Wien ist immer eine Reise wert. Auf unserem Besuchsplan standen:
– Leopold Museum
– Kunsthistorisches Museum
– Albertina
– Mozarthaus
– Beethoven-Wohnung
– Schloß Schönbrunn
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Unser Lieblingsplatz sind die kleinen Vierertische neben der Freiluftbar, ganz am Rande, wo das liebliche Plätschern des Springbrunnens eine entspannte Atmosphäre schafft, die man stundenlang genießen möchte, zumal es weder zu kühl noch zu warm ist und ein angenehmes Lüftchen die langen Palmwedel über unseren Köpfen leise wippen läßt. Und wären da nicht die vielen gelb-weißen Sonnenschirme, man könnte glauben, um 2000 Jahre in eine andere Zeit versetzt worden zu sein, denn allenthalben erheben sich weiße Statuen, anmutig die Frauen, martialisch die Männer. Das Beste von allem aber ist der Speisetempel mit seiner Front aus dorischen Säulen und einem Giebelfries, über dem sich eine bronzene Quadriga erhebt. Abgesehen davon, daß die vornehmen Römer sicher nicht die Wasserbecken ihrer Villengärten durchschwommen hätten und samt ihrer Bediensteten anders gekleidet waren, ist das Ambiete wie geschaffen zum Abschalten, und wir könnten hier wochenlang aushalten.
Zumal wir auch ausgezeichnet verköstigt werden, mit allem was die türkische Küche zu bieten hat, und das dreimal täglich. Nein, eigentlich sogar fünfmal, denn es gäbe ja auch noch den Nachmittagskaffee und den Mitternachts-Imbiß. Am Strand waren wir auch schon, er liegt gegenüber der Schnellstraße und ist, vorbei am bronzenen Denkmal eines römischen Streitwagens, durch eine Unterführung zu erreichen, die innen genauso üppig dekoriert ist wie die Zimmer und Gänge, die Außenfronten und natürlich das Innere des Speisesaals, wo just im Augenblick das Mittagsmahl für uns bereitsteht. Es gibt Hähnchenkeulen und noch allerlei andere Leckereien.
Der Chef, Herr Yetkin, kümmert sich liebevoll um seine Gäste, alle sollen zufrieden sein und sind es auch. Vorgestern wurden wir von ihm durch das Firmenmuseum geführt, es befindet sich über der Rezeption und hat, wen wunderts, die Form eines kleinen römischen Tempelchens.
Ob sie wirklich Ball gespielt haben auf diesen geheimnisvollen Plätzen, die es bei jeder Maya-Stätte gibt? Die Längsseiten sind von einer hohen Mauer begrenzt, in deren Mitte jeweils ein steinerner Ring angebracht ist. Mußte der Ball durch einen dieser Ringe geworfen werden? Warum sind sie dann nicht zum Feld hin ausgerichtet? Und warum sind sie mal niedrig und mal exterm hoch angebracht? Lassen wir uns bei unserer Interpretation von einer Ähnlichkeit leiten, die rein zufällig ist?
Fest steht, daß der Platz in Chichen Itza eine phantastische Akustik hat: klatscht man in die Hände, sind sieben Echos zu hören. Festzustehen scheint auch, daß hier Menschen geköpft wurden, die Reliefs am Rande des Feldes verraten es. Allerdings werden in unseren Kirchen ja auch keine Menschen ans Kreuz genagelt. Und so bleibt die Erkenntnis, daß die Ballspielplätze ihr Geheimnis wohl niemals preisgeben werden, auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen.
Andere Details zu interpretieren fällt leichter. So hat die Pyramide auf jeder Seite genau 91 Stufen. Die letzte Stufe ist allen Treppen gemeinsam. Vier mal 91 plus 1 sind 365, eine wohl bekannte Zahl, die ganz sicher kein Zufall ist.
Denn die Maya waren exzellente Astronomen und kannten die Abläufe am Himmel sehr genau, wußten Sonnen- und Mondfinsternisse auf Jahrhunderte im voraus zu berechnen. Ein runder Turm, der leider nicht betreten werden darf, wird deshalb als Observatorium gedeutet, auch wenn sich der modernen Forschung noch nicht alle Einzelheiten erschließen.
Wir könnten in diesem Areal noch Stunden zubringen und immer wieder Neues entdecken, Darstellungen von Schlangen etwa oder von Totenschädeln. Aber das Areal füllt sich zusehends mit Menschen, die von den Badeorten herüber kommen und vorwiegend daran interessiert sind, sich selbst in Szene zu setzen. Und wir haben noch einen längeren Weg vor uns.
Bei Tulum treffen wir auf die karibische Küste. Die hiesige Stätte liegt als einzige, die wir kennenlernen durften, direkt am Meer, an einer Stelle wo kein Korallenriff die Ausfahrt der Schiffe behindert.
Hier kommt unsere Tour zum Abschluß. Für morgen steht ein freier Tag am Strand an, dann geht es mit dem Flugzeug zurück nach Mexico City und nach Hause.
Wir stehen in einem mexikanischen Supermarkt, deutlich größer als die meisten, denn es gibt der Kassen vier. Und an allen herrscht totaler Stillstand. Zehn Minuten, zwanzig Minuten. Volle Einkaufswagen, Schlangen murrender Menschen, Personal das sich irgendwelche Fragen zuruft, Kopfschütteln. Es ist die einzige Einkaufsgelegenheit für Getränke weit und breit, wir haben Durst, das gemeinsame Abendessen im Hotel beginnt in zehn Minuten. Entnervt setzen wir den Einkaufskorb irgendwo aus und gehen unverrichteter Dinge von dannen. Das ist Mexiko.
Der gestrige Tag verlief unspektakulär, wir fuhren an der Karibikküste ein Stück nordwärts bis in das Städtchen Campeche, das als Weltkulturerbe mit einem charakteristischen Straßenbild aufwartet. So richtig malerisch wird der Ort jedoch erst, wenn abends alles angestrahlt wird, einschließlich der Kathedrale. Bis es so weit ist, sehen wir den Pelikanen beim Fischen zu: der schwerfällig wirkende Vogel sticht, wenn er einen Fisch erspäht, blitzschnell herab, Wasser spritzt auf, und wenig später sieht man ihn die Beute im Ganzen verschlingend.
Heute standen dann wieder zwei Maya-Stätten auf dem Programm. Die erste bringt uns die Bekanntschaft des Regengottes ein. Das ist eine Figur mit einer Nase, die an einen Elefanten erinnert. Diese Tiere gab es hier nicht, also muß der Rüssel wohl eine andere Bedeutung haben. Und sie hat einen Mund mit gefletschten Zähnen wie bei einem Jaguar. Also nenne ich sie Jagufant.
Die zweite Maya-Stätte ist erstens sehr gut erhalten und zweitens auch sehr ausgedehnt. ihr Name: Uxmal. Die Mexikaner schreiben, wenn sie für einen Laut keinen Buchstabrn haben, einfach ein X. Ausgesprochen wird der Ort „Ugschmal“, mit Betonung auf dem A. Und er hat die steilste Pyramide von Mesoamerica.
Und nicht nur das. Hinter und neben dem eindrucksvollen Bauwerk befinden sich weitere, und sämtliche Schaufassaden reich mit „Jagufanten“ bestückt. Auch ein Papagei-Motiv entdecken wir, stellenweise ist es kopfüber oder quer eingebaut. Wie Papageien halt so sind. Die Leguane im Gelände liegen alle richtig herum, denn sie sind echt, auch wenn sie exakt die Farbe der Steine annehmen..
In der Begeisterung des Erkundens und Entdeckens vergehen die Stunden wie im Flug, und schon heißt es: Aufbruch nach Merida. Das Städtchen hat ausgedehnte Villenviertel, leider aber liegt das Hotel nicht in einem solchen.
Der Pianist im Speiseraum ist gut, aber das Piano nicht. Und dann spielt er auch noch „Lady in Red“. Wir gönnen ihm trotzdem einen Applaus, er kann ja nichts dafür. Wo das Hotel seine fünf Sterne versteckt halt, bleibt uns ein Rätsel.
Mexiko ist ein großes Land, und so geht es auch am Neujahrsmorgen sehr zeitig los. Das heutige Ziel heißt Calakmul und liegt „in der Mitte vom Nirgendwo“.
Unser Reisebus kann hier nicht fahren, wir müssen auf Kleinbusse umsteigen. Reiseleiter Luis hofft, daß er noch einen zweiten organisieren kann, da die Gruppe anderenfalls aufgeteilt werden müßte. Im letzten Moment, die ersten sitzen schon im Shuttle, trifft das zweite Fahrzeug ein.
Und schon geht es auf die schmale Urwaldpiste. Ungläubiges Staunen: 60 Kilometer? Haben die vielleicht das Komma vergessen? Mit vorrückender Zeit macht sich die Erkenntnis breit, daß wir tatsächlich so weit in den Regenwald hinein vorstoßen, der zur Zeit aber eher ein Trockenwald ist.
Die letzten beiden Kilometer gehen wir zu Fuß. Und dann, plötzlich, tauchen sie vor uns auf, die steinernen Riesen, deren größter weit über das Blätterdach aufragt. Außer uns sind kaum andere Touristen hier, und das gibt dem entlegenen Ort etwas Mystisches. Ein Hauch von Entdeckergeist umweht uns, als wir uns aufmachen, die endlosen Treppen hinaufzusteigen. Treppen, die offenbar nicht für menschliche Beine gedacht sind, denn die Stufen sind an die 70 Zentimeter hoch.
Oben angekommen, schweift der Blick über ein Blätterdach, das sich in alle Richtungen bis zum Horizont erstreckt. Mit einer Ausnahme: in einigen hundert Metern Entfernung ragt eine zweite Pyramide empor, wie eine Himmelsleiter, deren unterer Teil im undurchdringlichem Urwald verborgen liegt. Ein Ort wie aus einem Abenteuerroman.
Als wir uns alle satt gesehen haben, besteigen wir die beiden Busse und fahren zurück, wo wir nach über einer Stunde bei Hitze und drangvoller Enge wieder bei unserem Reisebus ankommen, der uns ins nahegelegene Hotel bringt, Hier ist zwar immer noch Nirgendwo, aber mit Internet-Anschluß: eine Infrastruktur, von der in Deutschland so manche ländliche Region träumt.
Es gibt hier in der Nähe eine Maya-Fundstätte, die nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Und weil die Zahl der Boote begrenzt ist, brechen wir sehr zeitig auf.
Auf diesen schmalen Booten mit Außenborder sollen je 12 Leute Platz finden? Jeder unbedachte Schritt kann das Boot zum Kentern bringen, und es geht bei jedem neuen Passagier, der an Bord kommt, eine entsprechende Lautäußerung durch die Reihen derer, die schon sitzen, Rücken zur Reling und Füße auf dem Mittelsteg.
Dann spritzt Gischt auf, denn es geht los. Eine gute halbe Stunde lang fahren wir den Grenzfluß zu Guatemala hinab bis zur Anlegestelle der Maya-Stätte Yaxchilan, auf deutsch „grüne Steine“. Und grün sind sie wirklich, die Ruinen zwischen all den Bäumen, die hier zum Teil stehen geblieben sind und der Stätte ein magisches Flair verleihen. Dazu paßt auch, daß der Zugang durch ein labyrinthisches Gebäude fùhrt, zu dem man sich, der Dunkelheit im Inneren entflohen, erst einmal verwundert umdreht und fragt, durch welche der drei Öffnungen man denn nun gekommen ist, des späteren Rückwegs wegen.
Dieser Rückweg ist natürlich mit einer weiteren, noch längeren Bootsfahrt verbunden, denn dieses Mal geht es flußaufwärts.
Als Nächstes steht heute ein Besuch bei den Lakandonen an, den lebenden Nachfahren der Maya, die ihr Erbe hier in Bonampak mit Argusaugen vor möglichen Schäden durch unvorsichtige Touristen bewahren. Die Grabkammer mit den weltweit einzigartigen Wandmalereien dürfen immer nur 3 Personen zugleich betreten, wobei Taschen und andere umgehängte Gegenstände draußen bleiben müssen.
Die Lakandonen, von denen es etwa 500 gibt, haben eine eigene Sprache, die sehr effizient sein muß, denn die lakandonischen Texte sind deutlich kürzer als die inhaltsgleichen spanischen und sogar kürzer als die englischen. Aber es fehlt ihnen offenbar an einem Personengedachtnis, so daß ich mein Permisio, das ist die Erlaubnis mit Video zu filmen, an derselben Stelle gleich dreimal vorzeigen muß.
Nun wenden wir uns der Heimfahrt zu, und da um Punkt 17 Uhr bei uns zuhause gerade die Raketen fliegen, halten wir kurz bei einem kleinen Markt an, um dann im Bus mit einer Dose Corona auf das neue Jahr anzustoßen.
Amüsiert stelle ich fest, daß unser 2010 insgesamt 19 Stunden länger war als bei anderen Leuten, denn begonnen hat es in Neuseeland 12 Stunden früher, und es endet hier in Mexico 7 Stunden später als zuhause. Wenn das kein Grund ist, im Hotelgelände noch eine sommerlich-milde Silvesternacht im Freien zu verbringen.
Die erste Etappe ist heute nur ein Katzensprung. Es gibt hier in Villahermosa nämlich ein Freilichtmuseum mit Zoo. Zuerst durchstreifen wir einen Regenwald mit allerlei Steinmonumenten, gigantische Köpfe mit negroiden Zügen und umgeben von allerlei symbolhafter Ornamentik. Ein häufiges Motiv ist der Leopard. Den gibt es nebenan dann auch im Original zu sehen, knurrend durschstreift der mächtige und zugleich ohnmächtige König des Regenwaldes seine vergitterte Welt.
Die roten Aras scheinen sich in ihrer Freiflug-Voliere hingegen recht wohl zu fühlen. Einer von ihnen sitzt direkt neben dem Weg, aber als ein Besucher die Hand nach ihm ausstreckt, tut er krächzend sein Mißfallen kund. Aras lassen sich hier nur von Aras kraulen, ob rot oder grün, scheint allerdings keine Rolle zu spielen.
Dynn geht es endlich nach Palenque, einer der wichtigsten Maya-Stätten. Mehrere dem Dschungel abgerungene Pyramiden und andere mehr oder weniger gut erhaltene Bauten laden zum Bewundern und Besteigen ein. Eine der Grabkammern tief im Inneren ist zugänglich, aber der Zugang ist eng, und es herrscht Begegnungsverkehr.
Die Aufbauten oben auf den Plattformen sind zum Teil verloren gegangen, die heutigen Außenwände lagen ursprünglich innen. An mehreren Stellen finden sich steinerne Reliefs und Hieroglyphen, die allerdings noch nicht vollständig entziffert werden können.
Unser heutiges Hotel besteht aus verstreuten kleinen Häusern im Maya-Stil, romantisch zwar, aber insgesamt etwas herunter gekommen. Morgen ist schon um 5 Uhr Wecken, es geht zu einer Maya-Stätte mitten im Dschungel.



