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Über den Bernhardino nach Zillis

Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut, die Wohnung aufgeräumt. Die Kiesfläche hinter dem Haus zieren jetzt zwei tiefe Rillen in Richtung Parkplatz, aber was will man machen? Zum Tragen war er zu schwer.

Für die Strecke am See entlang bis nach Locarno brauchen wir trotz der vielen Ortsdurchfahrten und Kurven deutlich weniger Zeit als am Tag unseres Ankommens. Wir nehmen für die Heimfahrt auch nicht wieder den Gotthard, sondern den Bernhardinopass. Die Nationalstraße 13 ist zwar weit weniger gut ausgebaut und nur im untersten Abschnitt vierspurig, dafür kommen wir aber an der sehenswerten Kirche von Zillis vorbei. Das von außen recht unscheinbare Dorfkirchlein birgt nämlich in seinem Inneren eine äußerst sehenswerte, weil mit rund hundertfünfzig Einzelbildern bemalte Holzdecke. Für die Bequemlichkeit und damit man sich den Hals nicht allzu sehr verrenken muss, gibt es Handspiegel, aber ohne deren Hilfe fällt die Orientierung leichter: da gibt es teils liebliche und teils schaurige Szenen aus der Bibel, man sieht Ochs und Esel um die Krippe stehen, eine Handvoll Silberlinge auf dem Tisch liegen oder den Heiligen Martin seinen Mantel mit dem Bettler teilen, während die äußere Reihe allerlei Wassertiere zeigt, die so aussehen wie ihr Name andeutet: der See-Elefant zum Beispiel hat vorne einen Rüssel und hinten Flossen. Man kann sich gar nicht satt sehen und entdeckt immer wieder etwas Neues.

Oben im Dorf gibt es eine Dokumentation, mit einem Video, das eigens für uns angeworfen wird. So richtig vorstellen kann man sich das alles natürlich nur, wenn man zuvor in der Kirche war, genau wie sich einem die Kirchendecke nur dann so richtig erschließt, wenn man vorher die Dokumentation gesehen hat. Man kann aber auch einfach noch einmal wiederkommen, bei Gelegenheit. Nach einem anregenden Plausch mit der Aufsicht führenden Dame müssen wir uns nun aber auf den Weg machen, denn es liegen noch rund 400 Kilometer vor uns.

Was wohl Dichterfürst Goethe, der auf der Rückreise von Italien hier vorbeikam und die gefährliche Via Mala passieren musste, dazu gesagt hätte, dass wir heute hier einfach mitten durch den Berg fahren? In einem Tunnel, der Via-Mala-Tunnel heißt?

Bei Kriessern wechseln wir auf die österreichische Rheinseite, denn ab dort ist die Autobahn mautfrei. Auch der Pfändertunnel ist rasch durchfahren, und dann hat uns Deutschland wieder.

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Hundert Täler

Der Tag für unsere Rundfahrt durch das Centovalli ist angebrochen. Schade, dass der Zug nach Domodossola nicht in Baveno hält und wir hier also nicht zusteigen können. Andererseits brauchen wir dann aber heute abend, wenn wir in Stresa ankommen, nur noch zum Parkplatz unseres Autos zu laufen.

Um genug Zeitreserve für eine eventuelle Parkplatzsuche zu haben, fahren wir ziemlich zeitig los, parken dann aber überraschend so günstig, dass am Bahnsteig gerade erst der vorhergehende Zug einläuft. Haben wir Zugbindung? Sicher nicht auf diesem Abschnitt: es ist ja ein ganz gewöhnlicher Nahverkehrszug. Und so treffen wir schon eine Stunde früher als geplant in Domodossola ein, wo wir ohnehin eine weitere gute Stunde Aufenthalt gehabt hätten. Uns bleibt also viel Zeit für einen Stadtbummel.

Heute ist hier Markttag, und sämtliche Straßen stehen entlang ihrer Mittelachse voller Buden, deren Angebot auch fleißig angenommen wird. Irgendwo leicht abseits des Rummels finden wir eine Bank, wo wir nun unseren Imbiß aus dem Rucksack angeln. Das Städtchen macht einen wohlhabenden Eindruck. Ob wir uns kurz das Stadtmuseum anschauen wollen? Es ist zwar schnell gefunden, hat aber heute geschlossen, was das Navi leider nicht wußte. Nun gut, dann ziehen wir uns eben in das Bahnhofsgebäude zurück, denn draußen ist es recht frisch heute. Und im Wartesaal gibt es für uns Touris eine Landkarte mit Vorschlägen für Ausflüge.

Der Bahnsteig der Centovalli-Schmalspurbahn befindet sich eine Etage tiefer, wir haben ihn uns nach dem Eintreffen schon kurz angesehen: man steigt vom normalen Gleis eine Treppe nach unten. Aber es muss das richtige Gleis und die richtige Treppe sein.

Der nun einlaufende Zug besteht aus vier Panoramawagen mit extra hohen Scheiben. Wir haben reservierte Fensterplätze auf der rechten Seite – und sitzen im einzigen Wagen ohne Bordtoilette. Aber auch die anderen werden erst geöffnet, nachdem der Zug losgefahren ist, und während der Fahrt ist der Wechsel in den anderen Wagen eine recht wackelige Angelegenheit. Auch hat auf dem freien Platz neben der Liebsten eine Italienerin Platz genommen, die eigentlich zwei Plätze bräuchte. Durch Sitztausch schaffen wir es, ein wenig Gegendruck aufzubauen. Und irgendwann sind wir sie dann ganz los.

Der Zug windet sich zunächst ein Steilstück hinauf und fährt dann mit leichterem Anstieg bis hinauf nach Santa Maria Maggiore, dem höchsten Punkt der Strecke. Die Ausblicke in die frühlingshafte Landschaft werden immer spektakulärer. Zur Rechten sehen wir jetzt schneebedeckte Gipfel, zur Linken malerische Bergdörfchen. Und weit unten rauscht das kleine Flüßchen durch eine enge Schlucht. Hin und wieder passieren wir eine Brücke, die wir aus der Zugperspektive leider nicht sehen können: dafür müßte man auf dem schmalen, parallel verlaufenden Sträßchen sein.

Nach etwa zwei Stunden erreichen wir Locarno. Auch hier liegt der Centovalli-Bahnhof unter den Gleisen der normalspurigen Eisenbahn. In gut zwei Stunden legt unser Schiff ab, aber wo? Wir finden einen Anleger und einen Fahrplan, der für 16 Uhr sogar zwei Schiffe nach Stresa ausweist, eines von Brücke 3 und eines von 4. Wir fragen also nach und erfahren, dass wir zur Brücke 5 müssen. Zehn Schritte weiter, und wir hätten die übliche Abfahrtstafel gesehen, mit der analogen Uhrzeit oben und den Ortstäfelchen unten.

Jetzt ein Eis? Direkt am Anleger gibt es eine Eisdiele, mit Preisen, die einem die Tränen in die Augen treiben: eine Kugel drei Franken fünfzig, zwei Kugeln fünf Franken. Gibt es da keine Alternative? Schon, aber dort ist es noch teurer. Wir laufen zum Marktplatz, finden unter den Arkaden eine dritte. Zwei Kugeln bitte, Pistazie und Tiramisu. Aber der Becher erweist sich als zu klein für die zweite Kugel. Unwillig kratzt die Verkäuferin ihn wieder leer und nimmt einen größeren. Zuerst das Pistazieneis, dann das After Eight. Hallo? Bestellt war Tiramisu-Eis! Die offenbar mit der Bestellung überforderte Dame beginnt erneut, den Becher wieder zu entleeren, aber jetzt haben wir genug und verlassen die Eisdiele ohne Eis.

Die Altstadt von Locarno hat zwei große Kirchen. Die erste erweist sich als eher langweilig, dafür ist die zweite mit ihren teils bemalten plastischen Stuckfiguren umso interessanter.

Da wir immer noch Zeit haben, lassen wir uns auf einer Bank mit Blick auf das Schiff nieder, das uns zurück nach Stresa tragen wird, und dessen Besatzung offenbar Pause macht, denn sie tröpfeln einer nach dem anderen wieder hier ein, legen dann aber pünktlichst ab. Wir sind hier ja auch in der Schweiz.

Die nun folgende Überfahrt ist die längste der gesamten Reise, wir beginnen ganz im Norden und befahren den See in Längsrichtung, legen immer wieder kurz irgendwo an,, passieren die Brissago-Inseln und die Insel mit der Burgruine, legen in Intra fast zeitgleich mit der Autofähre an und auch wieder ab und treffen schließlich nach etwa drei Stunden in Stresa ein. Das Wetter hat sich im Laufe des Nachmittags deutlich verschlechtert.

Hier in Stresa kommen wir nun endlich an unser Eis. Die sympatische junge Frau will für die beiden Cones mit jeweils zwei großen Kugeln gerade einmal 7 Euro.

Heute morgen habe ich neben unserem Auto eine Treppe gesehen, die hinunter zur Altstadt führt. Das untere Ende dieser Treppe gilt es jetzt zu finden. In einer kleinen Straße, die ungefähr die richtige sein könnte, packe ich meine paar Brocken Italienisch aus und frage eine ältere Dame, die aus dieser Richtung kommt: „Scusi? A stazione?“. Sie nickt eifrig und setzt zu einer Erklärung an, in der das Wort Treppe vorkommt – auf französisch! So genau hätten wir es gar nicht gebraucht, aber wir hatten alle unsere Freude daran. Und natürlich fanden wir am Ende der Straße, ziemlich versteckt, die besagte Treppe.

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Kein Schiff wird kommen

Der Lago d’Orta, der uns gestern empfohlen wurde, liegt etwa 10 Kilometer von Baveno entfernt in westlicher Richtung. Auch dort gibt es eine kleine Insel, auf die man mit dem Schiff übersetzen kann, idealerweise von dem Ort aus, den man von Baveno kommend als ersten erreicht. Er heißt Omegna und hat natürlich einen Bahnhof samt Parkplatz. Dort zu parken wäre sicher eine bessere Idee als direkt am Schiffsanleger, wo es um diese Tageszeit sicher keine freien Plätze mehr geben wird.

Das Navi lotst uns so nah wie möglich an das Bahnhofsgebäude heran, was aber wenig sinnvoll ist, denn man kommt von dieser Seite aus nicht über die Gleise: der Parkplatz gegenüber wäre die bessere Wahl gewesen. Der wiederum ist aber bis zum letzten Platz belegt, und es wird auch nichts frei. Nun gut, dann versuchen wir es halt doch am Anleger, wo es zu unserer Überraschung tatsächlich noch ein paar freie Plätze gibt. Kostenpflichtig zwar, aber nur bis 12 und dann wieder ab 14 Uhr.

Wie seinen großen Nachbarn bedient auch diesen See die Navigazione Laghi. Einen Ticketschalter suchen wir allerdings vergeblich. Was steht denn auf dem Fahrplan? Aha, das erste Schiff legt schon morgens um 9 Uhr ab, das nächste dann um 14 Uhr. Wollen wir so lange warten? Der Himmel ist bedeckt und das Ziel nicht sonderlich reizvoll – obwohl man das ja eigentlich erst beurteilen kann, wenn man dort war. Wir beschließen, uns noch ein wenig im Städtchen umzusehen und dann wieder auf den Heimweg zu machen.

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Nach Verbania

Die Bergspitzen zeigen sich beim Blick aus dem großen Fenster heute in Wolken gehüllt, aber das wird sich im Laufe des Tages sicher bessern, und wir können sehen, ob die Schneereste auf dem Gipfelgrat erneut kleiner geworden sind. Die Glyzinie scheint jedenfalls Tag für Tag ein Stück weiter an der großen Fichte hinaufzuklettern, aber das täuscht, sie war sicher vorher schon da und blüht jetzt eben immer mehr auf.

Unsere Überfahrt startet heute um 11.15 Uhr. Der Parkplatz vor dem Bahnhof ist uns bereits vertraut und ebenso der Weg durch die Gäßchen hinunter zum Anleger – wenngleich wir uns vorgestern auf dem Rückweg tatsächlich einmal verlaufen hatten. Auch die freundliche Ticketverkäuferin erkennt uns wieder und kramt stolz ihre Deutschkenntnisse hervor: an der Isola Madre bitte nicht aussteigen, sondern sitzen bleiben bis Pallanza, denn so heißt der Stadtteil, wo das Schiff anlegt.

Dort angekommen, wechseln wir ein paar Worte mit einer deutschen Familie und tauschen Tipps aus: wir empfehlen, Taranto zu besuchen, sie empfehlen uns Orta am gleichnamigen See. Und was kann man hier in Verbania tun? Nun, des gibt zu beiden Seiten eine schöne Uferpromenade, und es gibt die Kernstadt mit ihren malerisch engen Gassen. Der kleine öffentliche Park vor der Villa Giulia ist ganz nett, hat aber außer Bäumen, grünem Rasen und einer Toscanini-Büste nicht viel zu bieten.

Inmitten der Altstadt von Pallanza gibt es ein kleines Museum, das ich mir kurz anschaue, während die Liebste schon an den Hauptplatz zurückspaziert. Mit einem Spaziergang zur anderen Seite hin, wo es ebenfalls schöne Blumenrabatten und einladende Sitzbänke gibt, schließen wir diesen kleinen Ausflug ab.

Im Fernsehen läuft heute aus gegebenem Anlaß ein Film mit Mario Adorf: das Krokodil.

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Waschtag

Eigentlich sind auf der Liste der Attraktionen, die wir uns vorgenommen hatten, keine Punkte mehr offen. Kein Wunder, hatten wir doch alle Tage traumhaftes Wetter mit Sonnenschein und angenehmen, wenn auch frühmorgens meist etwas frischen Temperaturen. Ganz und gar nicht mehr frisch sind inzwischen unsere Handtücher.

Ein Wechsel ist in dieser Ferienwohnung nicht vorgesehen, noch nicht einmal gegen Bezahlung. Was es gibt ist eine Waschmaschine, deren Standort wir allerdings erst erfragen müssen: sie steht im Keller des Nebengebäudes. Eine einzige Maschine für 24 Appartements. Und sie läuft gerade, während ein weiterer Korb Schmutzwäsche schon für den nächsten Einsatz bereitsteht. Wann unngefähr könnten wir da wohl an der Reihe sein? Ich sehe uns nicht in der Pflicht, auch diesen Waschvorgang noch abzuwarten, zumal das erste Programm inzwischen durchgelaufen ist und niemand erscheint, um seine fertige Wäsche herauszunehmen. Also tun wir das, legen alles auf den Tisch und unsere Handtücher und Bettbezüge in die Maschine. Etwas Rei in der Tube dazu, denn Waschpulver oder Pads haben wir nicht. Den Wäscheständer, den es glücklicherweise gibt, stellen wir kurzerhand auf die Sonnenterrasse.

Eine Ferienwohnung ist zwar kein Hotelzimmer, aber eine gewisse Grundausstattung kann man ja eigentlich schon erwarten. Oder alternativ die Gäste bitten, diese Dinge selbst mitzubringen. Toilettenpapier zum Beispiel. Küchenrollen. Spülmittel und Schwamm, Wischlappen, Müllbeutel, ein paar mehr Tabs für die Spülmaschine: nichts ist da. Natürlich kann man das alles im Supermarkt kaufen, aber doch erst am nächsten oder übernächsten Tag. Und wohin mit dem Müll? Nirgendwo findet sich auch nur der kleinste Hinweis. Zum Glück treffen wir auskunftwillige Nachbarn. Geschirr ist ausreichend vorhanden, wenn man von den fehlenden Suppentellern absieht. Aber Salatschüsseln, eine Spaghettizange oder eine zweite Garnitur Weingläser wären schon ganz nett gewesen, schließlich will man die Maschine ja nicht jeden Tag laufen lassen. Mit dem Fernseher samt Satellitenreceiver können wir uns ganz gut anfreunden, wenngleich es mühselig ist, sich die auf 200 Positionen verteilten deutschen Kanäle zu merken: RTL auf 0174, das ZDF auf 0047, BR Nord auf 0076.

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Geöffnet, aber geschlossen

Oberhalb von Stresa gibt es einen botanischen Alpengarten. Welche Pflanzen dort oben wohl um diese Jahreszeit blühen? Und kommt man mit dem Auto hin? Die Straße soll erst oberhalb des Gartens für den allgemeinen Verkehr gesperrt sein. Auf dem Navi sieht die Strecke kurvenreich, aber machbar aus. Von Schlaglöchern stand nichts in der Beschreibung, sie sind aber da, genau wie das Schild, die Straße sei ab hier privat und die Durchfahrt verboten. Gilt das denn auch für die Besucher des Gartens? Ein Stück weiter oben stoßen wir wieder auf die Straße, die wir eigentlich hätten nehmen sollen.

Ist hier der Eingang zum Garten? Warum ist das Tor verschlossen, der Tafel direkt daneben zufolge müsste doch jetzt und heute geöffnet sein? Ein Arbeiter mit Schubkarre sieht mich ratlos vor dem Tor stehen, hebt die Arme und ruft „Chiuso!“. Mehr erfahren wir nicht. In der Hoffnung, zumindest den gerühmten Blick auf den See irgendwo erhaschen zu können, laufen wir die Straße noch ein Stück entlang und gelangen an eine verlassene Seilbahn-Mittelstation. Vor ein paar Jahren hat es hier einen Unfall mit mehreren Toten gegeben, der Betrieb wurde daraufhin eingestellt. Möglicherweise fehlen dem Garten seitdem die Gäste.

Unser nächstes Ziel heißt Stresa. Zum einen wollen wir dort in einem Reisebüro, wo deutsch gesprochen wird, eine Rundfahrt buchen. Zum anderen wagen wir uns für den Nachmittag an die Überfahrt zum Kloster Santa Caterina. Unser Auto planen wir am Bahnhof abzustellen. Prompt führt uns das Navi in eine „Via statione“: wie denn, hier oben am Berg schon? Aber dieses schmale und steile Sträßchen mit der atemberaubenden Aussicht auf den See kann doch unmöglich die Bahnhofstraße sein?! Wenig später mündet unser unfreiwilliger Schleichweg wieder in die Hauptstraße ein. Des Rätsels Lösung: die jetzt kaputte Luftseilbahn auf den Mottarone hatte seinerzeit eine Zahnradbahn als Vorläufer, und hier oben war wohl einer ihrer Zustiege. Aber das finden wir alles erst sehr viel später heraus.

Im Reisebüro werden wir kompetent und freundlich bedient. Reservieren können wir so kurz vor 12 Uhr leider nichts mehr, ab 15 Uhr seien die Büros aber wieder besetzt. Nun gut, wir kommen ja später ohnehin noch einmal hier vorbei.

Am Schiffsanleger hat das Schiff hinüber zum Felsenkloster gerade einmal fünf Minuten vor unserem Eintreffen abgelegt, wir müssen uns also bis zur nächsten Überfahrt rund zwei Stunden gedulden. Aber Stresa hat ja eine wunderschöne Strandpromenade mit Springbrunnen, Tulpen und Sitzbänken.

Das Kloster duckt sich unter eine steile Felswand und war lange Zeit nur per Schiff oder über einen gefährlich schmalen Felssteig erreichbar. Neuerdings gibt es nun einen in den Felden getriebenen Aufzugsstollen. Per Schiff ist es aber bedeutend interessanter, weil man vom Wasser aus gut sehen kann, wie abenteuerlich sich die kleinen Gebäude samt Kirche an die Felsen anschmiegen.

Auf dem Weg vom Anleger nach oben passieren wir eine Pergola, deren Glyzinie gerade in voller Blüte steht und einen betörenden Duft verströmt. Zwischen dem Steilufer zur Linken und kleinen Gebäuden zur Rechten gelangen wir, immer wieder die schöne Umgebung bewundernd, bis zur Klosterkirche. Sie läßt unschwer mehrere Bauphasen erkennen. Der Eremit liegt im hinteren Teil in einem gläsernen Sarg aufgebahrt, man sieht von ihm nur Gesichtsknochen und Hände. Die Decke des kleinen Kirchenschiffs ist wunderschön bemalt, und die Atmosphäre dieses Ortes einfach zauberhaft, drinnen wie draußen. Und dann kommt auch schon das Schiff in Sicht, das uns nach Stresa zurückbringt. Für die Rückfahrt nach Baveno nehmen wir, nachdem wir unsere Ausflugstickets abgeholt haben, wieder die obere Straße, die zwar steiler ist, aber eben nicht so zeitraubend an der Seepromenade entlangführt.

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Mini-Kreuzfahrt

Heute ist Montag, und montags ist auf dem Platz vor dem Anleger Markttag. Wir versuchen uns an der konkreten Planung unserer heute drei Überfahrten: zuerst von Baveno zur Isola Bella, dann von dort hinüber nach Stresa, und von Stresa wieder zurück nach Baveno. Nicht alle Schiffe legen überall an, zudem weiß man ja nur so ungefähr, wie lange man sich bei den Attraktionen aufhalten wird. Alle Fährtickets zusammen kosten uns 17 Euro pro Person.

Die „Schöne Insel” (Isola Bella) hat von allen borromäischen Anwesen den mächtigsten Palazzo, aber auch der Park ist sehr aufwendig gestaltet. Ob man wohl wählen kann, welches von beiden man zuerst besichtigen will? Und wo ist überhaupt der Eingang? Anders als auf der gestern besuchten „Mutterinsel” ist der hiesige Anleger von Wohnhäusern, Läden und Restaurants umgeben, zwischen denen schmale Gassen bergan führen. Wir nehmen irgendeine von ihnen – und stehen schon bald vor einem Drehkreuz mit dem Hinweis „Solo uscita” (Nur Ausgang). Eine Dame, die gerade ihr Warenangebot drapiert, weist uns in westliche Richtung. Ein paar Gassen und Treppen weiter dann dasselbe Spiel: solo uscita! Und dann stehen wir wieder am Anleger, dieses Mal an der Stelle für die Privatschiffe, deren Passagieren man einen Wegweiser zum Eingang gegönnt hat. Endlich. Der weitere Weg ist vorgezeichnet und beginnt im Schlossgebäude.

Wer schon das eine oder andere Schloss von innen gesehen hat weiß. dass die einzelnen Prunkräume sich in mehr oder weniger vielen Details von den anderen unterscheiden: Größe, Möbel, Gemälde, Wandbespannung, Stuck, Deckengemälde und vieles mehr. Beim Borromäischen Schloss kommt noch der jeweilige Ausblick aus den Fenstern hinzu: mal zur Fischerinsel und den Schweizer Bergen, mal den See entlang, mal hinaus auf den frühlingshaften Park. Zudem sind die Räume von ganz unterschiedlichem Charakter: da ist zum einen die Galerie Berthier mit ihrer „Petersburger Hängung”, bei der zwischen den Bildern kaum noch Wand frei bleibt. Da ist der runde Saal mit den großen Fenstern und den vier Putten, von denen jeder ein anderes Emblem der Familie Borromeo in seinen gipsenen Händen hält: Einhorn, Kamel, Pferdetrense und Zedernfrüchte. Und da gibt es in der unteren Etage als Besonderheit eine Abfolge von Grotten, von denen eine dem Marionettenspiel gewidmet ist: wir blicken auf allerlei seltsame, Grimassen schneidende Figuren. Eine Wendeltreppe nach oben gestiegen, durchlaufen wir noch den Korridor mit den Wandteppichen, die das Einhorn im Kampf mit wilden Tieren zeigen. Oder auch sich eifrig paarende Löwen, Hirsche und Hasen.

Nun aber geht es endlich hinaus und hinauf in den Garten. Auch hier bietet sich von den diversen, durch Balustraden begrenzten Terrassen wundervolle Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge. Die Tulpen und Magnolien stehen in voller Blüte, an einigen Spalieren zeigen sich reife Zitronen direkt neben den frischen Blüten. Und über alledem thront das Einhorn und dreht den Besuchern der obersten Plattform respektlos den Hintern zu.

Es wird Zeit, zum Schiffsanleger zu gehen, denn für den Nachmittag haben wir uns noch den Parco Pallavicino vorgenommen. Wie gut, dass das Linienschiff nicht nur am direkt gegenüber liegenden Ufer anlegt, sondern auch am wichtigeren Haupthafen von Stresa. Von dort ist es allerdings noch einmal ein gutes Stück Weg bis zum Parkeingang an der östlichen Uferstraße. Dort haben ein paar egoistische Zeitgenossen den Fußweg in voller Breite zugeparkt, so dass wir auf der Straße laufen müssen, aber es sind zum Glück nur geschätzte hundert Meter.

Der Park liegt nicht etwa in ebenem Gelände, sondern zieht sich steil den Hang hinauf und wird erst weiter oben so flach, dass dort eine Wasserfläche und ein geometrischer Garten mit Laubenbögen Platz gefunden haben. Anders als bei den Gärten gestern und vorgestern haben die Tulpenbeete hier eine Unterbepflanzung mit Stiefmütterchen, so dass jeweils interessante Farbkontraste entstehen. Hier oben leben auch keine Pfauen und Fasane, sondern rosa Flamingos. Und Papageien, aber die sehen in ihren Volieren genauso unlustig aus wie die auf der Isola Madre.

Als wir sattgesehen sind und der Tag fortgeschritten, laufen wir entspannt hinunter zum Eingang, nehmen für den letzten Abschnitt die Treppe, freuen uns draußen auf der Straße diebisch über die fleißig Strafzettel verteilenden Carabineri und erreichen schließlich ermattet aber zufrieden den Schiffsanleger, nicht ohne uns vorher noch eine Pizza geteilt zu haben, die das Hafencafé zum Glück auch im Karton zum Mitnehmen anbietet – für 11 Euro. Das Schiff ist um diese Zeit rappelvoll: Rush Hour auf dem Wasser. Und in Baveno sind die Marktstände wieder abgebaut. Feierabend.

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Isola Madre

So ein großer See ist immer auch ein Verkehrsträger, auf dem Linienschiffe fahren wie anderswo Busse und Bahnen. Wir buchen also zwei Tickets für die Strecke bis zur größten Insel des Lago Maggiore und zwei weitere ritorno, zahlen dafür insgesamt 18 Euro. Da wir viel zu früh am Hafen sind, genießen wir noch ein wenig die schöne Szenerie und das Glockenspiel der nahen Stadtkirche: Avé Maria de Lourdes. Der Brandrauch des offenbar immer noch schwelenden Feuers am Berg gegenüber gibt dem Sonnenaufgang heute etwas Abstraktes.

Pünktlich um 8.50 Uhr legt das Linienschiff nach Intra ab, mit Zwischenstopp an der Isola Madre. Die öffnet zwar laut Fahrplanschalter erst um 10 Uhr, aber es gibt vor der Kasse einen Uferweg, wo man ein wenig flanieren kann.

Tatsächlich öffnet der Inselgarten aber schon um 9.30 Uhr und die Kasse sogar noch früher, die paar Minuten Wartezeit reichen gerade einmal, um hinüber zum Anleger des Restaurants und wieder zurück zu laufen. In die andere Richtung, jetzt hinter der Bezahlschranke, führt der Weg zunächst am Ufer entlang bis zu einer kleinen Terrasse, wo das auf einem Ape-Dreirad aufgebaute Gelato-Kiosk aber noch geschlossen hat. Es läßt sich sehr angenehm aus dem Rucksack frühstücken hier, während die Löschflugzeuge am Berg gegenüber die Animation gestalten.

Der Hauptzugang zur Insel muss sich früher einmal an der Nordseite der Insel, also gegenüber der Stadt Verbania, befunden haben, denn dort verschließt ein großes schmiedeeisernes Tor den breiten Weg hinauf zum zentralen Bereich. Bevor man den Vorhof des Palazzi mit der markanten Platane erreicht, liegen zur Linken die Volieren mit allerlei Papageien, die aber ein wenig unlustig aussehen. In den Wiesen und auf dem Kiesplatz hingegen herrscht emsiges Buhlen um die Weibchen der jeweiligen Tierart. Da rennt der Fasan immerzu um die Fasanin herum, der weiße Pfau schlägt sein weißes Rad, und mehrere Enteriche verjagen ihre jeweiligen Nebenbuhler.

Interessantestes Schaustück der Insel ist natürlich der mächtige Palast mit seinen vielen Räumen, von denen einige mit Marionettentheatern ausgestattet sind. Einige Puppen bevölkern die jeweilige Bühne, andere sind in Vitrinen drapiert, eines aber haben alle gemeinsam: es sind kuriose Gestalten, von denen man sich fragt, welche Rollen sie wohl in der Bühnenhandlung einnahmen. Natürlich gibt es auch Prunkräume mit wuchtigen Möbeln und allerlei Gemälden, unter anderem auch eines, das die Insel noch ohne Bäume zeigt. Den schönsten Anblick aber bieten die offenen Fenster mit den französischen Balkongittern davor.

Natürlich ist man bei Borromeos stolz auf die riesigen Bäume und hat sie auch durch stählerne Spannseile gegen Windwurf gesichert, aber für meinen Geschmack nehmen sie den Gartenflächen zu viel Licht weg. Schön sonnig ist allein die Südseite mit der Palmenallee, dem Proteagarten und dem etwas zu teuren Inselcafé. Wir lauschen lieber einem innig in die Himmelsbläue zirpenden Spatzen, der uns vor lauter Eifer gar nicht zu bemerken scheint.

Um 14.40 Uhr legt unser Linienschiff ab und 10 Minuten später in Baveno wieder an, wir laufen den jetzt schon bekannten Weg durch die engen Gassen hinauf zum Bahnhof, wo unser Auto parkt, und fahren die engen Serpentinen wieder hinauf zur Villa Anna. Zu Fuß könnte man diese Strecke nicht gehen, aber die Aussicht von da oben entschädigt reichlich für die etwas unpraktische Lage.

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Botanischer Garten Villa Taranto

Das Städtchen Verbania und sein botanischer Garten, der schönste weit und breit, liegen etwa 13 Kilometer vom Quartier entfernt, und man braucht etwa eine halbe Stunde, um den großen Parkplatz vor dem Garten zu erreichen. Der Parkplatz ist aber voll. Und nun? Im Hof des Gartens, gleich hinter dem großen schmiedeeisernen Tor, stehen ebenfalls Autos, man muss nur hineinfahren und sein Auto in einen der beiden noch freien Stellplätze rangieren. Fertig.

Rechts vom Kassenhäus’chen führt ein breiter Weg mitten in den Garten hinein. zur Linken locken die Rhododendren, zur Rechten das Tulpenlabyrinth, und es fällt schwer, sich für eines von beiden zu entscheiden. Am Ende gewinnen die Tulpen. Verirren kann man sich hier nicht, dafür ist die Anlage zu übersichtlich. Aber man kann sich schier verlieren zwischen all den exotischen Blütenformen. Es gibt welche, die an Vogelfedern erinnern, an Rucola oder gar an weiße Brautkleider. Und es gibt sie in nahezu allen Farben des Spektrums. Was für eine Pracht, der mit den vielen Kamelienbüschen in dieser Ecke des Gartens sogleich eine weitere folgt. Vorbei am Victoriahaus, das zu dieser Jahreszeit noch ein leeres Becken zeigt, gelangen wir zum Fontänenbrunnen und wenden uns nun dem Weg zu, der uns an zahllosen Magnolien, Rhododendren und anderen exotischen Sträuchern hinauf in den oberen Garten führt.

Der geometrisch angelegte Garten wartet mit kleinen Wasserflächen auf, in denen ein Zierbrunnen munter dahinsprudelt, und wo auf kleinen Podesten Blumenschalen mit der Bepflanzung der umliegenden Beete konkurrieren. Über dem jenseitigen Rand des Gartens fällt der Blick auf eine Villa und in weiter Ferne auf eine Kette von schneebedeckten Berggipfeln. Umgeben ist das alles von einem kleinen Graben, der zwar mit einer niedrigen Kette vom Weg abgegrenzt ist, aber kein echtes Hindernis darstellt. Der Parkaufseher ist allerdings ganz anderer Meinung und bittet uns höflich aber bestimmt, diesen Bereich wieder zu verlassen. Keine Frage: wir haben das schöne Bild, das Garten und Pescatore-Statue vom Hügel aus bieten, gestört. Soll nicht wieder vorkommen. Nachdem wir das Bild für einige Zeit auf uns haben wirken lassen, wenden wir uns dem nächsten Gartenteil zu, wo ein großer und seltsam geformter Baum unser Interesse weckt: es ist der bekannte Taschentuchbaum, dessen Blüten so aussehen, als hingen unzählige weiße Papierfetzen in seinen Ästen.

Auch hier oben weiß man kaum, wo man zuerst hinschauen soll, und wir halten uns hier eine ganze Weile auf, ehe wir den langen Belvedereweg mit seinen Ausblicken auf Stadt und See wieder hinunterlaufen und uns abschließend noch dem Mausoleum zuwenden. Hier hat der Gründer des Gartens, Capitano McEacharn, inmitten seines Lebenswerkes die letzte Ruhe gefunden.

Auf dem Rückweg zum Quartier decken wir uns im Conad-Markt mit Lebensmitteln ein, denn morgen ist Ostersonntag. Zu unserer Überraschung hatten übrigens auch gestern alle Läden geöffnet, denn in Italien ist der Karfreitag ein ganz normaler Arbeitstag, an dem auch ein hilfsbereiter Handwerker zu uns in die Ferienwohnung gekommen wäre, hätte der Kühlschrank nicht von ganz allein seine Lebensgeister wiedergefunden.

Am Berg gegenüber scheint ein Brand ausgebrochen zu sein, denn es steigen Rauchsäulen auf, wo keine sein sollten.

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Über den Gotthard

Heute werden wir zehnmal länger im Stau stehen als gestern, aber das wissen wir noch nicht, denn das Navi zeigt bis Baveno freie Fahrt an. In Italien warten zudem günstigere Spritpreise auf uns, so dass wir erst einmal nur so viel tanken wie unbedingt nötig, 20 Liter E10 á 2,16€ sollten reichen.

Wir legen einen geplanten Zwischenstopp in Zürich ein, um uns in der Lichthalle die immersive Ausstellung „Becoming Marilyn Monroe” anzuschauen. Sie beschreibt in vielen bunten Bildern den Lebensweg der für ihren Sexappeal berühmten Schauspielerin, die eigentlich Norma Jean Baker hieß. Im Vorspann gibt es einige Schautafeln, und im Nachspann sind Szenerien aufgebaut wie das „halbe” Auto mit Rückprojektion, die Szene mit dem U-Bahn-Schacht, eine Kleiderkammer und eine halbe Treppe höher das Büro, von dem aus Frau Monroe, als sie nicht länger Spielball männlicher Filmemacher sein wollte, ihre Vermarktung selbst in die Hand nahm. Unser Auto parkt derweil draußen auf einem Parkplatz, den wir über die App „EasyPark” gebucht haben mit der Option, die Zeit notfalls remote verlängern zu können. Das ist, wenn man die Dauer eines Besuchs nicht genau genug abschätzen kann, sehr praktisch.

Wie kommen wir von hier wieder auf die Strecke nach Süden? Das Navi kennt den Weg und die dafür nötige Zeit: sie hat sich um eine Stunde verlängert, stellt aber dennoch eine Ankunftszeit in Aussicht, die sogar noch für einen Einaufsstopp reichen würde. Über das einzige Autobahnkreuz der Schweiz schwenken wir wenig später auf die Strecke ein, die uns am Vierwaldstätter See entlang zum Gotthardtunnel bringt.

Gute 20 Kilometer vor dem Tunnel geraten wir in einen Stau, für dessen Umgehung das Navi einen Umweg über die Kantonsstraße vorschlägt, also das Verlassen der Autobahn an der nächsten Ausfahrt. Ja, wenn wir denn überhaupt mal voran kämen! Und wenn da nicht der Hinweis wäre, dass alle nachfolgenden Anschlußstellen in Richtung Gotthard gesperrt sind. Oder ist das am Ende gar schon der Stau vor dem Tunnel? Er ist es. Unsere Ankunftszeit verschiebt sich immer weiter nach hinten, und es sieht ganz danach aus, als kämen wir viel zu spät bei der Adresse an, die uns für die Schlüsselübergabe genannt wurde. Was bleibt uns anderes übrig als anzurufen und mitzuteilen, dass wir im Stau stecken? Aber um diese Uhrzeit hebt niemand ab.

Endlich erreichen und passieren wir den Tunnel. Von nun an sind auch wieder verläßlichere Prognosen möglich, um welche Uhrzeit wir Baveno erreichen werden. Zu wissen, dass wir bei unserer Ankunft jetzt jemanden anrufen können, beruhigt zudem die Nerven und läßt uns den Stau, in den wir uns gleich nach dem Verlassen der Autobahn bei Bellinzona wiederfinden, etwas leichter ertragen: noch immer liegen zwei Stunden Fahrt vor uns. Warum so lange? Nun, die Uferstraße ist kurvenreich und hat viele Ortsdurchfahrten, wir schleichen und stehen und schleichen und stehen bis kurz nach Verbania. Endlich stehen wir vor dem Bahnhof von Baveno und rufen die uns von „Lago Reisen” genannte Nummer an. Ein gewisser Irwen meldet sich und bittet uns, in sein Büro zu kommen, am unteren Ende der Treppe und dann ein Stück rechts, bei der bunten Blume im Schaufenster. Rechts von der Treppe ist aber nur ein langer Grashang. Auf ein zweites Telefonat hin kommt ein Mann die Straße entlang und winkt: wir hatten schlicht die falsche Treppe genommen.

Ausgerüstet mit Schlüsseln und einem Code für das Hoftor suchen wir dasselbe nun jedoch vergeblich, denn es liegt so versteckt, dass man die schmale Zufahrt vom Auto aus nicht sehen kann. Hoffentlich fünktioniert der Code, denn diese steile Rampe möchte ich nicht rückwärts wieder hinauf müssen! Die Enge bleibt uns auch hinter dem sich prompt aufschwingenden Hoftor erhalten. Kommt ein normaler PKW denn hier überhaupt durch? Er kommt, wie die Handvoll bereits parkender Autos beweist. Wir sind an der Villa Anna, finden die Wohnung Nummer 14 und freuen uns auf ein entspanntes Auspacken, gepaart mit Spaghettikochen. Toilettenpapier gibt es allerdings keines, und auch der Kühlschrank will trotz mehrerer Versuche, ihn einzuschalten, nicht anspringen. Wer könnte uns noch helfen, um diese Zeit? Irwen kann es nicht, verspricht aber, uns morgen einen Handwerker zu schicken.

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