Katamaran

Gestern ist nicht viel passiert, außer ein paar Regenschauern, udaß der Zimmersafe sich nicht mehr öffnen ließ. Das eingeschlossene iPhone hatte wohl die Elektronik außer Gefecht gesetzt.


Unseren heutigen Ausflug hatten wir schon vor ein paar Tagen gebucht, da kann einem natürlich das Wetter einen Streich spielen. Und danach sieht es auch aus. Während des Transfers vom Westen der Insel zur Ostseite, wo der Katamaran startet, jagt ein Regenschauer den nächsten. Aber dann reißt kurz vor dem Ziel eben doch der Himmel auf, und wir bekommen einen Einblick, wie hierzulande das Wetter gemacht wird. Die Bergkette entlang der Küste spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle.

Fast könnte man glauben, auf dem Chiemsee zu sein beim Anblick der gestuften Bergketten über dem klaren Wasser: unten grüne Felder, dann Wald und ganz oben felsige Grate. Nur daß am Chiemsee kein Zuckerrohr wächst und im Chiemsee keine Zebrafische leben. An einer besonders fischreichen Stelle gehen wir vor Anker, und wer will, darf eine der bordeigenen Schnorchel-Ausrüstungen anlegen und sich ein wenig zu ihnen gesellen. Das freut die Fische. Oder ist es vielleicht doch das über Bord geworfene Fischfutter?

Daß wir nicht das einzige Ausflugsschiff sind, zeigt sich an der Stelle, wo die Ufer immer weiter zusammen rücken, weil alles in die kleine Flußmündung hinein will, an deren Ende ein imposanter Wasserfall wartet. Das letzte Stück müssen wir allerdings im Motorboot zurücklegen, der Katamaran wäre für diese Passage viel zu breit. Direkt unterhalb der tosenden Kaskade hat immer nur ein Boot Platz, erst warten wir, dann warten die anderen auf uns. Dem Eindruck, den das Naturschauspiel hinterläßt, tut das keinen Abbruch.

Über den Katamaran wehen derweil Grilldüfte. Es gibt Spieße mit Fisch und Welche mit Hähnchen. Ein junges Paar mit Kind kommt aus Rhodesien. Das Land heißt heute offiziell Simbabwe, aber das sieht die weiße Minderheit wohl anders. Der anderen Familie am Tisch ist bereits mein Australien-Hut aufgefallen: ich scheine damit das Pendant zum Japaner in Lederhose zu sein. Immerhin hat aber die junge Frau in Wien gelebt und spricht deutsch. Eine wunderschön internationale Gesellschaft, im der jeder sich freut, wenn der andere ein paar seiner heimatlichen Highlights gesehen hat: Rothenburg, Neuschwanstein und Hofbräuhaus hier, Sydney Opera dort.

Wir gehen auf einem Inselchen an Land, wie die Passagiere der anderen Katamarane auch. Und legen nach etwa einer Stunde von dort wieder ab. Jetzt werden die Segel gesetzt. Die Höhe des Mastes ist wirklich eindrucksvoll, und ebenso die mit Windkraft erzielte Geschwindigkeit.

An Land wartet schon unser Taxi. Der Fahrer spricht vier Sprachen: Hindi, arabisch, französisch und englisch. Vorbei am Insel-Matterhorn gelangen wir Sonnenverwöhnte dieses Mal trocken ans Ziel. Und auch der Traffic hält sich, ganz im Gegensatz zur Hinfahrt, dieses Mal in Grenzen.

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