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Unser Lieblingsplatz sind die kleinen Vierertische neben der Freiluftbar, ganz am Rande, wo das liebliche Plätschern des Springbrunnens eine entspannte Atmosphäre schafft, die man stundenlang genießen möchte, zumal es weder zu kühl noch zu warm ist und ein angenehmes Lüftchen die langen Palmwedel über unseren Köpfen leise wippen läßt. Und wären da nicht die vielen gelb-weißen Sonnenschirme, man könnte glauben, um 2000 Jahre in eine andere Zeit versetzt worden zu sein, denn allenthalben erheben sich weiße Statuen, anmutig die Frauen, martialisch die Männer. Das Beste von allem aber ist der Speisetempel mit seiner Front aus dorischen Säulen und einem Giebelfries, über dem sich eine bronzene Quadriga erhebt. Abgesehen davon, daß die vornehmen Römer sicher nicht die Wasserbecken ihrer Villengärten durchschwommen hätten und samt ihrer Bediensteten anders gekleidet waren, ist das Ambiete wie geschaffen zum Abschalten, und wir könnten hier wochenlang aushalten.
Zumal wir auch ausgezeichnet verköstigt werden, mit allem was die türkische Küche zu bieten hat, und das dreimal täglich. Nein, eigentlich sogar fünfmal, denn es gäbe ja auch noch den Nachmittagskaffee und den Mitternachts-Imbiß. Am Strand waren wir auch schon, er liegt gegenüber der Schnellstraße und ist, vorbei am bronzenen Denkmal eines römischen Streitwagens, durch eine Unterführung zu erreichen, die innen genauso üppig dekoriert ist wie die Zimmer und Gänge, die Außenfronten und natürlich das Innere des Speisesaals, wo just im Augenblick das Mittagsmahl für uns bereitsteht. Es gibt Hähnchenkeulen und noch allerlei andere Leckereien.
Der Chef, Herr Yetkin, kümmert sich liebevoll um seine Gäste, alle sollen zufrieden sein und sind es auch. Vorgestern wurden wir von ihm durch das Firmenmuseum geführt, es befindet sich über der Rezeption und hat, wen wunderts, die Form eines kleinen römischen Tempelchens.
Das Licht braucht 8 Minuten, um von der Sonne zur Erde zu gelangen. Wir auch. Denn auf dem Weg zur Erde, einem Kügelchen von 12 Millimetern Durchmesser, bewundern wir noch den Merkur, knapp 5 Millimeter groß, und die Venus, die als Schwesterplanet der Erde an Größe gleichkommt. Das Besondere an der Erde wiederum ist ihr Mond, hier im Modell knapp 40 Zentimeter weit weg und dreieinhalb Millimeter im Durchmesser.
Mit Überlichtgeschwindigkeit huschen wir weiter zum Mars. Dann kommt eine Weile gar nichts und schließlich, an einer Weggabelung, der Jupiter, der nun ein vergleichsweise dicker Brocken ist von über 14 Zentimetern Durchmesser. Das ist zwar relativ wenig im Vergleich zur Sonne, die mit stattlichen ein Meter vierzig in der Ferne immer noch zu sehen ist. Aber man merkt doch sofort, daß im äußeren Sonnensystem andere Verhältnisse herrschen als im inneren.
Auch was die Entfernungen angeht. Wir laufen und laufen und fragen uns: haben die den Saturn vergessen? Als er endlich am Wegesrand auftaucht, haben wir schon 1.4 Kilometer hinter uns gebracht. Zur Erde waren es gerade einmal 150 Meter gewesen und zum Jupiter knappe 800. Die gelaufene Strecke war freilich noch ein wenig länger, weil die Planetenmodelle hier nicht in einer Linie stehen.
Vom Saturn mit seinem Ring, der im Modell eher einer Hutkrempe gleicht, zum nächsten Planeten, dem Uranus, sind es erneut mehr als als eineinhalb Kilometer, die Entfernungen scheinen sich jeweils zu verdoppeln. Wie sein weitere eineinhalb Kilometer entfernter Bruder Neptun hat der Uranus etwa die Größe einer kleinen Mandarine.
Sollen wir noch zum Pluto laufen? Eigentlich ist Pluto ja gar kein richtiger Planet mehr, und wir wollen unseren Zug erreichen. Und so beenden wir unsere Planetenreise mit einem Swing-by Manöver am Neptun und lassen bei vierfacher Lichtgeschwindigkeit noch einmal alle Gasriesen – in diesem Fall Bronzeriesen – Revue passieren, um schließlich vom Bahnhof Georgensgmünd aus die Heimfahrt anzutreten.
«Es macht Ihnen doch nichts aus, wenn Sie statt des Corsa ein größeres Modell … mehr Komfort, Automatik?» Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört. Doch, macht es. Wäre uns nach mehr Komfort gewesen, wir hätten ihn gebucht. Aber die Dame am Abholschalter zeigt sich entgegenkommend, tauscht Schlüssel und Papiere.
Dann der zweite Schreck: der Tank ist nur zu 7/8 voll. Bei Abgabe des Fahrzeugs für 10 Euro mehr tanken als vorher drin war? Oder beim Wiederbetanken ständig auf den Zeiger starren? Geht das denn überhaupt? Hertz hätte nicht diesen guten Ruf, wären sie nicht auch darauf vorbereitet: «Sehen Sie, es ist hier schon vermerkt. Tanken Sie ruhig voll, Sie erhalten die Differenz später von uns erstattet.»
Und so werden wir dann also morgen mit einem nagelneuen schwarzen Corsa zum Flughafen rollen. Freuen uns schon.






