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Kein Zimmerservice

Im Sydney Boulevard Hotel bleibt, wenn der Gast sein „please tidy room” Schildchen nicht außen an die Türklinke hängt, das Zimmer einfach ungereinigt. Kein Handtuch, keine gespülten Tassen und Gläser, ja noch nicht einmal Klopapier. Und sie finden das völlig in Ordnung so, schließlich hätten wir ja kein Room Cleaning angefordert. Eine böse Überraschung, die sich noch kein Hotel in keinem Land der Welt jemals erlaubt hat. Natürlich ist abends um 18 Uhr auch kein Reinigungspersonal mehr im Haus, ein Hotelangestellter bringt uns das Benötigte.

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Unsere Bustour glich heute abschnittsweise einer Odyssee. Weil an der Haltestelle beide Touren, die City- und die Bondi-Tour starten und der Sightseeing-Bus gerade daherkommt, als wir vor das Hotel treten, lassen wir uns vom Werbeaufdruck irreführen und sitzen prompt im falschen Bus. Aber wie kommen wir jetzt in den richtigen? Dort, wo die beiden Linien sich schneiden, geht es nicht, mangels Haltestelle. Wir müssen bis zum Umsteigepunkt mitfahren, der richtige Bus fährt auf Sichtweite vor uns. Eigentlich eine sichere Sache, aber unser Driver fährt mit deutlich weniger Elan als sein Kollege, und als wir schließlich am Umsteigepunkt eintreffen, ist der andere Bus schon wieder weg. 30 Minuten warten? Nein länger, denn der nachfolgende hat Verspätung. Mit Touristen, die im voraus bezahlt haben, kann man’s ja machen. Ein Gutes hat der ungeplante Aufenthalt freilich: der durchziehende Regenschauer erwischt uns nicht während der Fahrt, und so nimmt die Tour hinaus zum Bondi Beach einen viel angenehmeren Verlauf.

Die andere Tour, die sich City nennt, hatten wir nämlich heute früh schon, mit Unterbrechung am Opera House, wo wir Punkt 11 Uhr zusammen mit ein paar anderen Deutschen eines der faszinierendsten Bauwerke der Architekturgeschichte erleben durften. Die bekannten „Segel” bilden nur die äußere Hülle, der eigentliche Konzertsaal ist quasi ein Gebäude im Gebäude. Es gibt deren zwei, einmal mit 2700 Plätzen und einmal mit 1500. Da unsere Oper im kleineren Saal zur Aufführung kommt, buchen wir flugs noch ein Konzert für den anderen Saal dazu.

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Rundwanderung durch Sydney

Der Weg vom Boulevard Hotel zum Darling Harbour, wo wir unseren Voucher für den Attraktionenpaß (iVenture) einlösen können, führt schnurstracks die Straße hinunter, in der auch das Hotel liegt. Zur Rechten gibt es einen Supermarkt, zur Linken gleich nach dem Hyde Park einen Geldautomaten, der EC-Karten akzeptiert. Aber nur die mit dem Maestro-Zeichen. Gut, daß ich bei der Sparkasse bin und nicht mehr bei der Postbank.

Direkt am Darling Harbour befindet sich das Sea Life. Hier können wir unsere Karte gleich zum ersten Mal einsetzen. Das Aquarium ist einzigartig, es geht durch mehrere gläserne Tunnel, wir wandeln inmitten von Rochen, Haien und allerlei anderem Meeresgetier. Und es gibt eine Pinguinwelt mit künstlichem Eis, damit die sympathischen kleinen Frackträger sich wie zuhause fühlen. Auch eine Seekuh halten sie hier, alle paar Minuten taucht sie kurz auf. Nein, nicht zum Melken. Aber eine Seekuh muß zwischendurch atmen.

Vom Hafen zum botanischen Garten kommen wir am Queen Victoria Building vorbei, einem Kaufhaus im viktorianischen Stil. So manches ehrwürdige Gebäude duckt sich heute in den Schatten der ringsum hochgewachsenen Wolkenkratzer.

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Der botanische Garten ist weitläufig und bietet schöne Blicke hinüber zum Opera House. Leider sorgt ein Discoschiff in der Bucht für eine gräßliche Geräuschkulisse.

An der Oper erwerben wir Karten für die geführte Tour in das Allerheiligste der australischen Musikwelt. Sie findet morgen um 11 Uhr statt, auf deutsch. Unsere Attraktion Nummer zwei. Um hinzukommen, werden wir das Ticket für den Sightseeing-Bus einsetzen, die Attraktion Nummer drei. Insgesamt sind sieben von 40 Zielen auf dem Flexipaß.

Müde und abgekämpft erreichen wir den Supermarkt gleich neben dem Hotel. Hier gibt es Selbstbedienungskassen: man hält die Artikel unter den Scanner, bezahlt die Endsumme, und fertig.

Am Abend zeigt sich ein zarter Regenbogen über dem Hafen. Das Kreuz des Südens und all die anderen Sterne verstecken sich aber hinter Wolken.

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Der Weg zur Oper

Schöner kann der Ausblick aus einem Hotelzimmer in Sydney nicht sein: direkt zu unseren Füßen liegt der Botanische Garten, dahinter zeigen sich die Segel des berühmten Opera Houses, und zur Linken erhaschen wir gerade noch noch einen Blick auf die Harbour Bridge. Es ist zugleich auch die längste Anreise zu einer Opernaufführung, die wir je hatten. Noch weiter weg wäre schon wieder kürzer, von der anderen Seite der Weltkugel her.

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Die Cathay Pacific (CX) ist eine Fluggesellschaft, die ihre Gäste gut verpflegt. Die erste Mahlzeit, serviert mittags nach dem Abflug, war praktisch das Abendessen, denn nach 10½ Stunden war ja in Hongkong schon wieder früher Morgen. Weitere 9 Flugstunden später ist jetzt bereits wieder später Abend, man verliert auf dem Weg nach Australien ganze 10 Stunden, was dann zusammen knapp eineinhalb Reisetage ergibt. Viermal beengt essen, viermal Plastikbesteck, einmal Nürnberger Saussages, die weder Brat- und schon gar nicht Rost- waren, dafür aber mit Pilzen serviert wurden. Und einmal Gnotschi. Natürlich spricht man das anders aus, aber das chinesische Personal kann ja nicht alle Weltsprachen beherrschen.

Es gäbe noch so viel zu erzählen. Von der falschen Paßnummer auf dem Visum zum Beispiel und von der omnipräsenten CX-Mitarbeiterin, die das Problem schnell und kompetent lösen konnte. Vom Umsteigen in Hongkong, wo man erst einmal weit und breit keinen Hinweis findet, in welcher Richtung sich das gewünschte Gate befindet. Das unsere fanden wir am genau gegenüberliegenden Ende des weitläufigen Flughafens. Zum Glück haben sie einen U-Bahn-Shuttle zwischen den beiden Gebäudeflügeln. Ein Rätsel bleibt auch, warum der USB-Ladeanschluß am Onboard-Entertainment-System unseres Fliegers das iPad nicht lädt, das iPhone aber schon. Oder warum man wohl in der Reihe 48 weiter vorne sitzt als beim vorherigen Flug in der Reihe 42, obwohl es sich beide Male um den gleichen Flugzeugtyp, nämlich eine Triple-Seven, handelt.

Unser Hotelzimmer hat die Nummer 1912 und befindet sich, wie sollte es anders sein, im 19. Stock. Deshalb auch die schöne Aussicht auf Opera House und Harbour Bridge. Morgen werden wir sie bei Tageslicht genießen können.

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