bug auf, keine 10 Meter entfernt. Wer führt hier eigentlich Regie, die Bootsführer oder die klugen Meeressäuger?

Schon ist der Spuk vorbei, und die Boote wenden sich wieder der Felsenküste zu, gehen schließlich in einer kleinen Bucht vor Anker, nicht ohne zuvor wieder eine Mangrovenzone durchquert zu haben. Wir gehen ein Stück zu Fuß, dann stehen wir vor dem Eingang einer Höhle.

Wie nicht anders zu erwarten, ist es drinnen ziemlich stockfinster. Im Schein der Taschenlampen tauchen Felszeichnungen auf: seltsame Gestalten, Hände mit sechs Fingern, ein weinender Regengott, ein Strichmännchen dessen Arme am Kopf angewachsen sind. Sie gehen auf die ausgestorbenen Taino-Indianer zurück und stammen noch aus vorkolumbianischer Zeit.

Es gibt noch eine zweite Höhle, diesmal mit einer in den Fels gemeißelten Eule und hübschen farbigen Tropfsteinen. Dann geht es zurück zum Bus und erneut über ausgewaschene Schotterstraßen und baufällige Brücken, bis wir schließlich am frühen Nachmittag den Yanigua-Wasserfall erreichen, wo einige unerschrockene Reiseteilnehmer ein erfrischen Bad nehmen und sich den weißen Schlamm auf Gesicht und Körper schmieren. Das soll jünger und schöner machen. Leider bröselt das Zeug aber in der Sonne wieder ab.

Hier gibt es nun endlich auch das lang ersehnte Mittagsmahl: frittierte Fischchen ohne Gräten, dazu Reis und allerlei Gemüse. Die Vitamine werden, wie schon zuvor bei den Höhlen, in Form einer Flasche gereicht mit dem Aufdruck „Ron“.

An der Küste geht derweilen ein heftiges Gewitter nieder, dem wir auf schotterigen Pisten, gegen Abend dann aber auf der neu gebauten Autopista entgegen fahren. Kurz nach acht Uhr geht dieser erlebnisreiche Tag zu Ende.

Category: Allgemein, Dom Rep 2012  Comments off

Beschallung und sonstige Annehmlichkeiten

Wie schon erwähnt wird jeder Pool anders beschallt: Merengue, Disco, Klassik oder Rasenmäher. Uns ist’s egal, wir bewundern heute lieber die schönen Orchideen. Die an den Bäumen, nicht die in der allzu knapp bemessenen Badekleidung. Und von Zeit zu Zeit lassen wir uns mit einem kühlen Getränk an einem schönen Platz nieder, beobachten kleine gelbe Vögel beim Aufpicken offenbar nektarschwerer Blüten oder auch größere, die auf Entenart im Tümpel herumplantschen. Auch eine rote Libelle leistet uns ein Weilchen Gesellschaft.

Das Wasser hat sich beruhigt, der Himmel weniger. Immer wieder fallen ein paar Regentropfen, dann scheint urplötzlich wieder die Sonne, Aprilwetter. Auch der Sonnenuntergang ist heute deutlich anders, insbesondere nachdem die Sonne als glutroter Ball im Meer versunken ist. Es sind nämlich Schleierwolken am Himmel, alles wird violettrosa, auch die Regenpfützen auf den Korallenfelsen.

Den Abend verbringen wir vor dem Bungalow bei einer Pinacolada, lauschen dem Zirpen der Zikaden und Klimaanlagen und freuen uns auf morgen.

Category: Allgemein, Dom Rep 2012  Comments off

Aufgewühlte Karibik

Übermorgen, also am Dienstag, werden wir die Los Haitises besichtigen, so heißen die malerisch in einer Bucht im Norden gelegenen Karstinseln. Das wissen wir aber erst, seit wir uns heute morgen zu diesem Ausflug entschlossen haben.

Vor ein paar Tagen noch wütete in der Karibik der Tropensturm Sandy. Hier in Bayahibe hat er zwar nur eines der Restaurants in Mitleidenschaft gezogen, die Auswirkungen bekommen wir aber dennoch zu spüren, und zwar in Gestalt einer noch immer heftig tosenden Karibischen See. An Baden ist nicht zu denken, es wehen überall rote Fahnen. Einige wagen es trotzdem und werden prompt zurückgepfiffen.

Das Ressort ist sehr weitläufig und bietet mehrere Pools, die sich in der Charakteristik ihrer Beschallung unterscheiden. Eine gefällt mir besonders gut: Stille. Natürlich ist aber auch Merengue nicht zu verachten, insbesondere wenn am Abend die vielen bunten Lichter für karibisches Flair sorgen.

Vorher aber gilt es den Sonnenuntergang zu bewundern. Der heftige Regen der vergangenen Tage hat Dunst und Staub aus der Atmosphäre gewaschen, die Sonne versinkt als glühender Ball im Meer. Und da! War das nicht das berühmte grüne Licht, kurz bevor das letzte Stück Sonnenscheibe abtaucht?

Für den Abend ist eine Bühnenshow angesagt. Wir sichern uns einen guten Platz im Theaterrund und harren gespannt der Dinge, die da kommen sollen. Bühnenshow? Sollten da nicht Leute auf der Bühne stehen, die man für ihr Können bewundert? Grundschritt, Grundschritt, einmal drehen und dabei mit den Armen wedeln, und das von acht Animateuren gleichzeitig! Recht viel mehr bekommen wir nicht mit, denn wir müssen unsere Ohren vor der rekordverdächtigen Lautstärke in Sicherheit bringen. Wahrscheinlich soll man bis in die hintersten Winkel der, wie gesagt, weitläufigen Anlage hören, wer heute beim Wettplanschen gewonnen hat.

Category: Allgemein, Dom Rep 2012  Comments off

Alpenglühen im Wolkengebirge

Wir haben ja offenbar das Karma, im Flieger immer in der letzten Reihe zu sitzen, bestenfalls der vorletzten. Heute nicht, heute gehören uns ziemlich weit vorne in der Boeing die Plätze 17H und 17K. Ein Fensterplatz, nur leider ohne Fenster. Und mit angeschlagener Mechanik, nach schwungvollem Herausturnen aus der allzu engen Sitzreihe und einem unhörbaren Knacks pendelt die Lehne fortan nur noch orientierungslos zwischen aufrechter und Liegeposition hin und her. Das ist ziemlich unbequem, also wird der Stewardeß-Knopf gedrückt.

Schon nach einer halben Stunde kommt sie beim Essenverteilen zufällig vorbei, hört sich das Problem an, meint lapidar „das muß ein Techniker machen“, knipst die Ruflampe wieder aus und arbeitet weiter. Eine weitere halbe Stunde später knipse ich sie wieder an. Die Lampe, nicht die Stewardeß, die diesen Vorgang mit einem erneuten „ich sagte doch, das muß ein Techniker richten“ kommentiert. Ob denn kein anderer Platz im Flugzeug frei wäre? Zwanzig Minuten vor der Landung hat sie einen gefunden. Jetzt lohne sich das Wechseln auch nicht mehr, wage ich anzumerken. Doch, die Sitzlehne müsse bei der Landung senkrecht stehen, das sei so vorgeschrieben. Und so verbringen wir die letzte Viertelstunde dieses langen Fluges – in der letzten Sitzreihe, wie gewohnt.

Immerhin bieten sowohl alte als auch neue Sitzposition atemberaubende Blicke auf das Wolkengebirge, das sich zunehmend rötlich färbt, auch wenn ich mich schier verrenken muß, das Schauspiel durch das Fenster des Hinter- oder Vordermannes zu fotografieren. Warum genau neben mir ein Fenster ausgelassen werden mußte, wissen wohl nur die Boeing-Ingenieure.

Der Flughafen von Punta Cana begrüßt uns mit Palmen auf dem Vorfeld, einer strohgedeckten offenen Empfangshalle. Was für ein Kontrast zur Abreise heute morgen, als es in Deutschland nach einem Wettersturz dicke Flocken schneite, der zum Teil sogar liegen blieb. Daß wir eine halbe Stunde später als geplant in Frankfurt eintrafen, lag allerdings nicht am Schnee, sondern an überholenden Schnellzügen, ein Vorgang der die Verspätung natürlich immer weiter anwachsen läßt.

Category: Allgemein, Dom Rep 2012  Comments off

Bei den Kelten

P1020260

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off