Tropenglück

Damit der Gast auch weiß, welche Köstlichkeiten ihm da Abend für Abend unter wechselndem Leitmotto angeboten werden, sind die Gerichte in den gängigsten Weltsprachen beschildert, nämlich auf französisch, englisch, italienisch und deutsch. Was um alles in der Welt meinen die bitte mit „Anbratenrindfleisch“? Ah ja, Roast Beef.


Wenn man Glück mit dem Wetter hat, sind für das Frühstück auch die Tische auf der Terrasse eingedeckt, insbesondere jene ganz nah am Strand, wo man den Boys beim Zusammenrechen der Blätter zuschauen kann. Heute haben wir sogar doppeltes Glück, denn die Szenerie wird von einem wunderschönen Regenbogen überspannt.

Auch unser kleiner Webervogel hat Glück, denn wir haben ihm ein Stückchen Baguette mitgebracht. Ohne Scheu kommt er an den Balkontisch, zwitschert uns einen Gruß, pickt sich seine Mahlzeit zusammen, verschwindet dann in Richtung Kokospalme – und ist 10 Minuten später wieder da. Ein ebenfalls sehr an unseren Brotkrümeln interessierter Spatz wird von ihm sogleich mit kräftigen Schnabelhieben attackiert. Gerne hätte der Rotgefiederte auch noch einen Kartoffelchip, so groß wie er selbst, abgeschleppt. Nein, kleiner Freund, Gewürzt-Gesalzenes ist kein gutes Vogelfutter.

Regenzeit

Drüben in den Black River Gorges geht, während wir uns am schönsten Sonnenschein erfreuen, ein kräftiger Regenguß nieder. Schön, wenn man auf der Liege liegend den Wolken beim Abregnen zuschauen kann. Hier in den Tropen bleiben sie ja meist längere Zeit an derselben Stelle stehen. Jetzt regnet es aber auch zwischen uns und dem Ort auf der anderen Seite der Bucht. Auch um uns herum fallen ein paar Regentropfen. Und dann ist der Spuk auch schon vorbei.

Der nächste Schauer könnte uns eigentlich den Gefallen tun und ebenfalls über dem Meer abregnen. Tut er aber nicht, und wir müssen samt Siebensachen unter ein festes Dach flüchten. Ähnlich abwechslungsreich geht es den ganzen Tag weiter. Es herrscht halt Regenzeit.

Um 5 Uhr hat die Flut ihren Höchststand, und dann wollen wir endlich mal nach Afrika schwimmen. Zumindest ein Stück weit. Ein halber Meter Wassertiefe entscheidet, ob man Badeschuhe braucht oder nicht. Bei Flut kann man über die Korallensteine hinweg schwimmen. Der vom Regen angeschwollene Fluß hat allerdings massenhaft Blätter und Äste ins Wasser getragen. Egal, ist ja alles Natur.

Der kleine rote Webervogel hat sich vor lauter Begeisterung für seine neue Futterquelle ins Badezimmer verflogen. Aber jedes Mal, wenn er wieder hinaus will, kommt ihm von jenseits des Spiegels so ein Dödel entgegen geflogen, und sie stoßen zusammen. Kann der andere denn nicht ausweichen?

Unser Betreuer Berty, ein waschechter Mauritier mit Bergführer-Vergangenheit, lädt uns noch ein letztes Mal auf einen Kaffee an die Poolbar ein. Schade, daß wir in drei Tagen von hier weg müssen, wir haben sie alle lieb gewonnen: die dürre Platzanweiserin, die freundlichen Kellner, die Chefin vom Dienst, die unsere Zimmernummer auswendig kennt, die frechen Spatzen, und ganz besonders natürlich unseren kleinen Webervogel.

Komfortzonen

Regentropfen auf dem Früchstücksteller? Schnell, laß uns den Sonnenschirm aufspannen! Dummerweise habe wir uns einen ausgesucht, der klemmt. Zum Glück ist aber der Nebentisch frei. Samt aufgespanntem Schirm.


Die Spatzen scheinen heute besonders hungrig zu sein. Und erst recht ihre noch mutigeren Verwandten, die Webervögel. Wo der Spatz mit dem stibitzten Brösel rasch das weite sucht, verspeist der orangerotbauchige Madagaskarweber die Beute in aller Ruhe am Tisch. Und kommt dann nach 5 Minuten wieder, um nachzusehen, ob noch mehr da ist.

Zwar hört der Regen bald auf, aber nicht für lange. Zum Glück sind jedoch die Sonnenschirme am Pool so ausladend, daß sich darunter eine trockene Komfortzone bildet, groß genug für zwei Liegen und ein Tischchen. Denn es ist ja windstill. Und die lauen Tropfen dürfen ruhig ein wenig an den Füßen kitzeln. In den fallenden Regen sehen, ohne selbst naß zu werden, das hat etwas. Bei Wind sieht die Sache natürlich anders aus, und wir flüchten samt unserem Hab und Gut auf den Balkon.

Der Webervogel freut sich, daß er uns wiedergefunden hat. Und verteidigt unseren Balkon tapfer gegen die frechen Spatzen. So eine Krümelmahlzeit hält natürlich nicht lange vor, und er besucht uns wieder und wieder. Auch als schon lange nichts mehr da ist.

Ob es morgen wohl etwas trockener bleibt?

Katamaran

Gestern ist nicht viel passiert, außer ein paar Regenschauern, udaß der Zimmersafe sich nicht mehr öffnen ließ. Das eingeschlossene iPhone hatte wohl die Elektronik außer Gefecht gesetzt.


Unseren heutigen Ausflug hatten wir schon vor ein paar Tagen gebucht, da kann einem natürlich das Wetter einen Streich spielen. Und danach sieht es auch aus. Während des Transfers vom Westen der Insel zur Ostseite, wo der Katamaran startet, jagt ein Regenschauer den nächsten. Aber dann reißt kurz vor dem Ziel eben doch der Himmel auf, und wir bekommen einen Einblick, wie hierzulande das Wetter gemacht wird. Die Bergkette entlang der Küste spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle.

Fast könnte man glauben, auf dem Chiemsee zu sein beim Anblick der gestuften Bergketten über dem klaren Wasser: unten grüne Felder, dann Wald und ganz oben felsige Grate. Nur daß am Chiemsee kein Zuckerrohr wächst und im Chiemsee keine Zebrafische leben. An einer besonders fischreichen Stelle gehen wir vor Anker, und wer will, darf eine der bordeigenen Schnorchel-Ausrüstungen anlegen und sich ein wenig zu ihnen gesellen. Das freut die Fische. Oder ist es vielleicht doch das über Bord geworfene Fischfutter?

Daß wir nicht das einzige Ausflugsschiff sind, zeigt sich an der Stelle, wo die Ufer immer weiter zusammen rücken, weil alles in die kleine Flußmündung hinein will, an deren Ende ein imposanter Wasserfall wartet. Das letzte Stück müssen wir allerdings im Motorboot zurücklegen, der Katamaran wäre für diese Passage viel zu breit. Direkt unterhalb der tosenden Kaskade hat immer nur ein Boot Platz, erst warten wir, dann warten die anderen auf uns. Dem Eindruck, den das Naturschauspiel hinterläßt, tut das keinen Abbruch.

Über den Katamaran wehen derweil Grilldüfte. Es gibt Spieße mit Fisch und Welche mit Hähnchen. Ein junges Paar mit Kind kommt aus Rhodesien. Das Land heißt heute offiziell Simbabwe, aber das sieht die weiße Minderheit wohl anders. Der anderen Familie am Tisch ist bereits mein Australien-Hut aufgefallen: ich scheine damit das Pendant zum Japaner in Lederhose zu sein. Immerhin hat aber die junge Frau in Wien gelebt und spricht deutsch. Eine wunderschön internationale Gesellschaft, im der jeder sich freut, wenn der andere ein paar seiner heimatlichen Highlights gesehen hat: Rothenburg, Neuschwanstein und Hofbräuhaus hier, Sydney Opera dort.

Wir gehen auf einem Inselchen an Land, wie die Passagiere der anderen Katamarane auch. Und legen nach etwa einer Stunde von dort wieder ab. Jetzt werden die Segel gesetzt. Die Höhe des Mastes ist wirklich eindrucksvoll, und ebenso die mit Windkraft erzielte Geschwindigkeit.

An Land wartet schon unser Taxi. Der Fahrer spricht vier Sprachen: Hindi, arabisch, französisch und englisch. Vorbei am Insel-Matterhorn gelangen wir Sonnenverwöhnte dieses Mal trocken ans Ziel. Und auch der Traffic hält sich, ganz im Gegensatz zur Hinfahrt, dieses Mal in Grenzen.

Osterwetter

Heute ist Ostern. Das Personal des Hotels hat sich viel Mühe gegeben. Auch mit dem Wetter. Es ist fast wolkenlos, vom Stammplatz am Pool schweift der Blick hinaus über die Bucht, wo sich heute kaum eine Welle kräuselt.


Das Buffet ist österlich dekoriert. Schokoladeneier wetteifern mit Hasen, Hühnern und allerlei anderen Motiven, teils schokobraun, teils bunt. Sogar einen eßbaren Eiffelturm haben sie aufgebaut, und von der anderen Seite grüßt ein Schokoladenbrunnen. Es gibt Lachs, und das Beef ist heute besonders zart.

Durch die Palmen grüßt der Vollmond. Ohne ihn würden wir die Milchstraße in ihrer vollen Pracht sehen, aber das Kreuz des Südens vermag er nicht zu überstrahlen und erst recht nicht Alpha Centauri. Der Orion liegt in diesen Breiten auf der Seite und sieht eher wie ein Schmetterling aus.

Zwischen den Palmen strahlen ein Hase und ein Ei um die Wette. Und die Band spielt afrikanische Rhythmen. Zumindest am Anfang, später fallen sie dann doch wieder in das bekannt nervtötende Einerlei zurück. Aber was solls, sie werden ja zum Glück nur bis 10 Uhr bezahlt.

Kreolische Rundfahrt

Wenn man in Deutschland etwas telefonisch bestellt oder reklamiert, kann es sein, daß man mit einem Call Center auf Mauritius verbunden ist. Stefan, unser Guide für die heutige Tour, ist ein waschechter Mauritianer, der fließend mindestens vier Sprachen spricht, was ihn sowohl für die bewußte Branche als auch für den Tourismus qualifiziert. Er ist, wie er freimütig erzählt, in einem Wellblechdorf aufgewachsen, hatte als Kind Kontakt zu einer österreichischen Diplomatenfamilie, lebte dann auch ein paar Jahre in Vorarlberg, bevor ihn schließlich das Heimweh übermannte. Mit ihm unterwegs zu sein öffnet Einblicke in die mauritianische Seele.

In die Schönheiten der Insel natürlich sowieso. Wir nehmen Abkürzungen über die Dörfer und halten an dem einen oder anderen Spot, an dem die Touribusse normalerweise achtlos vorüber fahren. An einem Friedhof zum Beispiel. Ein chinesisches Grab mit einem Kreuz: der Verstorbene hatte zwei Vornamen, einen chinesischen und einen europäischen. Die mit Flutlicht ausgestattete muslimische Abteilung: ein Moslem ist zwei Stunden nach seinem Ableben bereits unter der Erde. Auch mitten in der Nacht. Der Kremationsplatz der Hindus. Reiche Gräber, arme Gräber. Fürwahr ein bemerkenswerter Ort.

Ein frommer Hindu möchte einmal in seinem Leben in den Ganges steigen. Da der Ganges für die meisten Insulaner unerreichbar ist, hat ein kluger Priester Gangeswasser geholt und in einen kleinen See gekippt. Der Ersatz-Ganges erfreut sich seitdem größter Popularität. Auch bei den wilden Affen, die sich an den Opfergaben laben.

Wir erleben beeindruckende Aussichten auf Berge und Schluchten, einen Wasserfall, eine Stelle mit sieben verschiedenen Bodenfarben, wir bekommen quasi hautnah mit, wie schnell das Wetter auf Mauritius wechseln kann, wir genießen ein typisch kreolisches Mittagessen, wir erfahren aus erster Hand etwas über das Leben der einheimischen Bevölkerung, das soziale Gefüge, die Schule, mit einem Wort: ein unvergeßliches Erlebnis.


Die Musikband hat heute abend frei. Statt grauslichem Geschrei gibt es heute dezente Barmusik, so daß wir uns auf dem Balkon sogar unterhalten können.

Bucht mit Panorama

Der Vollmond verrät sich heute schon tagsüber, denn die Wellen reichen bei Flut bis hinauf an die ersten Sonnenschirme, wo wir geduldig-neugierig auf das Glasbodenboot warten. Und da kommt es auch schon. Sieben Erwachsene und ein Kleinkind klettern hinein, der Außenborder wird angeworfen, und es geht hinaus in die Bucht, vorbei an den Felsbarrieren und über die erste Brandungsfront hinweg in den Bereich der langen Dünung, die regelmäßig den Strand hinter einem Wellenberg verschwinden und wieder auftauchen läßt.


Auch etwas anderes ist überraschend aufgetaucht: ein dem Matterhorn nicht unähnlicher Bergzacken, der die Bucht beherrscht. Hochgebirge und Meer, alles auf einmal. Der Skipper ist ein wortkarger Mann, auf fränkisch würde man sagen „där red un dait nedd“. Wir fahren ein wenig hin, ein wenig her, dann geht es zurück zum Strand, und die Tour ist zu Ende. Fische haben wir keine gesehen.

Da unser TUI Betreuer gerade Sprechstunde hat, holen wir uns bei ihm noch ein wenig Rat und buchen einen weiteren Ausflug, hinaus ins ostseitige Riff. Dort werden wir dann hoffentlich auch auf Fische treffen.

Ob es heute einen schönen Sonnenuntergang gibt? Die Zeichen stehen gut, und wir laufen zu einer malerischen Stelle. Aber die Sonne verschwindet, statt als Feuerkugel im Meer zu versinken, hinter einer dicken Wolke. Dafür strahlt aber wenig später der Ostermond mit den fremden Sternbildern um die Wette.

Sonne, Meer und Palmen

Mauritius liegt bekanntlich in den Tropen, genauer gesagt 20 Grad südlich des Äquators. Wasserwirbel strudeln rechts herum statt links, und die Sonne geht zur Rechten auf und zur Linken unter, was die Schatten in eine unerwartete Richtung wandern läßt. Auch die Frage, ob der Mond gerade zu- oder abnimmt, erfordert einiges Nachdenken. In der Karwoche nimmt er natürlich zu. Und wahrscheinlich tun wir es ihm gleich.


Wo wird es wohl heute regnen? Drüben am Mourne kommt ein Schauer herab, ein weiterer über dem offenen Meer, aber der kleine Strand des Sands Hotels bleibt verschont. Regenzeit kann durchaus auch mit 10 Sonnenstunden pro Tag einher gehen.

Leider fällt aber unsere für heute gebuchte Tour mit dem Glasbodenboot aus. Der Meeresboden ist zu stark aufgewühlt, wir würden nichts sehen. Morgen vielleicht.

Für den Nachmittag haben wir uns beim Shuttleservice hinüber nach Cascavelle eingeschrieben, wo es ein Einkaufszentrum gibt. Man will sich ja nicht ständig aus der Minibar versorgen müssen. Der Supermarkt bietet alles, was man von Europa gewöhnt ist. Mauritius ist halt ein hoch entwickeltes Land und ganz anders die Karibik, auch wenn es natürlich Parallelen gibt.

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Mauritius die Vielseitige

Die Wettervorhersage für Mauritius ist sehr zuverlässig. Und zwar zuverlässig falsch. Das muß nicht verwundern, denn schon ein paar Kilometer machen einen so enormen Unterschied, daß man zeitgleich heftige Regengüsse beobachten und sich dabei einen Sonnenbrand holen kann.

Extrem vielseitig sind auch die Kulturen, die hier aufeinander treffen. Man spricht französisch, fährt aber auf der linken Straßenseite. Die meisten Menschen sind dunkelhäutig, aber eher vom indischen als vom afrikanischen Typ. Vor allem die jungen Frauen wirken sehr zerbrechlich. Hindus, Christen und Moslems kommen sehr gut miteinander aus. Die Farben der vierstreifigen Nationalflagge stehen für den Freiheitskampf (rot), das Meer (blau), die Sonne (gelb) und das Land (grün). Und grün ist es hier tatsächlich. Sehr grün.

Frühmorgens bei lauen Temperaturen auf der Terrasse sitzen ist einfach herrlich. Die vorwitzigen Spatzen freuen sich schon auf all die Reste, die für sie abfallen, einige wagen sich sogar unter den Müsliflocken-Spender. Hin und wieder sind auch buntere Gefieder unter ihnen, leuchtend rot oder orange oder auch gelb. Und einer kam gar ins Zimmer und von dort ins Bad, wo es uns viel Mühe kostete, ihn wieder hinaus zu bugsieren.

Unser nachmittäglicher Strandspaziergang, begonnen bei schönstem Sonnenschein, endete wenig später in einem Regenschauer, und wir flüchteten uns unter einen der strohgedeckten Sonnenschirme. Stroh aus Zuckerrohr, genau wie auf dem Dach des Hotels. Alles ist hier aus Zuckerrohr.

Zum Abendessen ist heute indische Küche angesagt. Die beste der Welt, außer der französischen natürlich. Hier in Mauritius treffen beide aufeinander. Und vom Nachthimmel grüßt auffällig das Kreuz des Südens.

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Was man gesehen haben muß

Der Graveur hatte einen schlechten Tag. Vielleicht noch etwas verkatert vom Rumgenuß schrieb er „Post Office“ statt „Post Paid“ auf die Druckplatte für die neue One Pence Briefmarke. 500 Stück davon haben sie sie gedruckt, bis es jemandem auffiel, eine Handvoll davon existieren noch heute. Es sind die wertvollsten Briefmarken der Welt. Und weil es nicht angehen kann, daß Mauritius keine Mauritius besitzt, haben sie vor ein paar Jahren mit Spendengeldern zwei davon zurückgekauft, eine blaue und eine rote. Im Briefmarkenmuseum darf man sie ein paar Minuten lang bewundern, dann wird das Licht wieder ausgeschaltet.

Bewundert haben wir heute auch das Cap Malheureux, das Unglücks-Kap mit seinem markanten roten Kirchlein, sowie natürlich den berühmten Botanischen Garten von Pamplemousse und dessen Sammlung von … nein, nicht den schmackhaften Zitrusfrüchten, denen der Ort seinen Namen verdankt. Oder auch umgekehrt, wer weiß das schon so genau. Berühmt ist der Garten für die aus aller Welt zusammengetragenen Palmen: Krokodilpalmen, Bambuspalmen, Königspalmen und noch hunderte weitere. Dazu Lotus in weiß und rosa, Schildkröten, Victoria-Seerosen, deren Blüten nach zwei Tagen die Farbe wechseln, Zimt-, Nelken- und Litschibäume … Moment mal, da gehörte doch etwas nicht dazu?! Doch, gehört es: der Garten hegt und pflegt auch eine Herde Riesenschildkröten. Es soll sie früher hier auch freilebend gegeben haben.

Unweit vom Garten grüßt der Schornstein einer ehemaligen Zuckerfabrik. Der Anbau von Zuckerrohr ist zwar noch heute einer der Haupt-Erwerbszweige der Insel, aber man schafft jetzt die Ernte zu den Fabriken statt umgekehrt. Und in den alten Anlagen von früher werden statt Zuckerstangen jetzt Touristen verarbeitet. Nein, so kann man das nicht schreiben: das Museum ist vorbildlich, ja geradezu mustergültig in seiner Authentizität und dem Aufbau seiner Ausstellung. Man erfährt sehr viel über die Geschichte der Insel und die Interessen ihrer jeweiligen Besitzer. Man steht ehrfürchtig vor den riesigen sich drehenden Zahnrädern, die einst die Preßanlage antrieben. Und man darf, wenn man das alles ausgiebig bewundert hat, nicht nur ein Dutzend Sorten Zucker kosten, sondern fast ebenso viele Sorten Rum. Wohl bekomm‘s. Zum Glück liegt das Restaurant auf dem gleichen Gelände. Nur der Zug nach Port Louis verkehrt schon lange nicht mehr, wir müssen also doch wieder unseren Tourbus besteigen.

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