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Höhlenabenteuer

IMG_8009Es ist stockdunkel, und über uns leuchten unzählige Lichtpunkte. Wo sind wir? Nein, nicht unter dem Sternenhimmel auf der Suche nach dem oft zitierten Kreuz des Südens. Das haben wir bereits des öfteren erspäht. Kleine Hilfestellung: der Boden schwankt, und ringsum plätschert es. Wir sind nämlich in der berühmten «Glühwürmchengrotte». Das ist eine kilometerlange Karsthöhle, durch die ein Wildbach rauscht. In kleinen Gruppen werden die Besucher durch den niedrigen Höhleneingang (Vorsicht, Kopf!) und am unterirdischen Wasserfall vorbei zum Boot geleitet, wo das eigentliche Abenteuer erst beginnt, denn die Glow Worms mögen weder Licht noch Geräusche. Mit ihrem Leuchten locken sie die Beute an, die dann in den herabhängenden Klebefäden ihr Insektenleben aushaucht.

Nach einer stürmischen Gewitternacht überraschte uns der heutige Morgen mit klarem Himmel und einem einzigartigen Licht, wie man es nur auf Neuseeland erleben kann. Wir besuchen zunächst eine Vogelstation mit endemischen Arten, angefangen von der sehr seltenen Takahe – es gibt gerade noch 200 Exemplare – bis zum neurotischen «Charly Brown», einem Vertreter der Kaka-Papageien. Danach geht die Fahrt zum Lake Manapouri und zurück. Auch ein Kinobesuch steht heute auf unserer Agenda, gezeigt wird ein Film über das einzigartige Fjordland.

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Garten- und Seenland

IMG_7846Das neue Jahr beginnt hier 12 Stunden früher als zuhause, und zwar im Sommer, wovon aber nichts zu spüren ist, denn es ist ungewöhnlich kalt und windig. Nach geselliger Runde im Windschatten des Camping-Hängers sehen wir uns das Feuerwerk von unserer Luxus-Doppelkabine aus an.

Morgens geht es zur gewohnten Zeit los: 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt, heute zunächst am Stausee Lake Dunstan entlang und dann durch die beeindruckende Schlucht des Kawarau Rivers, über die kurz vor Queenstown die alte Hängebrücke führt, wo 1987 das kommerzielle Bungy Jumping erfunden wurde. Wir beobachten einige der waghalsigen Sprünge am Gummiseil.

Das schnell wachsende Städchen Queenstown liegt malerisch am Lake Wakatipu. Wir besuchen die Einkaufsstraße und den schön angelegten Stadtpark, ehe wir entlang des langgestreckten südlichen Seearmes und weiter durch die grasig grüne, aber stürmische Landschaft weiterfahren zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Te Anau, der uns mit einem Regenschauer empfängt. Inzwischen scheint aber wieder die Sonne.

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Vom Regenwald zum Grasland

IMG_7539Tatsächlich ließ gegen Abend die Bewölkung nach, und der Mount Cook zeigte uns seine schneebedeckte Spitze.

Der letzte Tag des Jahres beginnt mit einem Ausflug zum Fox Glacier, dessen Zunge wie beim benachbarten Franz Josef Gletscher bis in den Regenwald herabreicht.

Letzteren erkunden wir gegen Mittag bei einer Wanderung entlang des «Ship Creek» mit riesigen, Jahrtausende alten Kahikatea-Bäumen, die ihrem deutschen Namen «Sumpfzypresse» alle Ehre machen, denn sie stehen im Wasser. Auf Holzstegen erkunden wir die einzigartige Flora des «Märchenwaldes», wie die Reiseleiterin schwärmt. Leider wissen aber auch die Sandfly-Mücken diesen feuchten Ort sehr zu schätzen.

Die Straße läßt nun die stürmische West Coast hinter sich und wendet sich dem Haast-Paß zu, der mit 563 Metern niedrigsten Passage über die Südalpen. Bald schon erreichen wir ein nächstes Highlight: den Lake Wanaka und den benachbarten Lake Haweia, deren opalfarbene Spiegel von Bergen umrahmt sind.

Auf einer Schaffarm gewährt uns der junge Farmer Ben interessante Einblicke in das Arbeiten mit den Hunden und die Wollqualitäten seiner Merinoschafe. Schließlich werden wir noch Zeuge beim „Ausziehen“ eines 18 Monate gewachsenen Schafspelzes.

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Gold waschen

IMG_7367«Shantytown» ist eine Goldgräbersiedlung, wie sie im 19. Jahrhundert ausgesehen haben mag. Es gibt einen Friseurladen, ein Schuhmacher, einen Fotografen, ein Hospital, das «Nuggets Hotel», eine kitschig weiße Kirche, ein Gefängnis, ein «Chinatown» mit sehr schlichten Behausungen … und einen Bahnhof, wo soeben eine schnaubende Dampflok hinter zwei Wagen gespannt wird. Dann geht es, in Rauch gehüllt, ein Stück durch den Regenwald und zur Goldwäscherei. Dort stehen 40 Schüsselchen voll Geröll neben den Wasserbecken. Der Guide zeigt, wie es gemacht wird: ein wenig Wasser in die Schüssel, diese leicht neigen und schwenken, Wasser samt einiger Steinchen am Rand wieder abgießen. Das Ganze so oft wiederholen, bis ein paar goldene Körnchen zurückbleiben, die dem erfolgreichen Goldwäscher in ein Glasröhrchen abgefüllt werden.

Nächste Station unserer Fahrt ist das Städtchen Hokitika, wo der Greenstone, die neuseeländische Jade, zu Amuletten und Schmuckstücken verarbeitet wird. Ein Vertrag mit den Maori besagt, daß ihnen die Rechte an allen Jadevorkommen zustehen, da er für sie ein heiliger Stein ist.

Dann geht es weiter zum Franz Josef Gletscher, der wie der benachbarte Fox Glacier bis in den Regenwald herunter reicht. Das tun weltweit nur diese beiden Eisriesen. Eine Tafel am Aussichtspunkt illustriert den Schwund seit 1865.

Vom Campingplatz aus erhoffen wir uns einen Blick auf den Mount Cook zu werfen, den höchsten Berg Neuseelands, der sich bisher leider in dicke Wolken hüllt.

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Pfannkuchenfelsen

IMG_7294Die Wolken hängen tief, und es regnet gelegentlich. Aber für heute steht ohnehin eine längere Fahrt auf dem Programm. Es geht hinüber zur West Coast mit den berühmten «Pfannkuchenfelsen». Das sind Gesteinsschichten wechselnder Dichte, die so erodiert sind, als lägen dort Stapel steinerner Pfannkuchen aufeinander. Wir lassen uns vom leichten Nieselregen nicht stören und bestaunen ausgiebig das Naturdenkmal.

Einige Kilometer vor dieser Attraktion gab es bereits eine Robbenkolonie zu bewundern. Glücklich, wer ein Fernglas mitführt, es fiele sonst schwer, die Tiere von den Felsen zu unterscheiden. Optisch gut ausgerüstet kommen wir in den Genuß, das Säugen der Jungtiere wie auch deren spielerisches Herumtollen mitzuerleben.

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Wandern von Bucht zu Bucht

IMG_7198Den ausgedehnten Abel Tasman Nationalpark erkundet man entlang eines Weges, der uns Wanderer von Bucht zu Bucht geleitet: man biegt gelegentlich vom Hauptweg ab, steigt ein paar Minuten zwischen blühenden Büschen und baumhohen Farnen hinab zum Strand, steckt dort eine Weile die Füße in den goldgelben Sand, genießt die Sonne, läßt den Blick über nähere und fernere Inseln schweifen, sammelt ein paar grüne Muschelschalen, deren Perlmutt in allen Farben des Regenbogens schillert – und dann setzt man den Weg fort zur nächsten Bucht, die wieder ganz anders ist als die erste.

Ein grün-graues Vögelchen hat sein Nest in einen herabhängenden Zweig direkt neben dem Weg gebaut. Natürlich fliegt es erschrocken davon, und unser neugieriger Blick fällt auf drei gelbschnäbelige, nackte Vogelkinder. Als wir uns ein paar Schritte entfernt ganz still verhalten, kehrt die Vogelmama zurück, aber schon biegen die nächsten Wanderer um die Ecke. Nie wieder niste ich neben diesem Weg, wird unsere gefiederte Freundin denken.

Der morgendliche Fahrt mit dem Wassertaxi in die «Anchorage Bay», von wo wir jetzt gute 4 Stunden in den Ort zurüclklaufen, verdanken wir bereits eine andere Tierbekanntschaft: Robben, die sich auf den Uferfelsen einer kleinen Insel räkeln und sich vom vorbeituckernden Boot nicht stören lassen.

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Aotearoa Nord nach Süd

IMG_7070Nach einer ungewohnt kurzen Nacht bringt uns die Interislander-Fähre «Kaitaki» hinüber nach Picton auf der Südinsel, wo sich das Wetter deutlich bessert. Bei locker bewölktem Himmel ist die Fahrt entlang der «Sounds», so heißen die Fjorde hier, ein Genuß. Denn es bieten sich immer wieder faszinierende Ausblicke auf immer neue Wasserflächen. Eigentlich ist unser Bus 60cm zu lang für diese Straße, aber Hermann ist ein ausgezeichneter Fahrer. Schließlich erreichen wir den Ort Kaiteriteri, wo wir mit einem kurzen, heftigen Regenschauer begrüßt werden. Aber ein paar Minuten später scheint schon wieder die Sonne.

Hier herrscht gerade Ferien-Hochsaison. Wo wohl die menschenleeren Strände sein mögen? Wir werden sie sicher morgen auf unserer Wanderung entdecken. Unserem «Rollenden Hotel» wurde heute ein Platz außerhalb des Geländes zugewiesen. Obwohl alle mithelfen, um sich keine Blöße zu geben, geht der Aufbau relativ schnell vonstatten: Luken auf, Stangen setzen, Planen spannen, Tische und Bänke aufstellen, und schon hängt Hermann, Busfahrer und Koch in Personalunion, die Kochschürze um. Punkt 19 Uhr stehen dann 38 Rotelianer mit gezücktem Plastikteller Schlange.

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The Windy City

STA_7023Heute morgen fahren wir durch eine Bilderbuchlandschaft mit grünen Hügelchen, auf denen zahllose Schafe weiden. Gegen Mittag erreichen wir die Hauptstadt Wellington mit den Parlaments- und dem Regierungsgebäude, das wie ein riesiger Bienenkorb aussieht und folglich «Beehive» genannt wird. Oberhalb der Stadt mit ihren Hochhäusern und dem Hafen gibt es einen grünen Hügelzug, auf den der Bus sich zuerst hochquält und dann, nachdem alle 38 Rotelianer ausgiebig den Rundblick genossen haben, auch wieder hinab. Dort wartet als besondere Attraktion noch das didaktisch sehr empfehlenswerte Nationalmuseum «Te Papa Tongarewa» auf uns, aber leider ist die Zeit für einen ausgiebigen Besuch viel zu knapp.

Wellington ist eine sehr windige Stadt, weil sie exakt dort liegt, wo die Winde des 40. Breitengrades sich durch die enge Cook Strait zwängen müssen. Das Rotel bläst sich mächtig auf.

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Seen und Gipfel

IMG_6838Das Thermal Wonderland Wai-O-Tapu beeindruckt durch dampfende Erdspalten und einem flachen See, dessen Grund in den verschiedensten Farben schimmert wie eine Malerpalette. Deshalb nennt man ihn auch so. Der Champagnersee wiederum perlt wie das edle Getränk und hat auch dessen Farbe.

Das Wasser aus Neuseelands größtem See, dem Lake Taupo mit immerhin 600 Quadratkilometern, zwängt sich durch einen engen Felskanal und stürzt schließlich 6 Meter in die Tiefe, ein beeindruckendes Schauspiel.

Schon von weitem ist ein schneebedeckter Gipfel zu sehen. Im Tongariro Nationalpark kommen wir ihm ganz nahe, eine gut zweistündige Wanderung bringt uns auf 1200 Meter Meereshöhe zum Taranaki Wasserfall und wieder zurück. Das Postkartenwetter sei ein Weihnachtsgeschenk, meint die Reiseleiterin, denn Mount Ruapehu (2797m), Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro zeigen sich nur höchst selten wolkenfrei.

Das Nachtquartier wird heute in Ohakune aufgeschlagen.

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