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Geklöppeltes und Gewebtes

P1070041Der heutige Ausflug in die Welt der Museen abseits der Metropolen führt nach Roth und Abenberg – und zwar mit dem Linienbus. Der startet direkt an der S-Bahn Endhaltestelle in Roth und bringt den museumsaffinen Ausflügler zunächst einmal in die malerische Altstadt von Abenberg. Das kleine Städtchen hat gerade einmal 5.500 Einwohner, kann aber mit zwei Museen und einer Burg aufwarten, die sich stolz die Krone des Rangaues nennt.

Oben angekommen gilt das Interesse nicht dem größeren Haus Fränkischer Geschichte, sondern dem kleineren Klöppelmuseum gegenüber. Dort ist in angenehmer Atmosphäre dargestellt, wie durch geduldiges Verdrehen und Verknüpfen vieler Dutzend Fäden schließlich ein Spitzendeckchen, eine Borte oder ein ganzes Kleid entsteht. Alles in Handarbeit, versteht sich.

Man darf in ländlichen Regionen die Abfahrt des Linienbusses nicht verpassen, und so ist etwas Eile angesagt, denn der nächste fährt sonntags erst drei Stunden später. Zweites und letztes Ziel meines Ausflugs in die mittelfränkische Textilwelt ist das Industriemuseum der Kreisstadt Roth.

Hier werden an meterhohen Maschinen bunte metallene Fäden zu allerlei Waren verarbeitet, die man Leonische nennt. Das Know-how ihrer Herstellung kam mit den vertriebenen Hugenotten aus dem französischen Lyon hierher.

Das maschinelle Heben und Senken, Drehen und Wickeln fasziniert, ich könnte stundenlang zusehen. Leider ruft aber ein privater Termin auch hier zur Eile, und vorbei am Bachlauf und einer blühenden Sommerwiese geht es hinauf zur wartenden S-Bahn, wobei das prächtige Schloß Ratibor links liegen bleiben muß. Ein guter Grund, noch einmal wiederzukommen.

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Nürnberger Sonnenuhren

IMG_0097Mach’ es wie die Sonnenuhr, zähl’ die heit’ren Stunden nur! Und wie ist das bei einer Sonnenuhr, die im Schatten liegt? Der Nürnberger Sonnenuhrenweg bietet so manche Gelegenheit, die eigenen Vorstellungen über die typischen Eigenschaften einer Sonnenuhr zu verifizieren.

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So scheint das obige Motto am IHK-Gebäude in der Nähe des Nürnberger Hauptmarkts in ganz besonderem Maße zu gelten.

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Hunderte von Touristen fotografieren täglich das Heilig-Geist-Spital, die Sonnenuhr am Südgiebel dürfte von den meisten unbemerkt bleiben, da etwas hinter den Ästen der Pappel versteckt.

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Eine besonders schöne Sonnenuhr befindet sich am Haus Innere Laufer Gasse 11. Und das, obwohl die Renovierung nun doch schon einige Jahre zurückliegt, wie die römische Jahreszahl verrät.

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Wer sagt, daß eine Sonnenuhr römische Ziffern haben muß? Diese hier hat arabische. Zum Vordach kommt hier als natürlicher Feind noch der Baum. Gesehen am Heilig-Geist-Spital, vom gegenüberliegenden Ufer aus.

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Das soll eine Sonnenuhr sein? Um sie zu verstehen, bräuchte man wohl eine Anleitung. Standort: der Platz vor dem Gewerbemuseum.

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Richteten sich die Fahrer der am Hallplatz startenden Ausflugsbusse nach der Sonnenuhr an der Mauthalle, würden sie bei Regen erst gar nicht losfahren.

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Mit Buchs-Einfassungen kenne ich mich aus, sie zu schneiden besserte einst mein Taschengeld auf. Hier hat jemand römische Zahlen geschnitten. Des Rätsels Lösung wird sicher niemanden überraschen: es ist tatsächlich eine Sonnenuhr, und sie befindet sich in den Nürnberger Hesperidengärten.

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Wie versprochen…

der zweite Teil der Jordanien-Rundreise:

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Weidenberger Museumsweg

Akelei
Es empfiehlt sich, den Weidenberger Museumsweg an einem ersten Sonntag im Monat zu begehen. Denn nur am ersten Sonntag eines Monats haben alle Museen geöffnet. Und heute ist der erste Juni. Ein Sonntag.

Weidenberg ist Endstation einer Bahnlinie, die von Bayreuth her mit modernen Triebwagen befahren wird. Und es kann – bei 6.000 Einwohnern – mit sage und schreibe 5 Museen aufwarten. Auf unserem Plan stehen zwar 6 Museen, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Scherzenmühle, unser erstes Ziel, liegt etwas abseits. Als wir dort eintreffen, ist noch geschlossen, aber schon bald kommt eine freundliche Dame und entschuldigt sich für ihr Zuspätkommen. Halb so schlimm. Im Museum gibt es Wohnraum, Küche, Stall und natürlich das funktionsfähige Mahlwerk, das aber nur an besonderen Tagen in Betrieb genommen wird. Heute ist aber einfach nur Sonntag.

Um das Militärmuseum zu finden, müssen wir hinauf in den Ortskern. Es ist eines der bedeutendsten Museen seiner Art weit und breit. Besonders faszinieren uns die schönen Dioramen.

Die Musikinstrumentensammlung befindet sich nur einen Steinwurf entfernt und kann mit Akkordeons und Bandoneons, aber auch einem Harmonium aufwarten, auf dem der Hausherr gerne eine Probe seines Könnens gibt.

Das Zinnfigurenmuseum suchen wir vergebens, es wurde aufgelöst und war zudem nie an der angegebenen Adresse. Auf dem Weg zum Glas-Knopf-Museum, schon fast wieder am Bahnhof, kommen wir noch an der Volkskundlichen Sammlung vorbei, die das gesamte Untergeschoß des Schulhauses einnimmt. Was gibt es da nicht alles zu bestaunen: Geräte, Korbwaren, eine riesige Wäschemangel und noch viel mehr.

Im Glas-Knopf-Museum werden, wie der Name schon sagt, Glasknöpfe hergestellt. Ausgangsmaterial sind Stangen aus Buntglas, das Endprodukt sind edle Knöpfe in allerlei Farben.

Unser Fazit: will man alle Museen des Museumsweges sehen, sollte man sich an den einzelnen Stationen nicht zu lange aufhalten, sonst schafft man es nicht in der limitierten Zeit.

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