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Ringelsocken

Die Ajanta-Höhlen sind uralte buddhistische Klöster, die schon im 5. Jahrhundert in den Fels eines Berghangs gemeißelt und innen kunstvoll ausgestattet wurden. Ihr Erhaltungszustand ist einzigartig, denn die Mönche haben die Stätten verschlossen, bevor sie das Tal verließen.

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Es ist ein heißer Tag heute, fast 40 Grad im Schatten. Da es einige Treppen hinaufzusteigen gilt, bieten Sänftenträger ihre Dienste an. Sie sind nicht die einzigen, die hier am Weltkulturerbe von den Touristen leben wollen – und uns, kaum daß wir dem Bus entstiegen sind, sofort entsprechend belagern. Irgendwann stehen wir dann aber doch im ersten von insgesamt 29 Höhlentempeln.

Haben die Augen sich erst einmal an die relative Dunkelheit gewöhnt, offenbaren sich an den Wänden allerlei Bildgeschichten, die sich um Prinzen, Pferde, Elefanten und natürlich Buddha in allen seinen Lebensphasen drehen. Besonders gefällt uns das persische Paar mit den Ringelsocken. Natürlich gibt es auch Reliefs, kunstvolle Säulenkapitelle und sogar Stupas: alles ist aus dem anstehenden Fels gearbeitet.

Nach drei anstrengenden, aber durchaus unterhaltsamen Stunden, in denen die Reiseleiterin viele der Bildgeschichten in Worten wiedergibt und dabei mit der Taschenlampe auf die entsprechenden Stellen leuchtet, wenden wir uns schließlich dem Rückweg zu. Zuerst zu Fuß die Treppen wieder hinab, dann in den schrottähnlichen Shuttlebus und schließlich in unseren Tourbus, der uns jetzt gar nicht mehr so alt und klapprig erscheint wie noch auf der Hinfahrt. Es ist eben alles relativ.

Flugbewegungen

Drei Flughäfen an einem einzigen Tag: von Udaipur brachen wir heute morgen schon sehr früh auf, zunächst nach Mumbai – dem früheren Bombay – und nach einer Stadtrundfahrt dann weiter nach Aurangabad, wo wir bei Sonnenuntergang auf dem kleinen Regionalflughafen eintrafen.

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Mumbai ist eine unbeschreibliche Stadt, mit einem ebenso unbeschreiblichen Verkehrschaos. Zum Glück haben sie vor kurzem eine ebenso elegante wie lange Schrägseilbrücke über die Bucht gebaut. Wir frühstücken im Hyatt Hotel und besichtigen anschließend kurz das Wäscherviertel, wo Dutzende von Kleinwäschereien nach getaner Arbeit ein Meer von Wäscheleinen aufspannen. Hier wie auch am angeblich schönsten Bahnhof der Welt, erbaut im sarazenisch-victorianischen Stil, kann der Bus aber nur jeweils 10 Minuten halten. Überall werden uns sofort allerlei Dinge zum Kauf vor die Nase gehalten: Mini-Elefanten, Postkarten, Stadtpläne.

Am Indien-Tor, durch das Schiffsreisende früher die ersten Schritte auf den Subkontinent taten, legen wir eine weitere Pause ein. Was wollen nur all die vielen Menschen hier?

In Aurangabad schließlich geht es deutlich entspannter zu, auch wenn wir zum Öffnen meines Koffers erst einmal jemanden bemühen mußten, der mit einer Zange die Zipper der Reißverschlüsse aufbog, die Zahlenkombination griff plötzlich nicht mehr, warum auch immer.

Ansichten und Aussichten

Die Stadt verfügt über einen Palast, den Stadtpalast. Er ist eine Mischung aus Burg und Palast, endlose dunkle Gänge und Treppen wechseln sich ab mit Prunkräumen, die mit allerlei seltsamen Dingen bestückt sind. Ein Pferd, dem ein Elefantenrüssel vors Maul gebunden ist. Wozu das denn? Nun, Elefanten greifen niemals einen Heranwachsenden ihrer eigenen Art an. In einem anderen Raum zeigt ein Bild eine Tigerjagd – auf ein ganzes Dutzend Tiere. Es ist eigentlich immer dasselbe Tier, der Maler hat einfach nur den gesamten Ablauf der Jagd in ein einziges Bild gemalt.

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Natürlich erhaschen wir auch einen Blick hinaus auf den Inselpalast. Er diente einst als Kulisse für den James Bond Streifen „Oktopussy“.

Unsere Reisegruppe residiert etwas weniger pompös im Trident Hotel, mit schönem Blick hinaus auf den See. Einen noch schöneren Blick hatten wir nur im Restaurant, wo wir heute das Mittagessen einnahmen. Mit Motor-Rickschas ging es anschließend zur Miniaturen-Malschule. Die Künstler arbeiten mit Pinseln aus Kamelwimpern oder Haaren von Steifenhörnchen, jener putzigen Gesellen, die uns hier so oft begegnen.

Affen, Säulen, Ochsen

Wir sind in den Bergen, die die fruchtbaren Ebenen im Osten Rajastans von der Wüste Tar im Westen trennen. Das Sträßchen ist schmal und kurvenreich. Da, plötzlich: Affen! Nicht die frechen Makaken, die man von den touristischen Plätzen kennt. Nein, es handelt sich um langschwänzige Hanuman-Languren, die sich in der Hoffnung auf etwas Eßbares in der Nähe der Straße herumtreiben. Sie sind scheu, aber unseren Bananen können sie dann doch nicht widerstehen.

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Die Gegend hält noch so manch andere Überraschung für uns bereit, Kühe mit lila Hörnern zum Beispiel. Gleich nebenan fährt ein Ochsengespann immer im Kreis herum. Es treibt ein sog. persisches Wasserrad an, die Drehbewegung läßt eine Eimerkette Wasser aus einem Brunnen schöpfen. Auch ein Reitelefant begegnet uns an diesem Tag. Und ein Schwarm Flughunde, die es sich kopfüber auf einem hohen Baum bequem gemacht haben.

Höhepunkt des heutigen Tages ist aber der Ranakpur Jain Tempel. Man könnte sich im Gewirr der vielen reich ornamentierten Säulen schier verlaufen. Es gibt steinerne Elefanten und Figuren, die auf den ersten Blick wie Buddha-Statuen aussehen, aber keine sind. Von den Spitzen der Kuppeldächer wehen rot-weiß-rote Spruchbänder. Man darf übrigens nichts mit in den Tempel nehmen, was von einem toten Tier stammt. Also auch keine Ledergürtel oder Geldbörsen. Der Pazifismus der Jainas erstreckt sich auch auf Tiere, genauer gesagt auf alles, was Schmerz empfinden kann.

Etappenziel ist heute Udaipur, wo wir zwei Nächte bleiben werden.

Der Palast

Der Palast von Deogarh, heute Hotel, ist einzigartig. Zum einen ist er so verwinkelt gebaut, daß sich zu jeder Tageszeit angenehm temperierte Balkone und Veranden finden lassen. Diese sind, genau wie die Zimmer, über versteckt liegende Treppen erreichbar: hier hinauf, dort entlang, über einen kleinen Innenhof, dann wieder eine andere Treppe hinauf. Zum anderen gleicht kein Zimmer dem anderen. Unseres hat ein Separée, wo man auf einem Diwan sitzend entspannt lesen, schreiben, aus dem Fenster in einen Innenhof sehen oder auch hinaus auf den Balkon treten kann. Die Nischen in den Wänden und die Säulen und Träger sind dunkelblau konturiert. Das Badezimmer liegt hinter einer Eichentür und eine halbe Etage tiefer, eine Treppe mit Marmorgeländer führt hinab. Direkt über uns befindet sich eine verwinkelte Dachterrasse, drüben in der Nähe der Hofeinfahrt gibt es einen versteckt gelegenen Pool, in den Bäumen ringsum zeigen sich allerlei Vögel. Hier läßt es sich aushalten.

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Das Dinner wird gegenüber auf der Dachterrasse serviert, mit Blick auf die stimmungsvoll beleuchtete Fassade. Und darüber leuchten die Sterne, hier der Orion, ihm gegenüber die große Rikscha, im Osten als hellster Punkt Jupiter. Welch ein Ambiente, man kann sich kaum satt sehen. Zumal nun auch noch eine Tanz- und Musikgruppe Auge und Ohr erfreut. Man könnte ganze Tage hier verbringen, ohne auch nur eine Sekunde lang irgend etwas zu vermissen.

Als Programm böte sich ein Bummel durch die engen Altstadtgassen an oder ein Spaziergang um den See, vielleicht mit Ersteigung des Burgbergs gegenüber.

Irgendwo auf dem Weg von Jaipur hierher veränderten sich Landschaftsbild und Vegetation. Die Fahrt dauerte heute mehrere Stunden. Indische Fernstraßen fordern dem Fahrer viel Aufmerksamkeit ab, plötzlich stehen Kühe mitten auf der Autobahn, dann wieder kommt links eine Geister-Rikscha entgegen, deren Fahrer keine Lust hatte, für ein paar hundert Meter extra auf die richtige Fahrbahn hinüber zu wechseln. Sogar ausgewachsene Geister-LKW wurden gesichtet.

Ganz am Morgen, noch in Jaipur, hatten wir Gelegenheit, den „Palast der Winde“ oder besser gesagt dessen einzigartige Fassade zu bewundern. Und noch vorher einen Palast, der mitten im Stausee steht, an allen vier Seiten vom Wasser umspült.

Die bernsteinfarbene Festung

Wir logieren strategisch günstig, vom Hotel bis zum Busparkplatz von Fort Amber, seines Zeichens Weltkulturerbe, sind es nur ein paar Kilometer. Hinauf kommt man nur entweder mit dem Jeep oder auf dem Rücken eines Elefanten. Wir sind früh genug dran, um erstens das schöne Morgenlicht zu genießen und zweitens die noch angenehme Leere, bevor die Toristenmassen anrücken, denn Jaipur gehört zum Standard-Besichtigungsprogramm, dem „Goldenen Dreieck“ Nordindiens.

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Das Transportmittel Elefant ist trotz der immensen Zahl an Tieren stark überbucht. Mit dem Jeep geht es ohne Wartezeit zuerst durchs Dorf und dann ein elefantenfreies schmales Sträßchen hinauf. Wenige Schritte weiter stehen wir vor dem berühmten Spiegelsaal. Wände und Decken sind hier mit Ornamenten aus kleinen Spiegeln verziert, die sich zu Blumen und Ranken zusammenfügen – einzigartig.

Eine malerisch safrangelb gewandete Frau fegt mit einem Reisigbesen den Palasthof. Was für ein schönes Fotomotiv! Natürlich nimmt sie gerne ein kleines Fotogeld bzw. fordert dieses auch unmißverständlich ein. Für den Balkon weiter oben ist eine andere, ebenso attraktiv gewandete Frau zuständig. Auch sie nimmt fürs Motivstehen gerne einen kleinen Obolus, und mich beschleicht leise der Verdacht, daß der Zweck des fleißigen Kehrens hier nicht die Reinlichkeit ist, und daß die Frauen ihre Reviere strikt untereinander aufgeteilt haben.

Den Besuch der Textilmanufaktur schenken wir uns und verbringen den Nachmittag im Hotel. Der Himmel ist heute bedeckt, und es fallen tatsächlich auch ein paar Regentropfen, was für diese Jahreszeit äußerst ungewöhnlich ist, denn in der Regel regnet es hier nur im Juli und August, die übrige Zeit des Jahres müssen Mensch und Tier, Bäume und Nutzpflanzen mit dem Grundwasser Vorlieb nehmen.

Großzügige Weite und drangvolle Enge

Der Palast von Fatehpur Sikri aus dem 16. Jahrhundert, der heute unseren ersten und einzigen Zwischenstopp bildet, ist Weltkulturerbe. Das bedeutet, daß unser Reisebus nicht bis vor den Eingang fahren darf, wir müssen in kleine Shuttlebusse umsteigen, in denen aber drangvolle Enge herrscht. Denn es gibt oben nicht nur den weitläufigen Palast mit seinen vielen Innenhöfen, sondern auch eine Moschee. Ohne Schuhe tappen wir durch Speisereste und Taubendreck über den weitläufigen Hof.

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Heute ist Freitag, und es sind Holi-Ferien. Halb Indien scheint heute diese Moschee zu besuchen – und natürlich wollen sie alle auch wieder mit dem Shuttlebus zurück zum Parkplatz. Den Touristen, der diese Fahrt heil überstanden hat, kann in Indien nichts mehr schrecken.

Jaipur, das Ziel der heutigen Fahrt, liegt schon im Bundesland Rajastan. Hier ist es deutlich heißer als in Agra.

Das indische Grabmal

Heute ist Holi, das Fest der Farben. Wer ohne Grün, gelb, orange oder violett im Gesicht, im Haar oder auf der Kleidung angetroffen wird, darf mit Farbpulver beworfen werden. Besonders übermütige Farb-Terroristen sond sogar mit Spritzpistolen oder Spraydosen unterwegs, errichten Straßensperren, um auch wirklich jeden zu erwischen. Es macht zwar Spaß, all die bunt bemalten Leute zu sehen, aber uns selbst wollen wir das Abwaschen der teils recht hartnäckigen Farben dann doch lieber ersparen, und so brechen wir schon sehr zeitig nach Agra auf: 4 Uhr 30 wecken, 5 Uhr 30 Abfahrt.

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Erstes Besichtigungsziel ist ein prächtiges weißmarmornes Mausoleum mit schönen farbigen Einlegearbeiten. Natürlich heißt es auch hier wieder: Schuhe ausziehen. Die kleine Mühe lohnt sich. Und auch die Tauben scheinen sich in den Bildern wohl zu fühlen, man kann sie kaum vom gemalten Hintergrund unterscheiden.

Das Rote Fort über der Stadt ist auf den ersten Blick eher ein Zweckbau, verfügt im hinteren Teil jedoch über einen Palast, der zum einen in marmornem Weiß gehalten ist und zum anderen mit einer Besonderheit aufwarten kann: von hier schweift der Blick hinüber zum Höhepunkt der Reise, dem berühmten Taj Mahal.

Schon der erste ferne Anblick dieses wohl schönsten Grabmals der Welt vermittelt ein Gefühl der Zeitlosigkeit. Und diese Eindruck steigert sich noch erheblich, als wir dann, das bunte Händlertreiben vor den Toren hinter uns lassend, den Paradiesgarten betreten, an dessen gegenüberliegenden Seite die marmorweißen Kuppeln und Minarette aufragen. Bauwerk und Gelände sind viel größer als erwartet, die Menschen drüben vor dem Eingang zum Kenotaph-Raum sehen wie Ameisen aus.

Und ähnlich wie in einem Ameisenhügel geht es drinnen auch zu. Schade, denn es nimmt dem Raum mit den beiden Grabstätten etwas von seiner Würde. Die man aber dennoch erahnen kann angesichts der steinernen Blumenranken mit den aus Halbedelsteinen geformten Blüten. In Liebe vereint liegen sie da, in einem Garten für die Ewigkeit. Draußen sind inzwischen die Springbrunnen abgestelt, in den nunmehr glatten Wasserflächen spiegelt sich die von der untergehenden Sonne gerade noch gestreifte Hauptkuppel.

Residieren wie ein Fürst

Unser Zimmer verfügt über ein Himmelbett und über eine Couchgarnitur mit zwei Sesseln. Dazwischen könnte man tanzen, so groß ist der Raum. Eine Tür führt ins Ankleidezimmer und weiter ins großzügig dimensionierte Badezimmer. Vor der Tür, die mit Riegel und Vorhängeschloß gesichert ist, gibt es noch eine beachtlich große Veranda. Im Vergleich mit dieser Suite würde so manche Dreizimmerwohnung flächenmäßig den kürzeren ziehen. Hoffentlich finden wir morgen alle unsere Sachen wieder.

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Zum Abendessen gab es heute neben anderen Köstlichkeiten Mulligatowny Suppe. Nie gehört? Dann bitte bei der nächsten Ausstrahlung von „Dinner for One” besser zuhören!

Der Tag begann heute mit einer längeren Fahrtstrecke. Wenn sie fertig wäre, die vierspurige Straße, wäre man deutlich schneller unterwegs, leider werden die Baustellen aber schon seit vielen Jahren nicht abgeschlossen, und so ist es ein ständiges Hin und Her zwischen linker Fahrbahn (weil rechts Bauruine), rechter Fahrbahn (weil links Bauruine) und alter Trasse (weil alles einschließlich der halb fertigen Brücke Bauruine). Zum Glück herrscht heute wenig Verkehr.

In Gwalior besuchen wir zuerst den neuen und nach einer kurzen Mittagspause den viel interessanteren alten Palast. In dem einen zeigen allerlei Beispiele, wie man im 19. Jahrhundert versucht hat, in Indien einen europäisch-feudalen Lebensstil zu installieren. In dem anderen sind viele Wände mit einzigartigen, farbig glasierten Kacheln bedeckt. Je länger man hinschaut, desto mehr Details entdeckt man: Elefanten, Pfaue, ja sogar Enten.

Und nun wohnen wir selber in so einem Palast. Den Weg zum Zimmer werden wir noch geführt. Auf der Suche nach dem Restaurant landen wir nach einigem Treppensteigen und Abbiegen zuerst im Vorgarten und dann in der Rezeption. Von dort weg werden wir geführt. Der Versuch, nach dem Essen das Zimmer wiederzufinden, gelingt dann schon etwas besser, vor allem aber ohne fremde Hilfe.

Da haben es die Sittiche auf dem Baum gegenüber deutlich leichter: ihre Wohnung ist einfach eine Asthöhle. Um die sich allerdings gerade ein halbes Dutzend Vögel zankt.

Bilderwelten

Wir sind in Orchha, das ist ein Ort, den man nicht kennen muß. Oder vielleicht doch, denn es gibt hier einen Palast mit allerlei interessanten Details, vor allem Fresken. Über unseren Köpfen entfaltet sich eine hinduistische Welt mit Fabelwesen, Blumen, Elefanten und noch vielem anderen. Die Treppenstufen hinauf in die oberen Gemächer erweisen sich als steil. Den Affen ist’s egal. Auch Sittiche und Geier haben sich die Türme und Zinnen zum Lebensraum erkoren.

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Zur Zeit ist hier Frühling, insbesondere ein Baum mit orangeroten Blüten prägt das Landschaftsbild. Die Felder sind zum Teil schon abgeerntet, auf den meisten aber wiegt sich noch das reife Korn im Wind. Auf der langen Busfahrt hierher besuchten wir ein Bauerndorf, durften sogar in die Häuser sehen. Die Kinder begeistern sich für unsere Kameras, die Erwachsenen eher für unsere Rupien. Es sei ihnen gegönnt. Denn die Menschen hier leben von der Hand in den Mund. Der gesamte Niederschlag fällt innerhalb von zwei Monaten, danach gibt es bis zum nächsten Monsun nur noch Grundwasser. Was nicht bewässert wird, zerfällt zu Staub.

Wer möchte, kann der Abendzeremonie im Tempel beiwohnen. Die Gläubigen stimmen ein Lied an, dann reihen sich geduldig ein und überreichen der Gottheit ihr Opfer. Wir auch.