Archive for the Category » Ausflüge «

Karfreitag im Schnee

P1100166
Wer sagt, daß das Oberallgäu ein Regen- oder Schneeloch ist? Zumindest am diesjährigen Karfreitag hätten wir uns keinen besseren Ort aussuchen können als diesen. Denn auf Regen und Schnee, von dem es in der Karwoche mehr als genug gab – Stichwort Niklas – folgte ein Tag, wie es im Jahreslauf nur wenige gibt: frisch gefallener Schnee auf den Zweigen, ein Panorama schroffer Gipfel im Winterkleid, und darüber ein strahlend blauer Himmel, von dem die Sonne lacht.

Vom Quartier „Heides Hüs” geht es hinaus in den Wiesengrund, vorbei an verschneiten Vorgärten, die in diesem Jahr schon einmal grün waren. Die Sonne läßt Nebel aus den Wiesen steigen, während wir zwischen den Heuhütten entlang wandern und schließlich ein Waldstück betreten, wo das sich von den Zweigen lösende Eis immer wieder für kleine Hagelschauer sorgt. Aber es ist nur ein kurzes Stück, dann weitet sich der Blick, und wir stehen vor einer der größten Skisprungschanzen der Welt.

Bei diesem strahlenden Wetter wäre es eine Sünde, hier schon umzukehren, und so laufen wir noch hinauf nach Schwand, um das Alpenpanorama zu genießen. Der Weg durch den Wald bis zum Freibergsee ist uns dann aber doch zu ungemütlich, denn es tropft inzwischen recht intensiv von den Bäumen. Und als wir schließlich ins Tal zurück kehren, hat sich der Zauber weitgehend aufgelöst, und auch der blaue Himmel hat einem trüben Grau Platz gemacht.

Category: Allgemein, Ausflüge  Comments off

Franz Marc und August Macke

Die beiden Künstler waren Freunde. Und so lautet denn auch der Untertitel der Ausstellung: „Eine Künstlerfreundschaft”. Gezeigt wird sie im Münchner Kunstbau, einem ganz besonderen Museum, das nur über das Zwischengeschoß des U-Bahnhofs „Königsplatz” zu erreichen ist. Architektonisch gesehen ist es der Raum zwischen Bahnsteig und Straßenoberfläche, der normalerweise einfach wieder verfüllt wird. Hier in München sieht man von den Rolltreppen aus durch ein großes Schaufenster hinein. Oder aber, man holt sich im nahen Lenbachhaus ein Ticket, welches einem vom Verteilergeschoß her den Zutritt ermöglicht.

Hier hängen sie nun nebeneinander, die bunten Straßenszenen des Rheinländers August Macke und dazwischen Franz Marcs gleichermaßen farbenfrohe Tiere. Eine gelbe Kuh. Ein blaues Pferd. Rehe in verschiedenen Farben, die irgendwie an die Heilige Familie erinnern. Die Farben sind bewußt gewählt: blau, die Farbe des Himmels, steht für das männliche Prinzip, die Sonnenfarbe gelb für das weibliche.

Die beiden Künstler besuchten sich gegenseitig, tauschten sich aus, inspirierten einander – und blieben doch ein jeder seinem eigenen Stil treu. Leider verbindet sie auch ein allzu früher Tod auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs.

In der Ausstellung wird mit vielen Besuchern gerechnet, deshalb gibt es Tickets mit Zeitfenster. Ganz so schlimm war der Andrang dann aber doch nicht, anscheinend muß sich die Ausstellung erst herumsprechen. Wir beide waren jedenfalls begeistert.

IMG_1529

Auch vom Lenbachhaus, dessen Ausstellungsgebäude der Kunstbau ist. Das Haupthaus ist ein Schlößchen aus der Zeit, in der in Bayern ein Prinzregent das Sagen hatte. Seinen Weltruhm verdankt es der einmaligen Sammlung von Werken des „Blauen Reiter”, einer Vereinigung von Künstlern, der eben auch Franz Marc und August Macke angehörten.

Im Garten, der sich zwischen die beiden Flügel des Gebäudes schmiegt, liegt noch Schnee, die Brunnen sind abgedeckt, aber in den Blumenrabatten zeigen sich erste grüne Spitzen.

Ganz nebenbei bemerkt, waren wir heute auch im OEZ, dem „Olympia Einkaufszentrum”, und in der beeindruckenden BMW Welt. Bleibenden Eindruck hinterließ auch das winterlich verzauberte Altmühltal vor den Zugfenstern. Alles in allem also ein sehr gelungener Tag.

IMG_1716

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Vom Saurier zum Raumschiff

IMG_0452

In Altdorf unweit von Nürnberg studierten berühmte Kriegsherren, Philosophen, Literaten, Historiker, Mediziner und Baumeister. Moment mal, hat Altdorf mit gerade mal 15.000 Einwohnern denn eine Universität? Nicht mehr, denn sie fiel anno 1809 an das Königreich Bayern und wurde von König Maximilian I. aufgelöst.

Die „Altdorfina” ist daher heute ein kleines aber feines Museum mit ausgewählten Exponaten und Inszenierungen, die den damaligen Lehrbetrieb anschaulich machen. Es gibt Möbel, Bücher, ein kleines Alchimielabor, einen Karzer samt darin einsitzendem Studenten und im Hinterhof einen Heilkräutergarten.IMG_0498Als wahre Fundgrube erweist sich die paläontologische Abteilung mit dem frei präparierten Fischsaurier und dem „Altdorfer Marmor”, das sind polierte Steinplatten mit zahlreichen angeschliffenen Versteinerungen.

Die Marktgemeinde Feucht, ein paar Kilometer weiter und nur wenig kleiner als Altdorf, kann sogar mit zwei interessanten Museen aufwarten. Nur einen Steinwurf voneinander entfernt, beschäftigt sich das eine mit Raketen und Raumfahrt, das andere mit Imkerei.

Der Raumfahrtpionier Hermann Oberth entwickelte die Grundlagen für die erste Generation von deutschen Raketentechnikern und Raumfahrtpionieren: Wernher von Braun, Eugen Sänger und andere. Im Museum finden sich zahlreiche Raketenmodelle sowie die komplexe Antriebseinheit einer V2.

IMG_0383Im Bienenenmuseum nebenan geht es weit weniger technisch zu, von den diversen Honigschleudern einmal abgesehen. Aber wer hätte gedacht, daß es so viele Typen von Bienenkörben gibt?

Der ausgedehnte Nürnberger Reichswald lieferte die Grundlagen der Zeidlerei, und diese wiederum die Grundlage für die Nürnberger Lebkuchen. So ergibt sich eines aus dem anderen.

Alles in allem ein wunderschöner Sonntag, der schon draußen in Kalchreuth einen guten Auftakt hatte, denn der elterliche Ziergarten steht in voller sommerlicher Pracht.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Ausflug in die Löhe-Zeit

IMG_0356Das Baldachinbett stammt aus dem Jahr 1855, der Schrank daneben wurde offenbar erst 5 Jahre später fertig, kein Wunder bei der liebevollen Bemalung und dem harten Leben auf dem Land. So hart, daß etliche Familien nach Amerika auswanderten und heute in Michigan leben, von Wilhelm Löhe (1808-1872) im Geiste des Neuluthertums seelsorgerisch betreut. Im Museum gibt es auch eine Knechtskammer, direkt unter den Dachziegeln. Was muß das im Winter kalt und zugig gewesen sein.

Es ist nicht das erste Museum, das wir heute besuchen. Der Sonntagnachmittag ist zwar eine gute und praktische Zeit, aber wenn man sich zwei oder drei Museen vorgenommen hat, kann es terminlich schon etwas eng werden. Vom Museumshof Roßtal zum Beispiel sahen wir nur, was der Name andeutet: den Hof. Sehr ausgiebig hingegen widmeten wir uns dem Heilsbronner Museum „Vom Kloster zur Stadt” mit seiner ansprechenden Inszenierung. Dem himmlischen Thema angemessen befindet es sich ganz oben im Dachgeschoß des Konventhauses.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Auf Museumstour im Steigerwald

IMG_0191
Was hier so frisch, ja beinahe appetitlich aussieht, sind Millionen Jahre alte versteinerte Araukarien-Früchte. Wir entdeckten sie im Museum des kürzlich verstorbenen Fossiliensammlers Hans Klein. Auf engstem Raum sind dort bemerkenswerte Raritäten versammelt, teils aus dem Fränkischen, teils von anderen Kontinenten wie etwa dem Petrified Forest in den USA.

Beinahe hätten wir das Museum nicht gefunden, denn die in älteren Verzeichnissen eingetragene Hauptstraße wurde nicht nur umbenannt, sondern das Städtchen ist durch Eingemeindung zu einer neuen Hauptstraße gekommen, so daß das Navi den interessierten Besucher zielstrebig zum falschen Haus führt. Gut, daß wir so hartnäckig geblieben sind. Prichsenstadt ist übrigens auch als städtebauliches Ensemble durchaus sehenswert.

Heute morgen besuchten wir schon das Stadtmuseum in Schlüsselfeld mit seiner „Steigerwald-Hangmaus”, deren bergseitige Füße angeblich kürzer sind als die talseitigen. Man darf eben nicht alles glauben.

Für den späten Nachmittag steht noch ein Museum auf dem Programm, das auch nicht ganz leicht zu finden ist, denn es befindet sich … in der Vollzugsanstalt, auf deutsch Gefängnis. Um Strafvollzug geht es in der Ausstellung jedoch nur ganz am Rande, eigentliche Attraktion des Museums sind die Räume selbst, denn das Gefängnis war früher ein Kloster und das Museum die Wohnung des Abtes. Mit barockem Hausaltar.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Geklöppeltes und Gewebtes

P1070041Der heutige Ausflug in die Welt der Museen abseits der Metropolen führt nach Roth und Abenberg – und zwar mit dem Linienbus. Der startet direkt an der S-Bahn Endhaltestelle in Roth und bringt den museumsaffinen Ausflügler zunächst einmal in die malerische Altstadt von Abenberg. Das kleine Städtchen hat gerade einmal 5.500 Einwohner, kann aber mit zwei Museen und einer Burg aufwarten, die sich stolz die Krone des Rangaues nennt.

Oben angekommen gilt das Interesse nicht dem größeren Haus Fränkischer Geschichte, sondern dem kleineren Klöppelmuseum gegenüber. Dort ist in angenehmer Atmosphäre dargestellt, wie durch geduldiges Verdrehen und Verknüpfen vieler Dutzend Fäden schließlich ein Spitzendeckchen, eine Borte oder ein ganzes Kleid entsteht. Alles in Handarbeit, versteht sich.

Man darf in ländlichen Regionen die Abfahrt des Linienbusses nicht verpassen, und so ist etwas Eile angesagt, denn der nächste fährt sonntags erst drei Stunden später. Zweites und letztes Ziel meines Ausflugs in die mittelfränkische Textilwelt ist das Industriemuseum der Kreisstadt Roth.

Hier werden an meterhohen Maschinen bunte metallene Fäden zu allerlei Waren verarbeitet, die man Leonische nennt. Das Know-how ihrer Herstellung kam mit den vertriebenen Hugenotten aus dem französischen Lyon hierher.

Das maschinelle Heben und Senken, Drehen und Wickeln fasziniert, ich könnte stundenlang zusehen. Leider ruft aber ein privater Termin auch hier zur Eile, und vorbei am Bachlauf und einer blühenden Sommerwiese geht es hinauf zur wartenden S-Bahn, wobei das prächtige Schloß Ratibor links liegen bleiben muß. Ein guter Grund, noch einmal wiederzukommen.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Weidenberger Museumsweg

Akelei
Es empfiehlt sich, den Weidenberger Museumsweg an einem ersten Sonntag im Monat zu begehen. Denn nur am ersten Sonntag eines Monats haben alle Museen geöffnet. Und heute ist der erste Juni. Ein Sonntag.

Weidenberg ist Endstation einer Bahnlinie, die von Bayreuth her mit modernen Triebwagen befahren wird. Und es kann – bei 6.000 Einwohnern – mit sage und schreibe 5 Museen aufwarten. Auf unserem Plan stehen zwar 6 Museen, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Scherzenmühle, unser erstes Ziel, liegt etwas abseits. Als wir dort eintreffen, ist noch geschlossen, aber schon bald kommt eine freundliche Dame und entschuldigt sich für ihr Zuspätkommen. Halb so schlimm. Im Museum gibt es Wohnraum, Küche, Stall und natürlich das funktionsfähige Mahlwerk, das aber nur an besonderen Tagen in Betrieb genommen wird. Heute ist aber einfach nur Sonntag.

Um das Militärmuseum zu finden, müssen wir hinauf in den Ortskern. Es ist eines der bedeutendsten Museen seiner Art weit und breit. Besonders faszinieren uns die schönen Dioramen.

Die Musikinstrumentensammlung befindet sich nur einen Steinwurf entfernt und kann mit Akkordeons und Bandoneons, aber auch einem Harmonium aufwarten, auf dem der Hausherr gerne eine Probe seines Könnens gibt.

Das Zinnfigurenmuseum suchen wir vergebens, es wurde aufgelöst und war zudem nie an der angegebenen Adresse. Auf dem Weg zum Glas-Knopf-Museum, schon fast wieder am Bahnhof, kommen wir noch an der Volkskundlichen Sammlung vorbei, die das gesamte Untergeschoß des Schulhauses einnimmt. Was gibt es da nicht alles zu bestaunen: Geräte, Korbwaren, eine riesige Wäschemangel und noch viel mehr.

Im Glas-Knopf-Museum werden, wie der Name schon sagt, Glasknöpfe hergestellt. Ausgangsmaterial sind Stangen aus Buntglas, das Endprodukt sind edle Knöpfe in allerlei Farben.

Unser Fazit: will man alle Museen des Museumsweges sehen, sollte man sich an den einzelnen Stationen nicht zu lange aufhalten, sonst schafft man es nicht in der limitierten Zeit.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Maiausflug zu den Inka

Mumie
Der etwas gruselige Herr ist der Star der Inka-Ausstellung im bayerischen Rosenheim. Der Lokschuppen versteht es wieder einmal blendend, ein Thema fesselnd in Szene zu setzen, zwei Stunden vergehen wie im Flug.

Category: Allgemein, Ausflüge, Museen  Comments off

Familienbesuch in Kaarst

P1030016

Category: Allgemein, Ausflüge  Comments off

Rund um Kalchreuth

P1040316

Category: Allgemein, Ausflüge  Comments off