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Nürnberger Sonnenuhren

IMG_0097Mach’ es wie die Sonnenuhr, zähl’ die heit’ren Stunden nur! Und wie ist das bei einer Sonnenuhr, die im Schatten liegt? Der Nürnberger Sonnenuhrenweg bietet so manche Gelegenheit, die eigenen Vorstellungen über die typischen Eigenschaften einer Sonnenuhr zu verifizieren.

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So scheint das obige Motto am IHK-Gebäude in der Nähe des Nürnberger Hauptmarkts in ganz besonderem Maße zu gelten.

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Hunderte von Touristen fotografieren täglich das Heilig-Geist-Spital, die Sonnenuhr am Südgiebel dürfte von den meisten unbemerkt bleiben, da etwas hinter den Ästen der Pappel versteckt.

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Eine besonders schöne Sonnenuhr befindet sich am Haus Innere Laufer Gasse 11. Und das, obwohl die Renovierung nun doch schon einige Jahre zurückliegt, wie die römische Jahreszahl verrät.

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Wer sagt, daß eine Sonnenuhr römische Ziffern haben muß? Diese hier hat arabische. Zum Vordach kommt hier als natürlicher Feind noch der Baum. Gesehen am Heilig-Geist-Spital, vom gegenüberliegenden Ufer aus.

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Das soll eine Sonnenuhr sein? Um sie zu verstehen, bräuchte man wohl eine Anleitung. Standort: der Platz vor dem Gewerbemuseum.

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Richteten sich die Fahrer der am Hallplatz startenden Ausflugsbusse nach der Sonnenuhr an der Mauthalle, würden sie bei Regen erst gar nicht losfahren.

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Mit Buchs-Einfassungen kenne ich mich aus, sie zu schneiden besserte einst mein Taschengeld auf. Hier hat jemand römische Zahlen geschnitten. Des Rätsels Lösung wird sicher niemanden überraschen: es ist tatsächlich eine Sonnenuhr, und sie befindet sich in den Nürnberger Hesperidengärten.

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Wie versprochen…

der zweite Teil der Jordanien-Rundreise:

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Weidenberger Museumsweg

Akelei
Es empfiehlt sich, den Weidenberger Museumsweg an einem ersten Sonntag im Monat zu begehen. Denn nur am ersten Sonntag eines Monats haben alle Museen geöffnet. Und heute ist der erste Juni. Ein Sonntag.

Weidenberg ist Endstation einer Bahnlinie, die von Bayreuth her mit modernen Triebwagen befahren wird. Und es kann – bei 6.000 Einwohnern – mit sage und schreibe 5 Museen aufwarten. Auf unserem Plan stehen zwar 6 Museen, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Scherzenmühle, unser erstes Ziel, liegt etwas abseits. Als wir dort eintreffen, ist noch geschlossen, aber schon bald kommt eine freundliche Dame und entschuldigt sich für ihr Zuspätkommen. Halb so schlimm. Im Museum gibt es Wohnraum, Küche, Stall und natürlich das funktionsfähige Mahlwerk, das aber nur an besonderen Tagen in Betrieb genommen wird. Heute ist aber einfach nur Sonntag.

Um das Militärmuseum zu finden, müssen wir hinauf in den Ortskern. Es ist eines der bedeutendsten Museen seiner Art weit und breit. Besonders faszinieren uns die schönen Dioramen.

Die Musikinstrumentensammlung befindet sich nur einen Steinwurf entfernt und kann mit Akkordeons und Bandoneons, aber auch einem Harmonium aufwarten, auf dem der Hausherr gerne eine Probe seines Könnens gibt.

Das Zinnfigurenmuseum suchen wir vergebens, es wurde aufgelöst und war zudem nie an der angegebenen Adresse. Auf dem Weg zum Glas-Knopf-Museum, schon fast wieder am Bahnhof, kommen wir noch an der Volkskundlichen Sammlung vorbei, die das gesamte Untergeschoß des Schulhauses einnimmt. Was gibt es da nicht alles zu bestaunen: Geräte, Korbwaren, eine riesige Wäschemangel und noch viel mehr.

Im Glas-Knopf-Museum werden, wie der Name schon sagt, Glasknöpfe hergestellt. Ausgangsmaterial sind Stangen aus Buntglas, das Endprodukt sind edle Knöpfe in allerlei Farben.

Unser Fazit: will man alle Museen des Museumsweges sehen, sollte man sich an den einzelnen Stationen nicht zu lange aufhalten, sonst schafft man es nicht in der limitierten Zeit.

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Wie versprochen…

… folgt auf die Reise das Video zur Reise. Dieses Mal immerhin schon nach knapp vier Wochen 😉 Allerdings muß es hier und heute noch heißen: Fortsetzung folgt. Denn es fehlt noch der Teil über Petra, die Felsenstadt.

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Maiausflug zu den Inka

Mumie
Der etwas gruselige Herr ist der Star der Inka-Ausstellung im bayerischen Rosenheim. Der Lokschuppen versteht es wieder einmal blendend, ein Thema fesselnd in Szene zu setzen, zwei Stunden vergehen wie im Flug.

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Petra by Night

Die Felsenstadt sah gestern abend ganz anders aus als gewohnt: zahllose Kerzen zur Linken wie zur Rechten wiesen den Weg hinüber zum Eingang der Schlucht und dann zwischen den steilen Wänden der Klamm hinab zum kleinen Platz vor dem Schatzhaus. Dort hatte man für uns und die anderen Gäste Matten aufgelegt, damit wir nicht im Sand sitzen mußten, der im übrigen vernehmlich nach Esel roch. Gespannt harrten wir der Dinge, die da kommen und uns für den zwar romantischen, dennoch aber etwas anstrengenden Fußmarsch durch den Siq entschädigen sollten.

Man bot uns Tee an, stark gesüßt, während sich hinter uns die Reihen weiter füllten und ein Flötenspieler anhub, eine arabisch-exotische Melodie zu spielen. Oben am kleinen Stück Himmel, das die Schluchtwände frei ließen, funkelten die Sterne, vor uns im Halbdunkel waren schemenhaft die Pfeiler des über 2000 Jahre alten Gebäudes zu erkennen. Was für eine Atmosphäre! Und noch immer kamen Menschen den Siq herab, wurden irgendwo plaziert und mit Tee bewirtet, während in der Mitte ein Beduine ein Lied zum besten gab, gefolgt von einem weiteren Flötenspiel.

Dann begann er von den Erbauern der Felsenstadt zu erzählen, und wir möchten uns doch vorstellen, wie es war, als hier auf diesem Platz morgenländische Schönheiten tanzten. Und daß wir bitte nicht vergessen sollten, beim Verlassen des Platzes alle unsere Besitztümer wieder mitzunehmen. Wie denn, das war’s schon? Die Zeit war wie im Flug vergangen.

Der letzte Tag unserer Rundreise führte uns wieder nach Amman, wo es eine zwar moderne, aber nicht sonderlich attraktive Moschee zu besichtigen gab sowie einen Hügel mitten im Stadtzentrum, der bereits in der Steinzeit besiedelt gewesen sein soll und heute von ein paar wieder aufgerichteten Säulen des Herkulestempels dominiert wird, einem Überbleibsel der Römerzeit. Vom kolossalen marmornen Hausherrn selbst blieb nur eine halbe Hand und ein Ellenbogen übrig.

Natürlich reichen all die Worte und Bilder nicht aus, um die Faszination dieses Landes auch nur annähernd wiederzugeben, deshalb wird es in Kürze hier auch noch einen Filmbeitrag geben.

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Über den Hohen Opferplatz

Es gibt zwei Arten, einen Obelisken zu errichten. Die eine: man meißelt in einem Steinbruch ein langes Stück Stein los, bringt es zum vorgesehenen Platz und richtet es auf. Die andere: man sucht sich eine Bergkuppe und meißelt alles weg, was nicht zum Obelisken gehört. Die Nabatäer bevorzugten die zweite Methode.

Allerdings suchten sie sich für ihr Werk einen der höchsten Berge der Umgebung aus, und so warten erneut 800 Steinstufen auf uns. Für zwei fußschwache Teilnehmer und für sich selbst ordert der Reiseleiter drei Esel, und schon sieht man ihn auf dem Grautier bergan ziehen wie einst Jesus, während seine Jünger ihm zu Fuß folgen. In unserem Fall mit einer Flasche Mineralwasser bewaffnet, denn in den nächsten 3 Stunden gäbe es nichts zu kaufen. Was sich jedoch als unzutreffend erweist.

Oben gibt es neben einem steinernen Altar am allerhöchsten Punkt, den bereits erwähnten Obelisken und ein wenig Mauerwerk im wesentlichen sehr viel Aussicht zu bewundern, der Hauptplatz mit dem römischen Theater und einige der Grabtempel liegen uns quasi zu Füßen.

Für den Rückweg nehmen wir eine andere Strecke. Noch ein letzter schweifender Blick – bautz, liege ich auf der Nase: Knie aufgeschlagen, Kamera ein Bild des Jammers. Der Staub läßt sich abwischen, der Kratzer in der Frontlinse nicht. Mein Opfer an die Götter.

Der Weg hinab ist mit seinen steilen, direkt in den Fels gemeißelten Stufen noch abenteuerlicher als der andere. Hier kann kein Esel entgegen kommen. Oder doch? Ist das nicht Eselsdreck, der mitten auf dem Weg einen Schwarm Fliegen begeistert? Und da kommt auch schon so ein Lasttier die Himmelsleiter herauf. Unfaßbar.

Der rote Sandstein ist überall von farbigen Bändern durchzogen, eine in diesen Fels geschlagene Kammer braucht keine Tapete, das Muster für Wände und Decke liefert die Natur. Wir passieren verschiedene mehr oder weniger verwitterte Tempel und kehren sodann bei einer alten Beduinenfrau zur verdienten Rast ein. Natürlich gibt es, wie auch schon weiter oben, nicht nur Andenken zu kaufen, sondern auch Wasser und sogar Tee aus vergoldeten Mokka-Täßchen.

Und dann verlieren wir den Anschluß an die Gruppe. Was nicht weiter tragisch ist, denn die Königsgräber finden wir auch allein. Man hat sie in Petra ja ohnehin ständig vor Augen. Auch hier fasziniert nicht nur der malerische Verfall, sondern auch die sichtbar gewordene innere Struktur des Felsens.

Anhand einer Texttafel versuchen wir die Grabtempel zu identifizieren: Urnengrab, Seidengrab, korinthisches Grab, Palastgrab. Demnach stehen wir … Moment, das sieht aber anders aus. Erst beim zweiten Lesen erkenne ich meinen Fehler: die Gräber von rechts nach links, steht da. Wir sind in Arabien.

Abgekämpft und ich leicht lädiert erreichen wir pünktlich unseren Bus. Für heute abend steht „Petra at Night” auf dem Programm.

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Das berühmteste Schatzhaus der Welt

Das Monument aus rotem Sandstein, das Schaustück der Felsenstadt Petra, ist gute 2000 Jahre alt, aber das Baumaterial wurde schon vor Jahrmillionen angeliefert. Der Grabtempel ist nämlich direkt in die Wand der Schlucht gemeißelt. Schlucht? Nein, Klamm: 80 Meter hohe Wände, an der schmalsten Stelle gerade einmal breit genug für ein Pferdefuhrwerk. Geschaffen von reißenden Sturzbächen ist sie heute vollkommen trocken, denn das Wasser wurde von den Nabatäern, den Erbauern der Felsenstadt, seitwärts durch einen Stollen abgeleitet, so daß die eindrucksvollste Zufahrtsstraße entstand, die man sich nur vorstellen kann. An ihrem Ende wird dann überraschend die Fassade zwischen den Schluchtwänden sichtbar, zuerst nur ein schmaler Streifen, dann das ganze Bauwerk.

An die gegenüberliegende Schluchtwand haben die Jordanier einen Souvenirshop gebaut. Diese Beduinen sind überhaupt ein sehr geschäftstüchtiges Volk, alle 50 Meter kommt von rechts oder von links ein Zuruf, was man denn hier besonders günstig erstehen könnte: Armreife, Postkarten, bunte Tücher, Steine oder eben auch Esel- oder Kamelritte, denn die Wege sind beschwerlich in der steinernen Stadt.

Insbesondere, wenn man auch das Gebäude sehen möchte, das die Archäologen das Kloster genannt haben. Wie das Schatzhaus ist es aus dem natürlichen Fels gemeißelt. Und es ist gigantisch groß. Die Türschwelle, von der man aus der Ferne glaubt, man könne über sie und durch die Tür in das Innere treten, erweist sich bei näherem Hinsehen als mannshoch.

Um den Bau überhaupt zu Gesicht zu bekommen, gilt es zunächst allerdings, 800 Treppenstufen zu erklimmen. Oder sich von einem Esel hochtragen zu lassen. Da wir weder faul noch schlecht zu Fuß sind, benutzen wir lieber unsere eigenen Füße. Der Weg ist nicht zu verfehlen, denn es reiht sich ein Souvenirstand an den nächsten: One Dinar! Nice Gift! Best Price! Happy Hour! Man könnte aber auch einfach den Hinterlassenschaften der Esel folgen. Ein beschissener Weg, sozusagen.

Nach einer langen und ermüdenden Tour – allein der Rückweg vom Kloster zum Busparkplatz dauert gute anderthalb Stunden – kommen wir erschöpft im Hotel „Al Anbat” an, um wenig später, nur leicht erholt, dessen ausgezeichnete Küche zu genießen.

Was macht übrigens ein Kamel, dem man einen alten Pappkarton hinwirft? Es frißt ihn auf. Und er scheint ihm sogar zu schmecken.

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Die Wüstennacht mit Sirtaki

Die Hafenstadt Aqaba empfing uns stürmisch. Schon die Strecke durch das Wadi Arab herunter – oder besser gesagt hinauf, denn wir kamen ja von unterhalb des Meeresspiegels – ließ für den kommenden Tag nichts Gutes erahnen, es war stürmisch und die Luft vom Wüstensand geschwängert. Der Bootsausflug, den einige aus der Gruppe für den Tag in Aqaba gebucht hatten, fiel denn auch buchstäblich ins Wasser. Der wetterbedingte Verlust eines halben Urlaubstages war jedoch gut zu verschmerzen, da ohnehin keine Highlights auf dem Programm standen. Noch nicht.

Das änderte sich, als wir das Wadi Rum erreichten. Die Sieben Säulen der Weisheit – so heißt der markante Berg, der das Tor zum Nationalpark beherrscht – standen in seltener Klarheit vor uns. Auch das Licht fiel günstig um diese Tageszeit und arbeitete die Felspfeiler plastisch heraus. Welch ein Auftakt!

Die Beduinen bereiteten derweil schon ein schmackhaftes Gericht aus Hammelfleisch zu. Das heißt, eigentlich warteten sie, bis die im Sand vergrabenen Köstlichkeiten gar waren, um sie sodann wieder ans Tageslicht zu holen, das in unserem Fall aber längst schon den ersten funkelnden Sternen Platz gemacht hatte. So eine Nacht in der Wüste hat etwas Erhabenes. Dachten wir. Bis die Musik einsetzte, zunächst noch mit arabischem Einschlag, dann jedoch das internationale populäre Liedgut rauf und runter. Sirtaki statt Wüstenromantik am Lagerfeuer. Immerhin aber schmeckte der Hammel großartig, und wann je hatte man schon einmal in einem Zelt mit Toilette und Dusche gewohnt?

Den Sonnenuntergang hatten wir gestern verpaßt, für Hartgesottene stand jedoch ein Kameltrip zum Sonnenaufgang auf dem Programm, pünktlich um 5 Uhr 45 setzte sich die kleine Karawane in Bewegung. Wir verzichteten auf den Ritt, nicht aber auf das Erlebnis, und erklommen einen kleinen Felshügel in der Nähe. Leider war der Morgenhimmel alles andere als klar, ein Erlebnis war’s trotzdem. Denn die Felsformationen ringsum sind wirklich einzigartig.

Was man wiederum vom Kaffee nicht behaupten konnte, denn die Araber hatten sich praktischerweise für die Instant-Methode entschieden. Die großartige Landschaft, quasi ein arabisches Monument Valley, entschädigte uns aber reichlich für all die Zugeständnisse an den modernen Wüstentourismus. Auch drüben im Ort Rum, wo heute eine Wanderung durch die einsame Stille der Wüstenlandschaft auf dem Programm stand, alternativ dazu eine Tour im Geländewagen. Wir entschieden uns für die Wanderung. Ziel unserer fünfköpfigen Gruppe sollte ein nabatäischer Tempel sein, etwa zwei Kilometer entfernt. Der Sandweg endete schon bald in einem trockenen Flußbett, aber es waren Fußspuren zwischen den Felsbrocken zu sehen. Das mußte unser Weg sein! Wie die Pfadfinder arbeiteten wir uns zwischen den steil aufragenden Felsen zur Linken wie zur Rechten empor und entdeckten dabei so manches, was denen vorbehalten bleibt, die zu Fuß gehen: eindrucksvoll erodierter Sandstein, kleine sandbeige Echsen, weiß blühende Kleinsträucher, vorwitzige gelbe Blütenköpfchen, eine uns bisher völlig unbekannte Brennesselart, alles. Nur kein Tempel. Schließlich kehrten wir um.

Fast schon wieder zurück im Dorf, entdeckten wir das archäologische Kleinod schließlich doch noch. Welch ein Glück, daß am Anfang der Tour keiner von uns die Mauern und Säulenbasen bemerkt hatte, denn ohne das am falschen Ort vermutete Ziel wären wir sicher um ein großartiges Erlebnis ärmer geblieben.

Nach einer längeren Busfahrt befinden wir uns nunmehr am Ausgangspunkt für die Besichtigung eines Weltwunders. Doch davon dann morgen.

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Tiefer gehts nimmer

Wir befinden uns auf 428 Meter unter dem Meeresspiegel. Nirgendwo auf der Erdoberfläche gelangt man trockenen Fußes noch tiefer hinab. Hinzu kommt, daß das Wasser des Toten Meeres durch seinen extrem hohen Salzgehalt außergewöhnlich viel Auftrieb verleiht, man kann auf dem Rücken liegend die Arme hinter dem Kopf verschränken. Oder schwimmend Zeitung lesen, was einige Spaßvögel auch tun. Nicht um der Nachrichten willen, sondern als Erinnerungsfoto, versteht sich.

Der Reisetag begann heute mit einem griechisch-orthodoxen Gottesdienst, denn wer wollte den jordanischen Griechen die Ausübung ihres Glaubens verdenken, nur weil sich in ihrer Kirche die apartesten Bodenmosaiken befinden? Die wir zunächst zwischen all den Füßen allerdings vergeblich suchen. Doch dann heißt es endlich: alle müssen ‘raus, um gleich danach mit Ticket wieder eingelassen zu werden. Natürlich herrscht um die berühmte, inzwischen von den schützenden Teppichen befreite Karte des Gelobten Landes herum ein heilloses Gedränge.

Den rechten Überblick zu finden fällt auch an einer anderen Stelle schwer: hier oben auf dem Berg Nebo durfte der greise Moses noch einen Blick erhaschen auf das Land, in dem Milch und Honig flossen und das er am Ende seines Lebens aber doch nicht mehr betreten durfte. Heute allerdings trüben Dunst und Wüstenstaub den Blick, und es herrscht ein heftiges Sturmgebraus hier oben.

Eine Stunde später und gute tausend Meter tiefer suchen wir bei brüllender Hitze eine weitere biblische Stelle auf, nämlich jene, wo Jesus von Johannes dem Täufer in die Fluten des Jordan getaucht wurde, der seinerzeit sicher noch deutlich mehr Wasser führte als heute.

Und dann erreichen wir Aqaba am Roten Meer. Es kommt nicht alle Tage vor, daß man bergauf fahren muß, um ans Meer zu kommen. Morgen werden Beduinenzelte unser Nachtlager sein, ob es dort Internet gibt, steht noch in den Sternen.

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