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Nach dem Festival ist vor dem Festival

Der ziemlich perfekte Festivalbesuch neigt sich dem Ende zu, die Koffer sind gepackt, der Wunsch nach Wiederholung im kommenden Jahr geweckt. Ein Blick in das Programm für 2026 zeigt, dass es ein Zeitfenster gibt, in welchem die drei Operetten an drei aufeinanderfolgenden Tagen gegeben werden. Wollen wir auch das Quartier gleich wieder buchen? Wir wollen. Kurze Zeit später stehen wir im Reservierungskalender des Leprich.

Für die Fahrt zurück in die Heimat plane ich eine Stippvisite beim Fahrzeugmuseum. Dort zeigt man sich allerdings, was den Pressebericht für den Museenführer angeht, unkooperativ. Also kein Pressebericht. Schade.

Erneut nehmen wir in Richtung Passau nicht die Autobahn, sondern fahren quer durchs Land nach Haag am Hausruck und genießen auf kleinen und sonntags wenig befahrenen Straßen die herrlich spätsommerliche Landschaft. Die Tankstelle hat heute geschlossen, jedoch gibt es einen Automaten. Superbenzin ist in Österreich übrigens immer E10.

Da wir genug Zeit haben, wollen wir uns Passau ansehen und verlassen für diesen Zwischenstopp die Autobahn bei Schirnding, wo wir auf erneut schmalen Straßen schon bald an ein gelbes Ortsschild kommen, samt Bundesadler und Rautenwappen gleich daneben. Das ist alles. Einer engen Allee folgt ein steiles Gefälle mit einer Kehre, von der aus man einen schönen Blick auf den Dom hat. Dann eine Brücke. Über den Inn. Dann eine weitere Brücke. Über die Donau. Dann eine dritte. Über die Ilz. Spätestens jetzt sollte uns das Navi hinauf zum Oberhaus führen, denn dessen Museum hatte ich als Ziel eingegeben. Stattdessen fordert uns die freundliche Stimme auf, das Auto zu parken und ab hier zu Fuß weiterzugehen. Offenbar meint sie den Fußgängertunnel, der unter der Burg hindurchführt. In Punkto Aussicht ist das ein recht unersprießlicher Vorschlag, also fahren wir weiter und beschließen, Passau ein anderes Mal zu besuchen.

Die weitere Heimreise verläuft ereignislos, wenn man vom Stau bei Velburg absieht, den wir aber umfahren können, indem wir uns quer durchs Land nach Neumarkt und zur B8 durchschlagen.

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Auf den Schafberg

Endlich ergibt es sich, dass wir an der Rezeption die 306 Euro bezahlen können, die das Leprich für die drei Nächte mit Frühstück von uns haben will. Wir fühlen uns hier sehr wohl und hätten wirklich keine bessere Wahl treffen können.

Für heute haben wir uns einen Ausflug auf den Schafberg oberhalb von St. Wolfgang vorgenommen. St. Wolfgang, klingelt da nicht etwas? Nun, das „Weiße Rössl“ lassen wir zunächst einmal links liegen und wenden uns der Zahnradbahn-Talstation zu. Natürlich sind wir nicht die einzigen, die heute dort hinauf wollen, passen aber noch bequem in den nächsten abfahrenden Zug. Schade, dass er von einer Diesellok geschoben wird, eine Dampflok, wie sie auch in der modernen Bahnhofshalle ausgestellt ist, wäre uns natürlich lieber gewesen. Allmählich füllt sich nun auch der Zug auf dem anderen Gleis, und führe er vor uns ab, könnten wir das dampfgetriebene Antriebsgestänge in Aktion bewundern. Natürlich sind wir aber als erste an der Reihe. Bei großem Andrang bilden immer zwei Züge einen kleinen Konvoi, denn das verdoppelt den Durchsatz an wenigen Ausweichstellen der ansonsten eingleisigen Strecke.

Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt durch die nach oben hin zunehmend attraktivere Berglandschaft. Oben angekommen zeigt sich, dass die Fahrt im vorderen Zug einen unschlagbaren Vorteil hat: man kann aussteigen, nach hinten gehen – und die in kurzem Abstand nachfolgende Dampflok heraufdampfen sehen.

Wenden wir uns nun aber der herrlichen Aussicht zu: vor unseren Füßen breitet sich der Wolfgangsee aus und darüber, heute leider etwas dunstig, das vergletscherte Dachsteinmassiv. Um auch das nordseitige Panorama genießen zu können, müssen wir ein Stück weit hinaufsteigen zum Gipfelhaus. Der Blick, der sich uns von dort oben bietet, ist geradezu zauberhaft: die große Wasserfläche im Vordergrund ist der Mondsee, zur Rechten blicken wir auf den Attersee, und aus der Ferne grüßen weitere Seen zu uns herüber, zusammen mit der kleinen Lache direkt unter der Steilwand muss es sich wohl um ein ganzes Dutzend handeln. Zwischen alledem liegt die steile Klippe des Schafbergs.

Erstaunlicherweise finden wir etwas abseits der Gebäude eine Bank mit noch zwei freien Sitzplätzen. Hier beobachten wir nun ebenso gelassen wie genüßlich die vielen internationalen Gäste, die sich den Gipfelgenuß mit uns teilen. Es sind vor allem die Chinesinnen, die durch sorgfältig verhüllte Halspartien, voluminöse Sonnenbrillen und herrlich unpassendes Schuhwerk auffallen. Allerliebst sind auch die Kleinkinder, wie sie lernen, auf steinigen Wegen zu laufen. Denn früh übt sich, wer es später einmal dem Opa gleich tun will.

In der Sonne sitzen macht hungrig und vor allem durstig. Oben am Gipfelrestaurant verkauft eine Bude kleine Mahlzeiten zu einem nicht ganz so kleinen, dennoch aber moderaten Preis: Gulaschsuppe aus dem Becher, Wiener mit Kartoffelsalat und zwei Getränke kosten zusammen rund 20 Euro.

Ob wir uns noch einmal neben das Gleis stellen, wenn wieder ein Dampfzug heraufkommt? An den Bahnsteig müssen wir ja sowieso, denn wir haben für unsere Talfahrt eine feste Zeit. Da stehen wir nun also, hören den Zug aus dem Tunnel kommen … schade, es ist ein Dieselzug. 20 Minuten später kommt aber schon der nächste, und dieses Mal haben wir Glück. Jetzt wird es aber höchste Eisenbahn für unseren eigenen Zug, damit wir am Fenster sitzen und nicht irgendwo in der Mitte. Es darf nämlich kein Platz frei bleiben, außer in der obersten Reihe, denn es könnten ja noch Leute an der Mittelstation zusteigen. Und so ist es dann auch.

Unten im Tal laufen wir noch ein Stück weit die Seepromenade entlang auf die Kirche zu, hinter der wir das Hotel Weisses Rössl vermuten. Zwar müssen wir schon bald auf die Autostraße ausweichen, aber der Ortskern erweist sich dem Umgehungstunnel zum Dank als weitgehend autofrei. Und da ist es auch schon: in weißer Schrift auf rotem Grund stehen Noten und Text der bekannten Zeile an den Giebel geschrieben, derzufolge hier das Glück vor der Tür stehen soll. Zu sehen ist es aber nicht, das Glück. Nur ein parkendes Auto, und dann noch eines. Sehr schön ist übrigens auch die Seeterrasse ein paar Meter weiter sowie die Kirche, deren gotisches Inneres ungewohnt farbig ist. Und sie haben eine Uhr an die Decke gemalt. Die zeigt aber nur zweimal am Tag die richtige Zeit an.

Jetzt noch für 14 Euro das Auto ausgelöst, dann können wir den Tag abschließen und zum Abend übergehen, den wir – wen wundert‘s? – wieder mit einer Operettenvorstellung zubringen. Noch einmal ergattern wir den nun schon gewohnten Parkplatz am Traunkai, noch einmal heben wir zur Feier des Tages zwei Piccolos (oder heißt es Piccoli?), noch einmal nimmt genau vor mir der verliebte Sitzriese Platz. Nein, es ist nicht derselbe wieder wie gestern, aber auch er hat eine kuschelbedürftige Freundin, die mir die Sicht nimmt. Als sie nicht damit aufhört, tippe ich ihr auf die Schulter und deute mit einer Handgeste mein Problem an, denn man will ja nicht durch Flüstern die Vorstellung stören wie die Dame rechts hinter mir, die ihrem Kind immerzu die Bühnenhandlung erklärt. Oder die beiden Mädchen zur Linken, die sich Getränke migebracht haben und den Orchesterklang durch eine klirrende, weil mit den Füßen umgestoßene Flasche bereichern.

Im heutigem Stück „Orpheus in der Unterwelt“ hat sich leider der Zeitgeist breit gemacht und beschert uns in der Rolle der Öffentlichen Meinung eine nervige Influencerin. Das ist anfangs, als sie die Zuschauer als Follower des Regisseurs identifiziert, noch ganz lustig, später wird es dann aber richtig politisch, und wir bekommen eine Demo im Olymp zu sehen, mit hochgehaltenen Transparenten und allerlei Anspielungen auf den Clown im Weißen Haus. Nun ja, den berühmten „Can Can” noch sehen zu wollen hilft uns über die Pause hinweg, und wir bleiben bis zum Schluss.

Es ist eine wunderschöne laue Sommernacht heute, mit bunten Fontänen im Kurpark und dem Vollmond über der Richard-Tauber-Villa. Die Strecke nach St. Agatha fahren wir nun schon zum fünften Mal und kennen die Radarfallen, die in Österreich vom Navi angesagt werden und somit gar keine Fallen sind, allesamt auswendig. Und ebenso die Stelle, wo wir in den Parkplatz hinter dem Haus einbiegen müssen. Er ist ziemlich voll heute, aber wir klemmen uns noch irgendwo an den Rand.

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In die Berge, wörtlich genommen

Der Frühstücksraum sieht einladend aus, die Zweiertische sind mit den Zimmernummern gekennzeichnet. Unser Platz ist der schönste: direkt am Ostfenster, wo bereits die Sonne hereinlacht. Es gibt ein liebevoll hergerichtetes Buffet mit frischer Butter und landestypischen Marmeladen, alles ist frisch, nichts aus der Konserve. Aber ist das Ei nun weich oder hart? Nun, der Löffel erweist sich als ebenso überflüssig wie der Eierbecher. Und die Tomaten heißen hier Paradeiser.

Heute wollen wir in die Berge gehen, was hier im Salzkammergut wörtlich genommen werden darf, denn hier ganz in der Nähe befinden sich die berühmten Dachsteinhöhlen, allen voran die Rieseneishöhle. Um sie zu besuchen, vertraut man sich am besten der Krippenstein-Seilbahn an. Sie besteht aus drei Abschnitten, auf dem ersten gelangt man in die Nähe der beiden Höhlen, der zweite führt dann hinauf zum Gipfel und der dritte wieder ein Stück weit hinab aufs Felsplateau.

So ganz bleibt einem der Aufstieg zum Höhleneingang aber dann doch nicht erspart, denn es gilt noch einen etwa viertelstündigen Weg zu bewältigen. Gemächlich geht zwar anders, wir schaffen es aber dennoch auf die Minute pünktlich. Oder, anders ausgedrückt: gerade noch rechzeitig, um mitzubekommen, dass sich der Führungsbeginn um 10 Minuten verzögert. Halb so schlimm: viel schwerer wiegt, dass wir nicht mit den 500 Treppenstufen im Inneren des Berges gerechnet haben. Und so muss die Liebste, für die das zu anstrengend wäre, leider draußen bleiben. Warum bitte verrät man das nicht schon am Ticketschalter?

Die Grotte ist nicht durchgehend beleuchtet, es heißt also zusammenbleiben, will man nicht plötzlich im Dunkeln stehen. Zwar hülfe einem dann die Taschenlampe weiter, die ja heute jeder im Handy mitführt, aber es gibt zwischen den Schauräumen auch massive Eisentüren. Warum? Weil es drinnen kalt bleiben soll.

Der erste große Höhlenraum ist zugleich der tiefstgelegene. Am tiefsten Punkt hat man offenbar ein Höhlenbärenskelett gefunden, zumindest liegt eines dort. Der Bär selbst geistert nicht nur als Schatten über die Höhlenwände, es gibt ihn auch als bewegliche, furchterregend brüllende Puppe. Den Kindern in der Gruppe gefällt das sicher.

In der nächsten Halle, die wir über den bewußten Treppenanstieg erreichen, ist die Luft deutlich kälter und fühlt sich durch den Gegenwind an, als träte man in einer eisigen Nacht hinaus ins Freie. Eisig ist genau das richtige Stichwort, denn vor uns türmen sich nun gewaltige Tropfsteine aus Eis. Sie sind kleiner geworden als noch vor ein paar Jahren, der größte von ihnen ist von 15 auf nur noch sieben Meter zusammengesackt – eine Folge des Klimawandels oder vielleicht auch der Wärme, die über die vielen Besucher in die Höhle gelangt. Hier im Parsivaldom werden sogar hin und wieder Konzerte gegeben, mit klammen Fingern vermutlich. An gewöhnlichen Tagen kommt die Musik nur aus Lautsprechern. Und um eine naheliegende Vermutung zu entkräften: nicht Parsivalklänge erfüllen den wechselnd bunt erleuchteten Höhlenraum, sondern Zarathustra.

Die eindrucksvollste Eismasse befindet sich im letzten, dem Tristandom. Man überquert sie auf einer Hängebrücke, von der aus man in die kalte Tiefe schauen kann, als überquerte man eine Gletscherspalte. Auch hier gibt es Musik, auch hier wird das Eis in wechselnden Farben angeleuchtet.

Der etwa einstündige Rundgang geht hier nun zu Ende, durch eine letzte Türe gelangt man wieder hinaus und kann ein Stück weiter unten den Eingang mit den wehenden Fahnen ausmachen. Und am Berg gegenüber den Eingang zur Mammuthöhle. Um dorthin zu gelangen, heißt es zunächst zur Mittelstation hinab- und drüben wieder hinaufsteigen. Nicht ganz so weit hoch, aber immerhin.

Namensgeber der Mammuthöhle war keineswegs ein Mammut, denn die gab es am Dachstein nicht. Die Entdecker wollten damit lediglich ausdrücken, wie groß diese Höhle ist. Bücken muss sich hier jedenfalls niemand, außer vielleicht am Eingang. Zusammen mit der Gruppe durchstreifen wir verschiedene Hallen, eine eindrucksvoller als die andere. Eis gibt es hier freilich keines, dafür aber die lebensgroße Gestalt eines Höhlenforschers, der sich an einem Seil von der Decke herabläßt. Welche der Höhlen die schönere ist? Eigentlich beide.

Während wir zur Mittelstation hinablaufen, schwebt eine der Gondeln des zweiten Seilbahnabschnitts über uns hinweg. Dort hinauf wollen wir natürlich auch noch, denn vom Krippenstein aus hat man einen wunderschönen Blick hinüber zum Dachsteingletscher. Vielleicht vorher noch erkunden, wohin die dritte Etappe führt? Dort hinunterzuschweben ist zwar schön, aber die Aussicht war oben besser. Und so kehren wir dorthin zurück und bewundern noch ein Weilchen die Alpenrosen und Enziane in der Umgebung der Gipfelstation, ehe wir uns schließlich, nicht ohne vorher noch auf halber Höhe einen Blick ins Höhlenmuseum geworfen zu haben, wieder dem untersten Seilbahnabschnitt zuwenden, der uns hinab zum Parkplatz bringt – und dann hinein ins heiße, weil in der prallen Sonne stehende Auto.

Auch hier arbeitet man mit automatischer Kennzeichenerfassung, allerdings muss man dem Kassenautomaten vorher durch Eintippen kund tun, für welches Auto die 5 Euro Parkgebühr gedacht sind.

In Bad Ischl, wo wir heute unsere zweite Operettenvorstellung genießen können, machen wir es uns heute leichter und steuern nicht den Parkplatz an, sondern fahren ein Stück weit an der Traun entlang, wo wir letztes Jahr vollig kostenlos parken konnten. Und tatsächlich ist an derselben Stelle auch heute wieder eine Parklücke frei. Dieselbe wie vor einem Jahr! Was für ein schöner Zufall. Über die Fußgängerbrücke ist es nur ein kurzer Weg hinüber in den Kurpark, wo wir uns sogleich nach einem kleinen Imbiß umtun.

Vielleicht am „Börni Burger“ überschriebenen Standl, das so exotische Grill- und Börgerspezialitäten wie Hämbörger, Salzbörger, Zigeunerbörger oder Habsbörger anbietet? Unsere Wahl fällt auf die letzteren beiden, und wir lassen uns Teller und Besteck dazu geben. Den Aperitiv gibt es freilich erst hinterher, wollen wir doch die Zeit bis zum Beginn der Vorstellung wieder wie gestern auf einer lauschigen Bank im Kurpark zubringen. Doch sind die beiden bei Billa erstandenen Piccolos gerade einmal halb geleert, als vom Kurhaus herüber eine Stimme ertönt: Liebe Gäste, in fünf Minuten beginnt der Einführungsvortrag! Wie denn, eine halbe Stunde früher als gestern? Es hilft nichts, die beiden Flaschen müssen in meine Hosentasche mit dem Ergebnis, dass ich mich beim Hinaufgehen wie ein Westernheld fühle.

Auf dem Programm steht heute die premiere eine Lehar-Operette, die nur sehr selten aufgeführt wird: Die blaue Mazur. Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Komponist die Geschichte um eine zunächst unglückliche Ehe mit meisterhaften Melodien umrahmt. Namensgeberin ist der polnische Volkstanz Mazurka. Und auch das Bühnenbild läßt keine Wünsche offen.

Allein ein kleines Detail trübt ein wenig den Genuß: vor mir hat ein Sitzriese mit verliebter Freundin Platz genommen. Spielt letzteres denn eine Rolle? Und ob, denn zu meinem Leidwesen lieben die beiden es, während der Vorstellung immer wieder die Köpfe zusammenzustecken, auf Kosten meiner ohnehin schon recht schmalen Blickachse. Nun ja, wir haben es heute zum Glück mit einer halb-szenischen Vorstellung zu tun, bei der das Orchester die Bühnenmitte füllt und die Darsteller links und rechts daneben agieren. Das geht dann schon ganz gut, und es ist ja auch schon das Zuhören ein Genuß.

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Lehar-Festival 2025

Die Karten für das diesjährige Lehar-Festival hatten wir lange im voraus gebucht, und ebenso unsere Unterkunft, denn im August sind im Salzkammergut die freien und bezahlbaren Zimmer rar. Unsere Wahl fiel dieses Mal auf die Pension Leprich in St. Agatha, einem Ortsteil von Bad Goisern, denn hier sind wir genauso nah an Hallstatt wie an Bad Ischl.

Die ideale Strecke dorthin führt über Passau und dann aber nicht auf der Autobahn A8 bis weiter nach Wels, sondern quer über den Hausruck und nach Vöcklabruck, wo wir wieder auf die dann schönste Strecke treffen, nämlich am Traunsee entlang in die Berge hinein. Vorher suchen wir aber noch unsere Lieblings-Tankstelle in Haag auf.

Summa summarum führt uns das Navi in rund viereinhalb Stunden, von kurz vor 10 bis kurz nach 2 Uhr, schnurstracks bis zur angegebenen Adresse. Dort sieht es aber ganz und gar nicht nach Pension aus. Des Rätsels Lösung: ich hatte bei der Hausnummer eine Ziffer ausgelassen. Das Leprich wäre schon vorne an der Straße gewesen, großes Schild inklusive.

Im Haus gilt Self-Check-in, der Zimmerschlüssel liegt auf dem Tresen. Es ist ein sehr schönes Zimmer mit wenig Steckdosen, aber großem Ostbalkon. Allzuviel Zeit, ihn zu genießen, bleibt uns allerdings nicht, denn unsere erste von drei Operettenvorstellungen findet ja schon heute abend statt. Was zieht man an bei dieser Wärme? Ich entscheide mich für ein langärmliges Hemd, das ich notfalls hochkrempeln kann. Notfalls? Nein, besser doch von Anfang an.

Vorher muss aber noch das Auto auf den Parkplatz neben dem Kongreß- und Theaterhaus. Papiertickets gibt es hier nicht, beim Einfahren wird mir meine Autonummer auf dem Display gezeigt. Und wo steht der Kassenautomat? Es gibt keinen, klärt uns der ortskundige Parkplatznachbar auf. Sie zahlen an der Ausfahrt mit ihrer Bankomat-Karte, dann öffnet sich die Schranke. Na, hoffentlich funktioniert das, sonst blockieren wir die einzige Ausfahrt.

Eigentlich hatten wir mit einem Kurpark voller Imbißbuden gerechnet, so wie im vergangenen Jahr. Die gibt es heuer aber nicht. Zum Glück ist man in Bad Ischl aber ja nie weit vom Zentrum mit der Fußgängerzone weg, und dort findet sich ein Billa-Markt, der Topfengalatschen verkauft. Was das ist? Nun, Topfen ist das österreichische Wort für Quark, und Golatschen sind Teigtaschen. Die zeitgleich erstandenen Getränkedosen bringen wir ins Auto, das ja zum Glück direkt neben dem Theaterhaus parkt.

Wir sitzen in der drittletzten Reihe, also mit relativ großem Abstand zur Bühne. Seitliche Ränge gibt es hier nicht. Die Operette heißt „Eine Nacht in Venedig“, wurde komponiert von Johann Strauß und steckt voller bekannter Melodien. Die Handlung zu schildern würde den Rahmen dieser Geschichte sprengen, daher nur so viel: es ist eine Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit allerlei Liebesverwirrungen.

Das Verlassen des Parkplatzes gestaltet sich wie erwartet etwas chaotisch, aber zum Glück steht ein Helfer neben der Schranke.

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