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Alles Maori

IMG_6693Die Bay of Plenty ist eine sehr fruchtbare Region. Angebaut werden Avocados, Heidelbeeren, Macadamia und natürlich die Kiwi Fruit. Da hängen sie nun an ihren Spalieren, geschützt von Windschutzhecken und ständig feucht gehalten, denn das braucht eine Qualitäts-Kiwi.

Ein Höhepunkt der heutigen Fahrt ist die Maori-Kirche «Old Faith», was so viel heißt wie «Alter Glaube», denn für die Maori ist das Christentum ein sowohl-als-auch, ihre Verehrung der Ahnen und das Christentum ergänzen einander. Vom Seitenschiff aus gesehen scheint ein ins Glas geätzter Maori-Christus über das Wasser des Rotorua-Sees zu wandeln.

Gegen Abend sind wir zu einem Maori-Fest eingeladen. Vom Chief der Gäste (die Rolle geht an Klaus) wird erwartet, daß er sich von den Drohgebärden des Maori-Kriegers weder einschüchtern noch zur Aggression verleiten läßt, er muß vielmehr den auf den Boden gelegten Zweig aufheben und ein paar Schritte zurücktreten. Erst dann erhält er das Zeichen, daß er und die Seinen nun ins Haus folgen dürfen. Man zieht übrigens stets die Schuhe aus, auch in der Kirche schon. Nach der Bühnenshow mit Gesang und dem Mahl geht es noch einmal hinaus zum Geysir.

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Heiße Füße

IMG_6552Der Vormittag bringt uns auf die bergige Coromandel Halbinsel und dort an den «Hot Water Beach». Das ist ein Strand mit «Fußbodenheizung», denn es gibt heiße Quellen in der Tiefe. Ein bißchen den Fuß in den Sand buddeln, und schon wird es kuschelig warm an den Zehen. Wer bei Ebbe unvorsichtig ist, kann sich dort, wo das Wasser austritt, angeblich sogar die Füße verbrühen.

Als wahrer Traumstrand erweist sich die «Cathedral Cove», vorausgesetzt man nimmt eine dreiviertel Stunde Fußmarsch in Kauf. Der Weg führt zwischen baumhohen Farnen und rot blühenden Pohutocawa-Bäumen («Christmas Tree») hinauf und wieder hinunter zu einem kleinen Sandstrand, eingeklemmt zwischen weißen Felswänden. An einer Stelle tut sich ein Loch in der Felswand auf, durch das man zu einem weiteren Strand gelangt, allerdings nur bei Ebbe.

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Megacity des Pazifik

IMG_6436Ein Rotel Tag beginnt damit, daß man sich mit den Beinen voran rückwärts aus der Schlafkabine robbt und mehr oder weniger weit hinunter klettert. Wir bewohnen eine Doppelkoje in der mittleren Reihe. Groß genug zum Schlafen, aber nicht zum Anziehen. Man teilt sich also den Platz vor den Kojen mit 40 anderen. Das funktioniert aber erstaunlich gut, da ja nicht alle gleichzeitig aufstehen. Gefrühstückt wird draußen an Biertischen, die anschließend im Bauch des Anhängers verschwinden. In drei bereitgestellten Plastikwannen spült jeder sein Geschirr selber. Auch beim Abbau hilft jeder mit, denn schon nach einer Stunde muß alles abfahrtbereit sein.

Heute besuchen wir Auckland, die größte Stadt Neuseelands. Hier lebt mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung, vorwiegend in Einfamilienhäusern, die über eine riesige Fläche verstreut liegen. Allein im Zentrum stehen einige Wolkenkratzer und der 324 Meter hohe «Sky Tower», der höchste Turm der südlichen Hemisphäre.

Das Auckland Museum, auf einem Hügel über der Stadt gelegen, hat eine Maori-Abteilung mit beeindruckenden Holzarbeiten. Das typische Versammlungshaus ermöglicht es den Lebenden, mit den Ahnen in Verbindung zu treten. Auch wir Touristen dürfen seine Spiritualität im Inneren auf uns wirken lassen, müssen aber die Schuhe ausziehen.

In Auckland leben viele Studenten, aber auch Superreiche, die für einen unverbauten Blick auf den Yachthafen kurzerhand das Gelände unterhalb ihrer Villen zum Naturschutzgebiet erklären ließen.

Gegen Abend erreichen wir den Miranda Holiday Park mit seinen Thermalquellen.

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Delphine und ein Loch im Fels

IMG_6374Mit dem Boot geht es heute morgen hinaus in die «Bay of Islands», vorbei an allerlei Inselchen verschiedenster Größe. Wer mit den Delphinen schwimmen will, könne zwar gerne ins Wasser springen, tut der Kapitän über Lautsprecher kund, das gelbe Boot «Dolphin Swimming» sei dafür aber besser geeignet. Tatsächlich sieht man dort viele Köpfe aus dem Wasser ragen, und dazwischen – tatsächlich – auch den einen oder anderen Delphin. Unser Fahrtziel ist das «Hole in the Rock», ein Felsentor, groß genug daß wir mit dem Schiff hindurchpassen. Auf der Klippe nebenan thront ein weißer Leuchtturm und darunter das jetzt leerstehende Haus des Leuchtturmwärters, der hier 70 Jahre lang das Licht hütete, bis es durch ein elektrisches ersetzt wurde. Man könne das Häuschen jetzt günstig mieten, aber der Room Service sei «lousy». Dann geht es wieder zurück, einige Passagiere gehen auf einem Inselchen an Land, wo der Kapitän sie später wieder abholen wird, falls sie denn das Schiff nicht verpaßten. Aber er fahre die Tour ja täglich. Uns nimmt er mit bis Russel, wo die erste neuseeländische Kirche auf Besichtigung wartet, erbaut 1835. In der Nähe gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit aus dieser Zeit: der Platz, wo der Vertrag zwischen der Krone und den Maori unterzeichnet wurde. Ein Versammlungshaus der letzteren, erbaut zum 100-jährigen Jubiläum der Staatsgründung, imponiert mit eindrucksvollen Schnitzereien, die Ahnenkult und Inkarnationsglauben der auch heute noch sehr selbstbewußten Urbevölkerung wiedergeben.

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Alles Kauri

IMG_6276Grillen in Freien an einem vierten Advent! Kein Wunder, wir sind ja auch am 36. Breitengrad südlich des Äquators, hier findet Weihnachten im Frühsommer statt. Unsere Freude über das Grünen und Blühen ringsum erfuhr heute morgen allerdings einen leichten Dämpfer: es regnete. Deshalb sei die Insel ja auch so grün, klärt uns Regina, die Reiseleiterin, auf. Erstes Ziel heute ist das Kauri-Museum. Kauri? So heißen die Bäume, die einst den Großteil der Landschaft bedeckten. Es sind wahre Riesen, die mehrere tausend Jahre alt werden können. Bevor sie 1987 unter strengen Schutz gestellt wurden, waren bereits 99% gerodet, denn das Holz ist von außergewöhnlicher Qualität und Schönheit. Das größte noch stehende Exemplar heißt «Herr des Waldes» und hat einen Stammumfang von 26 Metern. Ein Maori erzählt vom Respekt, den sein Volk allem Lebenden entgegenbringt, auch den Bäumen und natürlich speziell diesem. Gegen Abend erreichen wir einen Campingplatz direkt über einem Wasserfall.

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Einmal um die halbe Welt

IMG_6422Unsere Reise um die halbe Welt findet bereits kurz hinter Fürth eine jähe Unterbrechung: der ICE bleibt auf freier Strecke stehen. Erst nach einer dreiviertel Stunde geht es weiter, gut daß wir für die Fahrt nach Frankfurt genug Reserve eingeplant hatten. Nach einem kleinen Disput am Schalter dürfen wir im Flugzeug dann auch nebeneinander sitzen, man hatte uns zuvor getrennt plaziert. Bei Singapore Airlines wird Service groß geschrieben: statt Plastik gibt es richtiges Besteck und richtige Gläser. Es ist ein Nachtflug, die Fenster bleiben geschlossen, obwohl es bereits Nachmittag ist, als wir beim Anflug auf Singapur gebeten werden, die «Lückenlehnen» senkrecht zu stellen. Der dortige Airport beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch ein Ambiente mit Teppichböden und Ruheoasen mit üppigen Orchideen. Nach einer neuerlichen Nacht – man verliert insgesamt zwölf Stunden durch die Zeitverschiebung – erreichen wir Auckland und das Rollende Hotel kurz nach 12 Uhr.

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Alexander in Mannheim

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Planetenweg

VenusDas Licht braucht 8 Minuten, um von der Sonne zur Erde zu gelangen. Wir auch. Denn auf dem Weg zur Erde, einem Kügelchen von 12 Millimetern Durchmesser, bewundern wir noch den Merkur, knapp 5 Millimeter groß, und die Venus, die als Schwesterplanet der Erde an Größe gleichkommt. Das Besondere an der Erde wiederum ist ihr Mond, hier im Modell knapp 40 Zentimeter weit weg und dreieinhalb Millimeter im Durchmesser.

Mit Überlichtgeschwindigkeit huschen wir weiter zum Mars. Dann kommt eine Weile gar nichts und schließlich, an einer Weggabelung, der Jupiter, der nun ein vergleichsweise dicker Brocken ist von über 14 Zentimetern Durchmesser. Das ist zwar relativ wenig im Vergleich zur Sonne, die mit stattlichen ein Meter vierzig in der Ferne immer noch zu sehen ist. Aber man merkt doch sofort, daß im äußeren Sonnensystem andere Verhältnisse herrschen als im inneren.

Auch was die Entfernungen angeht. Wir laufen und laufen und fragen uns: haben die den Saturn vergessen? Als er endlich am Wegesrand auftaucht, haben wir schon 1.4 Kilometer hinter uns gebracht. Zur Erde waren es gerade einmal 150 Meter gewesen und zum Jupiter knappe 800. Die gelaufene Strecke war freilich noch ein wenig länger, weil die Planetenmodelle hier nicht in einer Linie stehen.

Vom Saturn mit seinem Ring, der im Modell eher einer Hutkrempe gleicht, zum nächsten Planeten, dem Uranus, sind es erneut mehr als als eineinhalb Kilometer, die Entfernungen scheinen sich jeweils zu verdoppeln. Wie sein weitere eineinhalb Kilometer entfernter Bruder Neptun hat der Uranus etwa die Größe einer kleinen Mandarine.

Sollen wir noch zum Pluto laufen? Eigentlich ist Pluto ja gar kein richtiger Planet mehr, und wir wollen unseren Zug erreichen. Und so beenden wir unsere Planetenreise mit einem Swing-by Manöver am Neptun und lassen bei vierfacher Lichtgeschwindigkeit noch einmal alle Gasriesen – in diesem Fall Bronzeriesen – Revue passieren, um schließlich vom Bahnhof Georgensgmünd aus die Heimfahrt anzutreten.

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Fahrt ohne Titel

KioskEs ist mitnichten so, daß mir kein Titel für diese Bustour eingefallen wäre, im Gegenteil: Rund um das Dikti-Gebirge wäre ebenso treffend gewesen wie Kreta wo es noch ursprünglich ist oder Großer Bus auf schmalen Straßen oder was auch immer. Aber die Tour hieß eben Fahrt ohne Titel, und dieses Mal wurden wir tatsächlich am Rand der Hauptstraße aufgelesen. Sinnigerweise fuhr der Bus von dort erst einmal schnurstracks zu unserem Hotel, um zu wenden. Da freuen sich die umsonst strapazierten Füße.

Wie bei solchen Touren üblich lernten wir viele Hoteleinfahrten kennen, wo andere Teilnehmer warteten. Dann ging es hinauf zur ersten Station: eine Töpferei. Wir durften dem Meister beim Formen eines Pithos und allerlei anderer Gefäße zusehen: faszinierend. Zwei Teller mit kretischen Motiven werden uns hoffentlich unversehrt nach Hause begleiten.

Am Bergdörfchen Ano Viannos begeisterte vor allem die orthodoxe Kirche mit ihren bunten Glasfenstern. Wir durften sogar einen Blick in das Allerheiligste werfen. Von dort ging es weiter in die südlichste Stadt Europas, Ierapetra. Der Rückweg führte über die schmalste Stelle der Insel, auf der Paßhöhe erfaßt der schweifende Blick beide Meere, das libysche im Süden und die Ägäis im Norden.

Abgerundet wurde die Fahrt mit einem Glas griechischem Raki. Und endlich lernten wir auch einmal eines jener sechsbeinigen Tierchen kennen, deren lautstarkes Zirpen aus praktisch jedem Olivenbaum im Lande ertönt.

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Palast der Phantasie

MaliaPalastEs braucht schon einiges an Phantasie, um eine Vorstellung zu gewinnen, welche Szenen sich vor 3.700 Jahren auf diesem Innenhof abspielten. Denn im Gegensatz zum benachbarten Knossos wurden dem minoischen Palast von Malia keine Rekonstruktionen hinzugefügt. Wie gut, daß wir zuvor schon das Museum in Iraklio besucht hatten.

Zwischen den bestenfalls brusthohen Gemäuern umherstreifend entdeckten wir mehrere mannshohe Pithoi, das sind Vorratsgefäße für Olivenöl, Salz, Getreide oder Wein. Die außen angetöpferten Ösen, durch die für den Transport Seile geführt wurden, waren deutlich zu sehen. Auch der geheimnisvolle Kernos, ein mühlsteinähnliches Objekt mit eingetieften Näpfchen, blieb nicht lange unentdeckt. In der Mitte des Zentralhofes gab es einen Schacht, in welchem man Holzkohle gefunden hatte, über dem ein Rost lag. Für Brandopfer, hieß es. Solche Opfer veranstalten wir zuhause auch hin und wieder, hihi…!

In der Nähe des Palastes hätte es einen schönen Strand gegeben, aber wir hatten leider kein Badezeug dabei.

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