Frühlingsspaziergang

Es ist Frühling in Buenos Aires. Zwergpapageien-Pärchen polstern ihre Nisthöhle offenbar mit Baumwolle aus, jedenfalls vergnügen sich die beiden grünbunten Gesellen ausgiebig mit den Wollknäueln des Kapok-Baumes. Und auch die Webervögel zeigen sich emsig.

Heute sind wir in Eigenregie unterwegs, unsere erste Station ist das Teatro Colón, eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt und mit 3.500 Plätzen wohl auch eines der größten. Wir genießen eine Führung, die uns durch das carraramarmorne Treppenhaus und diverse Galerien bis in die Hauptloge führt. Welch ein Eindruck! Hier möchte man einer Aufführung beiwohnen, aber die Karten sind extrem teuer und kosten bis zu 6.000 Dollar. „Für die ganze Loge?”, will ein Gast wissen. Nein, pro Sitzplatz natürlich.

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Die Metro heißt in Buenos Aires „Subte”, wir erstehen zwei Tickets á 5 Pesos (ca. 40 Cent) und zwängen uns in einen ohnehin schon überfüllten Zug, um zur Plaza Italia zu gelangen, dem Startpunkt für die Besichtigung diverser Gärten. Den zoologischen Garten zum Beispiel. Den lassen wir aber links liegen und erkunden zuerst einmal den botanischen Garten. Der ist aber nicht sehr groß, so daß wir zum Rosengarten weiterziehen. Rosen blühen um diese Jahreszeit aber noch nicht.

Auf der anderen Straßenseite – die Hauptstraßen haben hier 10 oder mehr Fahrspuren – soll es einen japanischen Garten geben, aber wir sehen nur eine Grünfläche, sind fast schon am Umkehren, wollen nur noch sehen, was hinter der nächsten Hecke kommt, und tatsächlich: da liegt er vor uns mit seiner roten Brücke und all dem anderen für einen Japangarten typischen Zierrat. Im Augenblick stehen gerade die Azaleen in voller Blüte.

Wir lustwandeln, bis die Schatten lang und länger werden, dann geht es mit der Subte zurück zum Opernhaus und ins Hotel.

Die gestrige Tangoshow war übrigens ein echtes Erlebnis, sie fand in einem kleinen alten Theater statt, wir saßen jeweils zu vieren an einem Tisch, während auf der Bühne ein Klavier, ein Kontrabaß, zwei Bandoneons und eine Geige zum Tango aufspielten und mehrere Paare ihr exzellentes Können zum besten gaben. Die Zeit im „El viejo Almacen” verging wie im Flug.

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One Response
  1. Captain Spareribs says:

    Das wird das Unwort des Jahres: carraramarmorne 🙂

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