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Nachtflug

Der Weg nach Rethymno ist weiter als man denkt, insbesondere wenn der Flug morgens um 5 Uhr in Köln startet. Den Vortag verbrachten wir unter anderem in der Bonner Bundeskunsthalle, Pracht und Alltag in Byzanz hieß die Ausstellung. Familienbesuch in Mülheim, dann noch ein Abstecher ins Düsseldorfer Nachtleben, von dort ins Parkhaus des Flughafens, Auto abstellen und Schlüssel in den Kasten des Autovermieters werfen. In den Morgenstunden landen wir bei strahlendem Sonnenschein in Iraklio und übernehmen erneut ein Auto.

Eigentlich wollten wir die Erkundungstour erst starten, wenn wir uns von den Strapazen der Anreise erholt und den verlorenen Schlaf nachgeholt haben. Leider haben wir bei FTI versehentlich eine Reise ohne Hoteltransfer gebucht. Worauf man nicht alles achten muß heutzutage! Einmal nicht auf klitzekleinste Details geachtet, und schon steht in den Reiseunterlagen: «es ist kein Transfer zum Hotel vorgesehen, wir raten Ihnen ein Taxi zu nehmen». Ein Taxi? Immerhin liegt das Hotel gute 70km vom Flughafen entfernt. Es gibt zwar Linienbusse, aber wir müßten zweimal umsteigen und kennen das Hotel nur dem Namen nach. Und so buchten wir zuhause in allerletzter Minute doch noch ein Auto ab Flughafen.

Das uns zugedachte Fahrzeug gefällt uns nicht, außen verbeult, innen verräuchert und der Tank auf Reserve. Ein anderes, bitte. Dessen Tank ist zu einem Viertel gefüllt, das könnte gerade reichen. Nun, denn. Kurz vor dem Ort, wo wir das Hotel vermuten, verlassen wir die Schnellstraße. Es war eine Ausfahrt zu früh. Die Straße führt durch ein Flußbett. Was für eine Odyssee. Aber wir finden unser Hotel. Hilfe, was ist denn hier los? Der Parkplatz voll belegt, jede Menge Familien mit Kindern. Ach so, es ist ja Ostersonntag, und das Hotel richtet ein großes Fest aus, mit Kirchgang – ja, auf dem Hotelgelände gibt es ein Kirchlein! – und Abendessen im Freien bei Livemusik. Wir verbringen ein paar Stunden am Strand, wo mangels Badetemperatur wenig los ist, und gehen früh schlafen.

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Lichter der Großstadt

IMG_8575Unser Flughafen-Trolley spricht mit uns. Das beste Restaurant, der schönste Laden, um noch ein paar Singapore-Dollar loszuwerden. Nach einer Viertelstunde setze ich das Hightech-Transportgerät irgendwo aus und hole uns eines, das einfach nur Kofferkuli ist.

Der heutige Tag gehörte dem Zwischenstopp Singapur, wo wir nach dem Zehneinhalb-Stunden-Flug von Christchurch zunächst eine erholsame Nacht im Park Hotel verbrachten, mit Blick auf die eindrucksvolle Skyline der Asien-Metropole. Für den Nachmittag gönnte Rotel Tours uns noch eine mehrstündige Busrundfahrt mit Zwischenstopps am Botanischen Garten, im Stadtviertel Little India und schließlich in Chinatown. In einem weiteren Abendbuffet fand die Reise schließlich ihren krönenden Abschluß.

Nun steht also ein weiterer Langstreckenflug an, diesmal von 12 Stunden Dauer und mit 7 Stunden Zeitverschiebung. Denn wenn hier in Deutschland die Sonne aufgeht, geht sie in Neuseeland gerade unter.

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Die Abreise naht

IMG_8532Auf dem Weg vom Seengebiet durch die Canterbury Plains nach Christchurch kommen wir durch interessante Landschaften mit allerlei Sehenswerten, zum Beispiel das Städtchen Geraldine oder die Brücke über den Fluß Rakaia, die längste Brücke Neuseelands.

Die Großstadt Christchurch gilt als die englischste Stadt außerhalb Großbritanniens. Auch hier gilt unser Interesse zunächst der Universität und dem Gebäude des Regionalparlaments mit seinem eindrucksvollen Plenarsaal, der wie eine gotische Kathedrale anmutet. Sodann schlendern wir ein Stück am Flüßchen Avon entlang und gelangen durch einige Einkaufsstraßen schließlich zum botanischen Garten mit einem eindrucksvollen Baumbestand. Die Blumenrabatten und der Rosengarten stehen in vollem Flor, und das am Dreikönigstag.

Heute, am letzten Abend der Rundreise, dürfen die Kochtöpfe im Hänger des Rotels bleiben, denn es gibt zum feierlichen Abschluß ein Abendbuffet.

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Durchs östliche Otago

IMG_8350Die University of Otago ist die angesehenste und älteste Universität des Landes, im Augenblick ist der Campus jedoch wegen der Semesterferien wie ausgestorben. Wir durchschreiten das Tor zur Weisheit und bestaunen die altehrwürdigen Gebäude.

Einige Kilometer weiter nördlich gilt es ein Naturwunder zu besichtigen: die Moeraki Boulders. Das sind Steinkugeln von bis zu zwei Metern Durchmesser liegen an einem Sandstrand herum, als hätten Riesen mit Murmeln gespielt. Die eine oder andere ist zerborsten und gewährt Einblick in ihr Inneres, das teilweise aus Quarz besteht.

Unser nächstes Ziel ist Oamaru, die «weiße Stadt». Entlang der Hauptstraße stehen Prachtbauten mit Säulenfronten im Stil griechischer Tempel. Sie zeugen vom Reichtum an weißem, leicht zu bearbeitendem Kalkstein, für den die Region bekannt ist.

Aus diesem Stein sind auch die Felsformationen, deren Überhänge den frühen Maori nicht nur Schutz boten, sondern auch Treffpunkt und geheiligter Ort waren, wie die schwarz-roten Felszeichnungen noch heute erkennen lassen.

Entlang mehrerer Stauseen mit herrlich smaragdgrünem Wasser gelangen wir hinauf in eine auffallend trockene Hochebene, denn sie liegt im Windschatten der Southern Alps, deren schneebedeckte Gipfel aus der Ferne herüber grüßen. Direkt hinter dem Lake Pukaki erhebt sich der Mount Cook, der höchste Gipfel im gesamten südpazifischen Raum. Heute hüllt er sein dreigipfeliges Haupt allerdings teilweise in Wolken.

Die Fahrt durch das östliche und nördliche Otago endet in einem wunderschön gelegenen und deshalb gut frequentierten Campingplatz am Lake Tekapo.

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Closed until, reopen at

IMG_8180Dunedin (mit Betonung auf dem ‚e‘) ist eine schottische Stadt, und so ist auch das Wetter hier: kalt, regnerisch und vor allem sehr windig. Albatrosse mögen das. Auf dem Taiaroa Head ganz am Ende der Otago Peninsula gibt es eine kleine Kolonie der Seevögel, die hier ihre weltweit einzige Kolonie auf dem Festland haben. In dieser Brutsaison wurden 19 Nester gezählt, mit je einem einzigen Ei. Vom eigens erbauten Aussichtspunkt dürfen wir die geschickten Flieger mit ihren drei Metern Spannweite eine genau bemessene Zeit lang beobachten.

Auf dem Weg hierher kamen wir durch einige Städtchen, die in diesen ersten Januartagen wie ausgestorben wirken. Praktisch alle Läden haben in den ersten Tagen des neuen Jahres geschlossen. Erst hier in Dunedin lohnt sich schließlich der Einkaufsbummel. Als besonders sehenswert erweist sich der Bahnhof, eine Kathedrale des Industriezeitalters mit Mosaikfußboden und bunten Glasfenstern, die an eine Kirche erinnern.

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Das Milford Miracle

IMG_8089Die Wolken hängen tief, und es gießt in Strömen, als wir nach zweistündiger Fahrt über den Homer Paß am Milford Sound eintreffen und das Schiff besteigen. Der ausgiebige Regen läßt an den steilen Felsen Tausende von Wasserfällen entstehen, die sich tosend in den Fjord ergießen. Obwohl es hier im Nationalpark an 200 Tagen im Jahr regnet, ist heute ein ganz besonderer Tag, denn so viel Niederschlag gibt es nur selten. Der Kapitän feiert heute seinen 28. Geburtstag und steuert das Schiff direkt unter dem Wasserfall hindurch, was ihm offenbar großen Spaß bereitet.

Die eindrucksvolle Szenerie des Fjordes bleibt jedoch leider hinter den Regenwolken verborgen. Erst als wir die Wasser- und Wetterscheide wieder hinter uns gelassen haben, bricht auch wieder die Sonne durch. Das Fjordland ist eben eine Region voller prägender Überraschungen.

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Höhlenabenteuer

IMG_8009Es ist stockdunkel, und über uns leuchten unzählige Lichtpunkte. Wo sind wir? Nein, nicht unter dem Sternenhimmel auf der Suche nach dem oft zitierten Kreuz des Südens. Das haben wir bereits des öfteren erspäht. Kleine Hilfestellung: der Boden schwankt, und ringsum plätschert es. Wir sind nämlich in der berühmten «Glühwürmchengrotte». Das ist eine kilometerlange Karsthöhle, durch die ein Wildbach rauscht. In kleinen Gruppen werden die Besucher durch den niedrigen Höhleneingang (Vorsicht, Kopf!) und am unterirdischen Wasserfall vorbei zum Boot geleitet, wo das eigentliche Abenteuer erst beginnt, denn die Glow Worms mögen weder Licht noch Geräusche. Mit ihrem Leuchten locken sie die Beute an, die dann in den herabhängenden Klebefäden ihr Insektenleben aushaucht.

Nach einer stürmischen Gewitternacht überraschte uns der heutige Morgen mit klarem Himmel und einem einzigartigen Licht, wie man es nur auf Neuseeland erleben kann. Wir besuchen zunächst eine Vogelstation mit endemischen Arten, angefangen von der sehr seltenen Takahe – es gibt gerade noch 200 Exemplare – bis zum neurotischen «Charly Brown», einem Vertreter der Kaka-Papageien. Danach geht die Fahrt zum Lake Manapouri und zurück. Auch ein Kinobesuch steht heute auf unserer Agenda, gezeigt wird ein Film über das einzigartige Fjordland.

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Garten- und Seenland

IMG_7846Das neue Jahr beginnt hier 12 Stunden früher als zuhause, und zwar im Sommer, wovon aber nichts zu spüren ist, denn es ist ungewöhnlich kalt und windig. Nach geselliger Runde im Windschatten des Camping-Hängers sehen wir uns das Feuerwerk von unserer Luxus-Doppelkabine aus an.

Morgens geht es zur gewohnten Zeit los: 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt, heute zunächst am Stausee Lake Dunstan entlang und dann durch die beeindruckende Schlucht des Kawarau Rivers, über die kurz vor Queenstown die alte Hängebrücke führt, wo 1987 das kommerzielle Bungy Jumping erfunden wurde. Wir beobachten einige der waghalsigen Sprünge am Gummiseil.

Das schnell wachsende Städchen Queenstown liegt malerisch am Lake Wakatipu. Wir besuchen die Einkaufsstraße und den schön angelegten Stadtpark, ehe wir entlang des langgestreckten südlichen Seearmes und weiter durch die grasig grüne, aber stürmische Landschaft weiterfahren zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Te Anau, der uns mit einem Regenschauer empfängt. Inzwischen scheint aber wieder die Sonne.

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Vom Regenwald zum Grasland

IMG_7539Tatsächlich ließ gegen Abend die Bewölkung nach, und der Mount Cook zeigte uns seine schneebedeckte Spitze.

Der letzte Tag des Jahres beginnt mit einem Ausflug zum Fox Glacier, dessen Zunge wie beim benachbarten Franz Josef Gletscher bis in den Regenwald herabreicht.

Letzteren erkunden wir gegen Mittag bei einer Wanderung entlang des «Ship Creek» mit riesigen, Jahrtausende alten Kahikatea-Bäumen, die ihrem deutschen Namen «Sumpfzypresse» alle Ehre machen, denn sie stehen im Wasser. Auf Holzstegen erkunden wir die einzigartige Flora des «Märchenwaldes», wie die Reiseleiterin schwärmt. Leider wissen aber auch die Sandfly-Mücken diesen feuchten Ort sehr zu schätzen.

Die Straße läßt nun die stürmische West Coast hinter sich und wendet sich dem Haast-Paß zu, der mit 563 Metern niedrigsten Passage über die Südalpen. Bald schon erreichen wir ein nächstes Highlight: den Lake Wanaka und den benachbarten Lake Haweia, deren opalfarbene Spiegel von Bergen umrahmt sind.

Auf einer Schaffarm gewährt uns der junge Farmer Ben interessante Einblicke in das Arbeiten mit den Hunden und die Wollqualitäten seiner Merinoschafe. Schließlich werden wir noch Zeuge beim „Ausziehen“ eines 18 Monate gewachsenen Schafspelzes.

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