Botanischer Garten Villa Taranto

Das Städtchen Verbania und sein botanischer Garten, der schönste weit und breit, liegen etwa 13 Kilometer vom Quartier entfernt, und man braucht etwa eine halbe Stunde, um den großen Parkplatz vor dem Garten zu erreichen. Der Parkplatz ist aber voll. Und nun? Im Hof des Gartens, gleich hinter dem großen schmiedeeisernen Tor, stehen ebenfalls Autos, man muss nur hineinfahren und sein Auto in einen der beiden noch freien Stellplätze rangieren. Fertig.

Rechts vom Kassenhäus’chen führt ein breiter Weg mitten in den Garten hinein. zur Linken locken die Rhododendren, zur Rechten das Tulpenlabyrinth, und es fällt schwer, sich für eines von beiden zu entscheiden. Am Ende gewinnen die Tulpen. Verirren kann man sich hier nicht, dafür ist die Anlage zu übersichtlich. Aber man kann sich schier verlieren zwischen all den exotischen Blütenformen. Es gibt welche, die an Vogelfedern erinnern, an Rucola oder gar an weiße Brautkleider. Und es gibt sie in nahezu allen Farben des Spektrums. Was für eine Pracht, der mit den vielen Kamelienbüschen in dieser Ecke des Gartens sogleich eine weitere folgt. Vorbei am Victoriahaus, das zu dieser Jahreszeit noch ein leeres Becken zeigt, gelangen wir zum Fontänenbrunnen und wenden uns nun dem Weg zu, der uns an zahllosen Magnolien, Rhododendren und anderen exotischen Sträuchern hinauf in den oberen Garten führt.

Der geometrisch angelegte Garten wartet mit kleinen Wasserflächen auf, in denen ein Zierbrunnen munter dahinsprudelt, und wo auf kleinen Podesten Blumenschalen mit der Bepflanzung der umliegenden Beete konkurrieren. Über dem jenseitigen Rand des Gartens fällt der Blick auf eine Villa und in weiter Ferne auf eine Kette von schneebedeckten Berggipfeln. Umgeben ist das alles von einem kleinen Graben, der zwar mit einer niedrigen Kette vom Weg abgegrenzt ist, aber kein echtes Hindernis darstellt. Der Parkaufseher ist allerdings ganz anderer Meinung und bittet uns höflich aber bestimmt, diesen Bereich wieder zu verlassen. Keine Frage: wir haben das schöne Bild, das Garten und Pescatore-Statue vom Hügel aus bieten, gestört. Soll nicht wieder vorkommen. Nachdem wir das Bild für einige Zeit auf uns haben wirken lassen, wenden wir uns dem nächsten Gartenteil zu, wo ein großer und seltsam geformter Baum unser Interesse weckt: es ist der bekannte Taschentuchbaum, dessen Blüten so aussehen, als hingen unzählige weiße Papierfetzen in seinen Ästen.

Auch hier oben weiß man kaum, wo man zuerst hinschauen soll, und wir halten uns hier eine ganze Weile auf, ehe wir den langen Belvedereweg mit seinen Ausblicken auf Stadt und See wieder hinunterlaufen und uns abschließend noch dem Mausoleum zuwenden. Hier hat der Gründer des Gartens, Capitano McEacharn, inmitten seines Lebenswerkes die letzte Ruhe gefunden.

Auf dem Rückweg zum Quartier decken wir uns im Conad-Markt mit Lebensmitteln ein, denn morgen ist Ostersonntag. Zu unserer Überraschung hatten übrigens auch gestern alle Läden geöffnet, denn in Italien ist der Karfreitag ein ganz normaler Arbeitstag, an dem auch ein hilfsbereiter Handwerker zu uns in die Ferienwohnung gekommen wäre, hätte der Kühlschrank nicht von ganz allein seine Lebensgeister wiedergefunden.

Am Berg gegenüber scheint ein Brand ausgebrochen zu sein, denn es steigen Rauchsäulen auf, wo keine sein sollten.

Category: Allgemein, Baveno 2026
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