Schauplätze

Eine Winterlandschaft, irgendwo in der Schweiz. Bäume, Häuser, eine Bahnline. Und irgendwo ein Armeesoldat. Noch einer. Eine ganze Gruppe. Auf dem Bahngleis steht jetzt ein Güterwagen, jemand hilft einem Verletzten, ihn zu besteigen. Die Häuser sehen plötzlich anders aus, und man sieht verschiedene Truppenteile beim Einsammeln von Waffen und, kräftig unterstützt durch das Rote Kreuz, bei der medizinischen Hilfeleistung für die Verletzten.

Die Multimediashow ist nur die Einführung zum großartigen Rundgemälde ein Stockwerk höher. Eindrucksvoll ist hier das gesamte Ereignis der Aufnahme und Versorgung der geschlagenen französischen Armee des General Bourbaki durch die neutral gebliebene Schweiz im 360 Grad Panorama zu sehen, auf 120 Meter Breite und 7 Meter Höhe. Die gemalte Landschaft geht nach vorne in eine real dreidimensoinale über, was den realistischen Eindruck weiter verstärkt. Der Detailreichtum ist so groß daß man, angeleitet durch den hervorragenden Multimediaguide, immer wieder Neues entdecken und sich erst nach einer Stunde oder länger wieder losreißen kann.

Gleich nebenan lockt mit dem Alpineum ein weiteres Panoptikum. Nicht so groß wie das Bourbaki und auch nocht zu einem Rundbild geschlossen, aber genau wie dieses mit real modellierten Szenen vor riesigen Panoramagemälden, die in diesem Fall die schönsten Schweizer Naturlandschaften zeigen. Leitthema ist hier die Schweiz als einzigartiges Tourismusziel.

Daß Luzern in dieser Hinsicht gut punkten kann, wußte schon Richard Wagner und wählte sich ein freistehendes Haus mit grandioser Aussicht auf den Vierwaldstätter See zum Wohnort für sich und seine Frau Cosima. An diesem inspirierenden Ort entstand das Siegfried-Idyll und wurden die Meistersinger von Nürnberg vollendet. Das Klavier ist noch vorhanden, die schöne Aussicht ebenfalls. Möbel, Vorhänge und Tapeten hingegen gingen dem Haus verloren und sind daher nachempfunden.

Verschiedene über das Haus verteilte Medienstationen vermitteln die Musik Wagners für jene, die sie nicht ohnehin schon im Ohr haben, wenn sie die Bronzebüste neben dem Eingang passiert haben. Oder spätestens vor dem Porträt des Meisters und all den anderen Memorabilien.

Und selbstverständlich gibt es auch ein Kino mit Filmbeiträgen über einige der Stationen seines Lebens.

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